Diskriminierung melden
Suchen:

Debatte im Bundestag: Abgeordnete befassen sich mit Neuntem Altersbericht der Bundesregierung

Foto: H.S.

19.03.2026 - von diverse

Der Deutsche Bundestag hat sich in seiner 65. Sitzung am 19. März 2026 mit dem Neunten Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland befasst. Der Neunte Altersbericht mit dem Titel „Alt werden in Deutschland - Vielfalt der Lebenssituationen und Ungleichheit der Teilhabechancen“ ist im Januar 2025 veröffentlicht worden. Die Abgeordneten des Bundestages debattierten nun über den Forschungsbericht mit den Schwerpunkten Vielfalt des Alterns, Unterschiede in Lebenssituationen und bei Teilhabechancen, Altersarmut und Altersdiskriminierung. Danach wurde der Bericht an die zuständigen Ausschüsse überwiesen, wo er für mögliche politische Maßnahmen und Empfehlungen weiter diskutiert wird. Der Neunte Altersbericht hat aufgezeigt, dass die Chancen auf Teilhabe für ältere Menschen in Deutschland sehr ungleich verteilt sind. Die BAGSO hat Anfang 2025 eine eigene Stellungnahme zum Neunten Altersbericht veröffentlicht.

Zur Debatte in der Mediathek des Bundestages

Senioren
Lage der älteren Generation in Deutschland

Der Bundestag hat am Donnerstag, 19. März 2026, über den neunten Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland mit dem Titel „Alt werden in Deutschland – Vielfalt der Potenziale und Ungleichheit der Teilhabechancen“ (20/14450) debattiert. Nach 20-minütiger Aussprache wurde der Bericht zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bericht der Bundesregierung

Im Bericht wird eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung gefordert. Die Sachverständigenkommission schreibt: „Materielle Sicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe im Alter. Für die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) als tragende Säule des deutschen Alterssicherungssystems sollte auch über das Jahr 2025 hinaus ein gesetzlich kodifiziertes, verlässliches Sicherungsziel (Mindestrentenniveau) festgelegt werden, dass die angemessene Teilhabe von Rentnerinnen und Rentnern an der gesellschaftlichen Wohlstandsentwicklung gewährleistet und jüngeren Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern ein verlässliches Sicherungsversprechen gibt, an dem sie sich bei ihrer Lebensplanung orientieren können.“
„Sozialen Ausgleich stärken“

Der soziale Ausgleich in der GRV müsse gestärkt werden, indem diskontinuierliche Lebensverläufe und Phasen der Arbeitslosigkeit besser abgesichert werden, zum Beispiel durch eine Weiterentwicklung der sogenannten Grundrente. Notwendig ist aus Sicht der Autoren darüber hinaus auch eine weitere Verbesserung der Absicherung des Erwerbsminderungsrisikos. Ein besonderer Fokus soll hier auf der Stärkung von Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation liegen, heißt es.
Bezahlbarer Wohnraum

Zu weiteren Empfehlungen gehören auch, die Nichtinanspruchnahme der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und die damit verbundene verdeckte Altersarmut substanziell zu reduzieren, die soziale Schuldnerberatung strukturell zu stärken und auf die spezifischen Beratungsbedarfe älterer Menschen auszurichten, die Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit zu verbessern und bezahlbaren Wohnraum für ältere Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen und barrierereduzierte Wohnangebote zu fördern.

„Ältere Menschen mit geringem Einkommen und ohne Wohneigentum sind aufgrund steigender Mieten und Wohnkosten immer häufiger finanziell überfordert. Der soziale Wohnungsbau kann ein Instrument sein, um diese Wohnkostenüberlastung abzumildern. Die Zahl der Sozialwohnungen ist seit der Jahrtausendwende jedoch deutlich zurückgegangen“, kritisieren die Sachverständigen. Die Länder sollten diese Entwicklung umkehren und den sozialen Wohnungsbau wiederbeleben und sicherstellen, dass Sozialwohnungen der zentralen Zielgruppe (Menschen mit geringen Einkommen) vorbehalten bleiben, fordern sie. (che/hau/19.03.2026)


Reden zu diesem Tagesordnungspunkt:
Andrea Lindholz
Bundestagsvizepräsidentin

Astrid Timmermann-Fechter
CDU/CSU

Gereon Bollmann
AfD

Sabine Dittmar
SPD

Simone Fischer
Bündnis 90/Die Grünen

Mandy Eißing
Die Linke

Ralph Edelhäußer
CDU/CSU


Zum Neunten Altersbericht der Bundesregierung: Link

Zur Stellungnahme der BAGSO: Link

Quelle: diverse