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Dignitate inszeniert Dienstleistung

07.12.2007 - von Hanne Schweitzer

Dignitate, die vereinsrechlich organisierte Tochter der schweizerischen Sterbehilfe-Organisation Dignitas, will im Jahr 2008, als Zeitraum wird das Früjahr angegeben, gemeinsam mit einem pensionierten Arzt, einem Schwerkranken bei seiner Selbsttötung helfend zur Hand gehen. (Beihilfe zur Selbsttötung ist in D. straflos. Gibt z.B. ein Arzt einem Patienten ein tödliches Medikament und dieser entscheidet sich frei und unbeeinflußt, dieses selbst einzunehmen, gilt das für den Arzt als straflose Beihilfe zum Suizid.)

Die öffentlich, wie im privaten Gespräch immer häufiger zu vernehmende "Aber ich Will`s-Ja-Selbst"-Euthanasie-Befürwortung, kommt dem Kalkül von Dignitate entgegen, eine größtmögliche Öffentlichkeit für den "tödlichen Versuch" hierzulande herzustellen, um den Gedanken der Verfügbarkeit über das eigene Leben zu propagieren und das lukrative TötungsGeschäft zu bewerben.

Der Gründer von Dignitas, Ludwig A. Minelli ist laut Angaben einer Schweizer Zeitung inzwischen mit seinem "Unternehmen" zum Millionär geworden.

Das Bundesjustizministerium aus D kommentierte die Ankündigung einer öffentlichen, unterstützten Selbsttötung durch Dignitate mit dem Verweis auf die bundesdeutsche Rechtslage: Im Grundgesetz sei derzeit kein Recht auf Selbsttötung vorgesehen.

Wegen der wachsenden Nachfrage nach einem cleanen, technisch perfekten und selbstdatierten Tod, sah sich Dignitas in der Schweiz einem zunehmenden Widerstand der Bevölkerung ausgesetzt, die keinen Tod am Fließband in der Nähe der eigenen Wohnung akzeptieren mochte. Zwischenzeitlich wurde die Sterbehilfe-Dienstleistung sowohl in angemieteten, wechselnden Apartements, als auch in Hotels und sogar auf Parkplätzen angeboten und ausgeführt.

Durch ein Urteil des Verwaltungsgerichts hat die Gemeinde Schwerzenbach bei Zürich nun allerdings richterlich bescheinigt bekommen, dass sie es dulden muss, wenn im Industriegebiet des Orts von Dignitas eine "Sterbewohnung" betrieben wird. Und so werden, nur 100 m vom größten Bordell der Schweiz entfernt, jede Woche mit dem Warenlift mehrere Särge aus dem zweiten Stock der Wohnung nach unten transportiert und dort in einem Leichenwagen verladen. Ob es männliche Selbsttöter gibt, die sich vor der Einnahme des tödlichen Medikaments ausbedingen, als Leiche noch einmal am Haus der bezahlten Lust vorbeichauffiert zu werden, ist nicht bekannt.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?ID=1779
Quelle: FAZ 20.11.07, 9.11.07, 7.12.07

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