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vier mal acht beim dm-Markt und - Pisa

Foto: H.S.

10.09.2026 - von Hanne Schweitzer

Kinder und Jugendliche in Deutschland können kaum lesen, schreiben und rechnen, fand die aktuelle Pisa-Studie nicht zum ersten Mal heraus. Ältere Semester wurden nicht untersucht.

Gestern an der Kasse einer dm-Filiale in Köln:
Junger Mann, nicht mehr schulpflichtig, steht mit vier Paketen mit Hafermilchkartons, die er unter seinen Arm geklemmt hat, nicht an der Selbstbedienungskasse, sondern an einer traditionellen Kasse. Die Kassiererin zeigt auf die Pakete.
Junger Mann: "Da sind jeweils acht Kartons drin". Kassiererin, aus dem schulpflichtigen Alter hinaus: schaut verwirrt. Junger Mann: "das sind 32." Kassiererin zum jungen Mann: "Ich bin gerade etwas durcheinander." Greift zum Handy, tippt - vier mal 8. Dann erleichtert: "Ja genau, 32."

Zu den Ergebnissen der Pisa-Studien des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Frauen und Jugend heißt es in der Presseerklärung des Familienministeriums u.a.: Deutschland steht "bei der Stärkung von Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit vor immensen Herausforderungen". Die aber gab es spätestens seit der Veröffentlichung der vorletzten und letzten Pisa-Ergebnisse. Das Ministerium und die Ministerin Prien wissen also, wie grottenschlecht die Bildungsarbeit in den bundesdeutschen Schulen und Kindergärten läuft. Sie verweisen trotzdem auf den "IQB-Bildungstrend von 2024" und auf "weitere Studien des Bildungsmonitorings der vergangenen Jahre".
Was aber wurde getan, um den zugegebenen, "deutlichen Handlungsbedarf" zu erfüllen?
"Bund und Länder haben bereits Reformen eingeleitet und werden diese zur Stärkung der Basiskompetenzen, der Chancengerechtigkeit und der Unterrichtsqualität konsequent fortführen und weiterentwickeln."

Doch warum soll etwas fortgeführt und weiterentwickelt werden, was nachweislich NICHTS gebracht hat? Die PISA-Ergebnisse sind noch schlechter als im Jahr 2000. Da kann das Ministerium den "gemeinsamen Arbeitsprozess von Bund und Ländern" loben, die "Roadmap zu Verbesserung der Bildungsqualität" preisen, und sich mit dem "konsequenten Vorantreiben des Reformprozesses" brüsten: AUSSER SPESEN NIX GEWESEN.

Im Schuljahr 2024/25 sind allein in Sachsen rund zwei Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen, das ist fast ein Zehntel des Unterrichts. IN NRW waren es 6,2 Prozent.
Das vielgepriesene Startchancenprogramm, für das Milliarden Euro ausgegeben wurden, ist bereits gescheitert. So deutlich sagt es der Bildungsforscher Zierer in einem Interview mit der Ostdeutschen Allgemeinen. Wegen der ausufernden Bürokratie brauche es ein Jahr, bis das Programm überhaupt anlaufe. Außerdem solle das Geld nicht an einzelne Schulen verteilt werden, wo es nach eigenem Gutdünken ausgegeben werde. Was die Schulen bräuchten, so Zieren, "sind evaluierte Programme zur Sprachförderung und zur interkulturellen Erziehung."

Link


OECD-PISA-Studie 2025: Auszugsweise Ergebnisse in deutsch: Link

siehe dazu auch:
Frau Prien lässt arbeiten an: Effizientem Ressourceneinsatz in der Kinder+Jugendhilfe + Installierung Jugendkoratorium + Berufsbildungsbericht unter: Link

Interview mit Klaus Zierer von Susanne Lenz, in Ostdeutsche Allgemeine 2026.09.10

Quelle: dm-Filiale