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Schweiz: RentnerInnen fordern Respekt und die 13. Monatsrente

Foto:H.S.

Schweiz - 29.02.2024 - von Unia + Schweizer RentnerInnen

RentnerInnen demonstrieren auf dem Bundesplatz in Bern

Fünf ehemalige BundesrätInnen haben sich in die Angstkampagne gegen die 13. AHV-Rente* einspannen lassen. Jetzt reagieren RentnerInnen auf dem Bundesplatz auf die anmaßende Einmischung der Luxus-Pensionäre. Sie lancieren einen Antwortbrief, in dem sie von den echten Problemen der Pensionierten sprechen.

Die Rente eines ehemaligen Bundesrates liegt bei rund 20.000 Franken. Pro Monat!
Trotzdem hielten es fünf Ex-BundesrätInnen für angebracht, den einfachen AHV-RentnerInnen den Verzicht zu predigen und öffentlich gegen die Initiative für eine 13. AHV-Rente aufzutreten.

Die RentnerInnen sind empört…

Mit einer spontanen Kundgebung auf dem Bundesplatz haben am 23. Februar 2024 ca. 500 RentnerInnen ihrem Ärger Luft gemacht und die freche Einmischung der Ex-BundesrätInnen zurückgewiesen. «Wer mit einer normalen AHV-Rente leben muss, empfindet das als Anmaßung», sagt Jakob Hauri, Präsident der Interessengruppe RentnerInnen der Unia.

… und fordern die 13. Rente

«Viele Rentner:innen leben mit wenig Geld», pflichtet Rolf Zimmermann, Präsident der RentnerInnenkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes bei: «Deshalb sagen wir Ja zur 13. AHV-Rente.» Während der Aktion unterzeichneten VertreterInnen verschiedener Gewerkschaften und Pensionierten-Organisationen einen Antwortbrief an die Ex-BundesrätInnen.

Teuerung hat eine Monatsrente weggefressen

Die RentnerInnen sind zurecht wütend: Auch wer nicht mit dem absoluten Minimum über die Runden kommen muss, hat allen Grund, Ja zur 13. AHV-Rente zu stimmen. Denn seit 2020 hat die Teuerung den Schweizer RentnerInnen im Schnitt eine Monatsrente weggefressen. Die Erhöhungen der Mieten, Heizkosten, Krankenkassenprämien und der Preise wurden «nach dem Giesskannenprinzip» allen aufgebürdet. Höchste Zeit, dass dies mit einer Erhöhung der AHV-Renten ausgeglichen wird, die allen zugutekommt.

Nein zum Generationenkonflikt

Besonders fies ist die Masche der Gegner von AHV x13, die Generationen gegeneinander auszuspielen. Denn die AHV ist eine solidarische Versicherung, die die Jungen wenig kostet, während sie ihren Eltern und Grosseltern ein Alter in Würde ermöglicht. Über 90 Prozent der Versicherten erhalten im Alter mehr Rente, als sie an Beiträgen einbezahlt haben – weil die Topverdiener auf ihre hohen Einkommen auch hohe Beiträge zahlen. Die AHV steht für Umverteilung und Solidarität über die Generationen hinweg.

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Offener Brief der RentnerInnen

Die Renten reichen nicht mehr.
Die 13. AHV-Rente ist dringend nötig!

Sehr geehrte Frau Leuthard
Sehr geehrter Herr Couchepin
Sehr geehrter Herr Deiss
Sehr geehrter Herr Ogi
Sehr geehrter Herr Schneider-Ammann

Mit großem Befremden haben wir Ihr Schreiben zur Kenntnis genommen, mit dem Sie sich an der Angstkampagne gegen die 13. AHV-Rente beteiligen. Offenbar haben Sie mit Ihrer Bundesrats-Rente von über 20.000 Franken pro Monat den Bezug zur Realität der normalen Leute verloren.

Gerne legen wir Ihnen dar, weshalb eine 13. AHV-Rente für Leute mit
durchschnittlichen Renten dringend und nötig ist.

- Die Lebenskosten sind seit 2020 massiv gestiegen. Mieten, Heizkosten,
Krankenkassenprämien und die allgemeine Teuerung haben eine
durchschnittliche Monatsrente weggefressen.

- In der zweiten Säule sinken die Renten seit Jahren. Unter dem Strich bleibt
den Rentnerinnen und Rentnern immer weniger zum Leben.

- Viele Rentnerinnen und Rentner haben im Alter nur die AHV zum Leben.
Für sie ist eine Erhöhung der AHV-Renten essenziell.

Wer wie wir ein Leben lang gearbeitet hat, soll ein Alter in Würde erleben dürfen.
Darum stimmen wir, wie die grosse Mehrheit der Rentnerinnen und Rentner in der
Schweiz, Ja zur 13. AHV-Rente.

Mit freundlichen Grüssen

Der Brief wird vor Ort unterzeichnet von Vertreter:innen der Renter:innen-Kommission des
Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, der Vereinigung aktiver Senior:innen- und
Selbsthilfeorganisationen der Schweiz VASOS, der Pensioniertengruppen der
Gewerkschaften Unia, VPOD, SEV, Syndicom und PVB, der SP60+, der Vereinigung zur
Verteidigung der Rechte der Rentnerinnen und Rentner AVIVO Schweiz sowie von
Avenir50Plus


* AHV = Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)

Quelle: Unia