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Vor 59 Jahren: Bob Dylan singt MASTERS OF WAR

Foto: H.S.

06.05.2022 - von Hanne Schweitzer

Der Song über die Kriegsherren, "Masters of War", wurde von Bob Dylan im Mai 1963 auf seinem zweiten Album veröffentlicht. Er verflucht in dem Lied den militärisch-industriellen Komplex. Der Begriff kommt aus der amerikanischen Soziologie und meint die enge Zusammenarbeit zwischen Politikern, Militärs und Vertretern oder Lobbyisten der Rüstungsindustrie.

US-Präsident Eisenhower warnte in seiner Abschiedsrede am Ende seiner zweiten Amtszeit 1961 deutlich vor den engen Verflechtungen und Einflüssen des militärisch-industriellen Komplexes. Er war kein Anhänger einer Verschwörungstheorie, sondern wusste, wovon er sprach. Er hatte lange beim Militär gedient, und war für seine Verdienste im Zweiten Weltkrieg mit dem Rang eines Fünf-Sterne-Generals ausgezeichnet worden. Der Republikaner sah in den eng miteinander verflochtenen Akteuren des militärisch-industriellen Komplexes und im Einfluss der Rüstungslobby auf die Politik eine Gefahr für die Demokratie und ihre Institutionen.

Wikipedia (endlos) über Bob Dylan: Link

Wikipedia GB über "Masters of War": wikipedia.org/wiki/Masters_of_War

Songtext: Link

Video: Link


Deutscher Text:
KRIEGSHERREN

Kommt doch ihr Kriegsherren,
Ihr, die ihr große Kanonen baut,
Ihr, die ihr todbringende Flugzeuge baut,
Ihr, die ihr all die Bomben baut,
Ihr, die ihr euch hinter Mauern versteckt,
Ihr, die ihr euch hinterm Schreibtisch versteckt,
Ich will nur, dass ihr es wisst:
Ich durchschaue eure Masken.

Ihr, die ihr nichts andres getan habt,
Als bauen, um zu zerstören,
Ihr spielt mit meiner Welt,
Als sei sie euer Kinderspielzeug,
Ihr gebt mir ein Gewehr in die Hand,
Und versteckt euch vor meinen Augen,
Und macht euch dann aus dem Staube,
Wenn die schnellen Kugeln fliegen.

Wie Judas einst in alter Zeit
So lügt ihr und betrügt:
"Man kann einen Weltkrieg gewinnen",
Und ihr wollt, dass ich euch glaube.
Doch seh` ich durch eure Augen,
Und ich sehe in euer Hirn,
Sowie ich durch das Wasser sehe,
Das in meinen Ausguss läuft.

Ihr fertigt all die Abzugshebel,
Dass andere sie drücken, um zu feuern.
Dann lehnt ihr euch zurück und schaut zu,
Während die Opferzahlen steigen.
Ihr bleibt versteckt in euren Villen,
Während der jungen Menschen Blut
Herausfließt aus ihren Körpern
Und begraben wird im Schlamm.

Ihr habt die allerschlimmste
Furcht verursacht,
Die Furcht, Kinder
Auf die Welt zu bringen.
Weil ihr mein namenloses
Ungebornes Kind bedroht,
Seid ihr das Blut nicht wert,
Das in euren Adern fließt.

Wie viel weiß ich denn,
Dass ich ungefragt rede?
Ihr könnt sagen, ich sei zu jung.
Ihr könnt sagen, ich sei unerfahren.
Doch eines weiß ich genau,
Auch wenn ich jünger bin als ihr:
Selbst Jesus vergäbe euch niemals
Das, was ihr tut.

Ich will euch eine Frage stellen:
Ist euer Geld so wertvoll,
Wird es Vergebung erkaufen?
Glaubt ihr, dass es genügt?
Ich denke, ihr werdet es lernen,
Wenn euer Tod seinen Tribut verlangt,
All das Geld, das ihr angehäuft,
Kauft niemals zurück eure Seele.

Und ich hoffe, dass ihr sterbt,
Und dass euer Tod gar bald naht.
Ich werd`eurem Sarge folgen
An einem bleichen Nachmittag.
Und dort werde ich zuschau`n,
Wie man euch ins Totenbett senkt,
Und ich werde bleiben an eurem Grab,
Bis ich sicher bin, dass ihr tot seid.

Text aus: Link

Quelle: diverse