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Kommt jetzt die Russenhetze ?

Foto: H.S.

11.06.2022 - von HOHI, Hanne Schweitzer

Die "westliche Zivilisation" läuft wieder zu ihrer dümmsten Form, der Russenhetze auf: Dostojewski wird in Mailand aus den Unibibliotheken verbannt, russische Musiker werden angegriffen, der Dirigent Gergiev wird in München entlassen, weil er den Gesinnungstest der Staatskanzlei nicht bestand usw. usw.

Vergleichen Sie dies mit den Äußerungen von Lew Kopelew, einem russischen Wissenschaftler und Autoren und Übersetzer, der während des Zweiten Weltkriegs in der Roten Armee diente. In seinen Memoiren "Kein Gefängnis für die Wahrheit" beschreibt Kopelew (unsterblich geworden als der gute Kommunist Rubin in Solschenizyns "Erstem Kreis..."), wie er nach der Kapitulation in Stalingrad einen Raum voller deutscher Offiziere aller Ränge betrat und zu den Gefangenen sprach. Er beschreibt sie als körperlich und seelisch zerrüttet und einer murmelt: "Wir schämen uns, Deutsche zu sein".
Kopelew, russischer Jude, dessen Seite gerade gewinnt, sagt ihnen:
"Ihr müsst euch nicht schämen, Deutsche zu sein. Schämt euch, dass ihr für die Nazis gekämpft habt. Die deutsche Kultur wird sich erholen, denn ihre Werte sind stark", sagt er ihnen. Eure Kultur ist die Kultur von Goethe und Schiller, Heine, Beethoven und Bach, Marx und Engels. Ihr dürft dieses wertvolle Erbe nicht wegwerfen. Kopelew wurde Dissident, seine Aufsätze über die deutsche Kultur sind immer noch hoch angesehen.

Das ist eine Lektion für die Schwachköpfe von heute, die die russische Kultur boykottieren wollen.

In der hungernden und sterbenden Stadt Leningrad während der Belagerung durch die deutsche Wehrmacht komponierte Dmitri Shostakovich die Symphony No. 7 in C major, Leningrad (1941). Conductor Valery Gergiev youtube unter: Link

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11.6.2022: Übergriffe auf Menschen russischer, belarussischer und ukrainischer Herkunft
In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Zaklin Nastic (Die Linke) und ihrer Fraktion hat sich die Bundesregierung nun geäußert.
Franziska Lindner für Junge Welt unter: Link

4.6.2022: Hört endlich auf, von "den Russen" zu reden!
Der Westen muss differenzieren und die These der Kollektivschuld schroff zurückweisen. Meinungsumfragen in Russland belegen nichts – jedenfalls nicht, dass 85 Prozent der Russen Putins Krieg unterstützen. Ein Gastbeitrag.
Gastbeitrag von Ekaterina Kotrikadze für Wirtschaftswoche unter: Link

5.5.2022: Mit einem offenen Brief gegen die Diskriminierung russischsprachiger Menschen haben sich am Donnerstag verschiedene Künstler und Kulturschaffende – unter anderem Dirk Zöllner, Gina Pietsch und Tino Eisbrenner – an die Bundesregierung und den Bundespräsidenten gewandt:
Wir Kultur- und Kunstschaffende sowie Freunde und Sympathisanten wenden uns mit diesem offenen Brief besorgt und bestürzt an die Politik und Öffentlichkeit, denn wir spüren, dass die Demokratie und freiheitliche Gesellschaft unseres Landes in eine gefährliche Schieflage geraten. Indikator dafür ist die schockierende Eskalation von Diskriminierung und Herabwürdigung russischsprachiger Bürger in unserem Lande, als Vorreiter der Europäischen Union (…). So, wie wir Bestürzung über die durch die russische Strategie forcierte Eskalation des jahrelangen Ukraine-Konfliktes empfinden, fühlen wir nun gleichsam Scham über die deutsche Reaktion auf diesen Krieg, die in einem bisher nie gekannten Ausmaß an Empörung ihre Blüten schlägt.

Russland kann und muss diesen militärischen Konflikt beenden. Das wollen auch wir. Aber es liegt auf der Hand, dass die bisherigen deutschen und europäischen Reaktionsexzesse das Gegenteil provozieren, mindestens jedenfalls dazu beitragen, eine Befriedung zu verzögern, statt sie herbeizuführen.

Viele russisch-deutsche Vereinigungen, die zur Förderung der wirtschaftlichen, humanitären und kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gegründet wurden, stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Deutsch-europäische Firmen, die mit Handel einen wichtigen Beitrag für gutnachbarliche Beziehungen leisteten, werden von deutscher Seite in den Ruin befohlen. Mit völlig ungebremster Sanktionierung Russlands werden billigend auch Inflation und der Niedergang deutscher Wirtschaft und damit deutschen Wohlstandes in Kauf genommen, während das Waffengeschäft brummt und die Rüstungslobby sich die Hände reibt. Wie kann das sein? (…) Wir fordern, dass Behörden und sonstige staatlichen Stellen es unterlassen, ethnischen Hass gegen Russen, alles Russische und Russland Zugewandte zu schüren. (…) Frieden ist keine Einbahnstraße, aber Krieg ist immer Sackgasse! Frieden muss für die Völker gemacht werden, nicht gegen sie.

21.4.2022
Wie die Berliner Zeitung (BZ) mitteilte, haben Unbekannte das Ehrenmal zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee in Potsdam mit roter Farbe beschmiert. Die Tat soll sich bereits zwischen Montagabend 18.4. und Dienstagmittag 19.4. zugetragen haben, wie die Polizei in Brandenburg an der Havel heute mitteilte. Es seien Spuren gesichert und eine Anzeige wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung aufgenommen worden.
Link

20.4.2022
Wie der Nordkurier am Mittwoch, 20.4.22 nach einem Leserhinweis gemeldet hat, wurde das Sowjetische Ehrenmal sowie eine Tafel für die weiblichen Opfer der KZ-Außenstelle Ravensbrück auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg geschändet.Auf das Ehrenmal wurde in kyrillischer Schrift »Ruhm der Ukraine« und »Den Helden Ruhm« geschrieben. Auf einer Tafel fand sich außerdem ein Hakenkreuz und das vom ukrainischen faschistischen »Asow«-Regiment verwendete Symbol der Wolfsangel in den Farben Blau und Gelb. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie Sachbeschädigung. Link

9.4.2022
"Der traditionelle Russe ist stark und schlägt zu, wenn er sich herausgefordert fühlt". So kommentiert die Neue Zürcher Zeitung auf Seite 3 als Bildunterschrift ein Foto, das zwei rauchende junge Männer mit nacktem Oberkörper zeigt. Beide tragen eine Halskette, einer hat ein Tattoo auf dem Oberarm, der andere trägt seine Sonnenbrille auf der Stirn und einen Arm hat er über einen Rahmen gelegt, in dem ein Bild von Putin steckt.
Im Text zeichnet die Autorin ein bedrohliches Bild des russischen Mannes. Die Rede ist von "toxischer Männlichkeit". "Die Männer" (!) "messen ihre Kraft mit Schlägereien oder durch Saufgelage" und "in Messerstechereien". Das Verständnis des Präsidenten und seiner Silowiki, der Sicherheitsorgane, speise sich aus einer Welt der Gefangenschaft: schlagen, unterdrücken, erniedrigen.
Diese Art von Auslandsberichterstattung soll wohl der Veredlung der eigenen Kultur dienen. Link

14.4.2022
Russophobie entgegentreten!
Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) rief am Mittwoch zur Teilnahme an den antifaschistischen Gedenkfeiern am 8. und 9. Mai auf: Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park in Berlin wurde wiederholt geschändet und damit das Andenken der dort beigesetzten 7.000 sowjetischen Soldaten, die für die Befreiung Berlins von der Nazibarbarei ihr Leben gelassen haben. Dieser Angriff auf das antifaschistische Erbe reihe sich ein in eine Kette von Übergriffen auf Sowjetische Ehrenmale und auf antifaschistische Gedenkorte, darunter das Thälmann-Denkmal in Berlin. Russisch sprechende Mitbürgerinnen und Mitbürger werden auf offener Straße angepöbelt, Schaufensterscheiben russischer Geschäfte beschmiert und zerschlagen. Wenn dem kein Einhalt geboten wird, kann sich daraus eine Pogromstimmung entwickeln. ... Link

7.4.2022
Berlin: Schändung der sowjetischen Gedenkstätte im Treptower Park
Das sowjetische Ehrenmal im Treptower Park in Berlin, das auch Begräbnisort für etwa 7.000 Rotarmisten ist, die im April und Mai 1945 bei den Kämpfen in Berlin getötet wurden, ist in der Nacht zum Donnerstag geschändet worden. Bei dem Angriff handelt es sich ohne Zweifel um den schwersten Angriff auf ein Ehrenmal, eine Gedenkstätte oder einen Friedhof mit Bezug zur Sowjetunion seit Jahrzehnten. Schmierereien fanden sich auf der gesamten Fläche der Anlage. Nico Popp in Junge Welt unter: Link

12.4.2022:
Zur Kriegsgeilheit der MedienarbeiterInnen gesellt sich zunehmend ein Öffentlich-Rechtlich verbreiteter Russenhass. So ist der Botschafter der Ukraine in Deutschland bekanntlich zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zur Hetze gegen alles, was mit Russland zu tun hat. Aber es gibt auch andere. In die Talkshow mit Markus Lanz im ZDF am 12. April war die Politikwissenschaftlerin Florence Gaub eingeladen. Sie ist seit 2018 stellvertretende Direktorin des Instituts der Europäischen Union für Sicherheitsstudien in Paris (EUISS). Gaub sagte: "Ich glaube, wir dürfen nicht vergessen, dass auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind – im kulturellen Sinne". Auch hätten Russen "nicht diesen liberalen und postmodernen Zugang zum Leben. Das Leben als ein Projekt, das jeder für sich individuell gestaltet. Sondern das Leben kann halt einfach auch mit dem Tod recht früh enden." Man fragt sich, warum die Lehrbeauftragte am Historischen Institut der Universität Potsdam noch von "den Russen" spricht und nicht gleich von "dem Russen". Auf Twitter kommentierte der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli die herabsetzenden Äußerungen der Frau Gaub mit den Worten: das sei "Rassismus ohne Rassen".

22.3.2022
"Dem russischen Militär ist alles zuzutrauen", Kristina Dunz im Kölner Stadt-Anzeiger.

22.3.2022
Folgen des Ukraine-Kriegs zeigen sich auch bei russischen Künstlern im Ausland

Die Opernsängerin Anna Netrebko hat im Westen keine Agentur mehr, von der sie vertreten wird. Link 20.44 Uhr

18.3.2022
Die Tradition der Russenfeindlichkeit
Antirussische Stimmungsmache hat im deutschsprachigen und angelsächsischen Raum eine lange Tradition. Sie hat imperialistische und geopolitische Wurzeln und zieht sich vom 19. Jahrhundert über die NS-Politik bis zum Kalten Krieg. Darauf baut die aktuelle Propaganda der NATO und des medialen Mainstreams auf. Egal wie man sich im Detail zum Ukraine-Konflikt positioniert, sollte man diese Ebene nicht aus dem Blick verlieren. ...Beitrag von von Eric Angerer bei tkp unter:
Link
utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=instant-notification

12.3.2022:
Antirassismus-Beauftragte warnt vor Diskriminierung von Russen

Reem Alabali-Radovan zeigt sich besorgt über zunehmende Beleidigungen von Russen und russischstämmigen Menschen in Deutschland. "Das dürfen wir nicht dulden", sagt sie. Zeit.de unter: Link

12.3.2022: So verunsichert sind russischstämmige Mitarbeiter am Arbeitsplatz
In Kriegszeiten leben Stereotype auf – auch im Betrieb. Viele Russen in Deutschland sind froh, dass ihre Kollegen differenzieren. Trotzdem haben sie Sorge. ... Weiterlesen bei: Handelsblatt unter: Link

11.3.2022:
Ausgerechnet Erdogan!

"Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Deutschland und Europa im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg eine „Hexenjagd“ gegen russische Künstler vorgeworfen. So wie die Türkei die Ukraine nicht im Stich lasse, akzeptiere man auch „keine Praktiken, die einer Hexenjagd gegen das russische Volk, die russische Literatur, deren Studenten und Künstler ähneln“, sagte Erdogan vor seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP. Erdogan nannte als Beispiel den Umgang mit dem russischen Star-Dirigenten und Putin-Freund Waleri Gergijew, ohne dessen Namen zu nennen. Die Münchner Philharmoniker hatten sich Anfang März von Gergijew getrennt, der mit Putin befreundet ist." Die WELT, Printausgabe, S.3,11.3.2022

11.3.2022
Die plötzlich gespaltene Nachbarschaft

Immer mehr Spannungen unter Bewohnern aus den ehemaligen Sowjetrepubliken – Ein Ortsbesuch in Chorweiler. ... Die Nerven liegen zunehmend blank im Veedel. „Die Nationalität spielte jahrelang keine Rolle. ... Jetzt ist dieser verdammte Krieg – und ich werde als Russe beschimpft“, empört sich B. ... Ein
Ukrainer habe eine blau-gelbe Fahne seines Heimatlandes aus dem Regal genommen. „Er wollte sie geschenkt haben. Er meinte, das sei ich als Russe ihm schuldig – dabei bin ich gar kein Russe!“ Kölner Stadt-Anzeiger, Printausgabe S.26

10.3.2022
Kölner OB will Städtepartnerschaft mit Wolgograd auf Eis legen

Siehe bei altersdiskriminierung.de unter: Link

8.3.2022: Hass-Graffiti an Kirche
Russen in Deutschland beklagen Anfeindung und Attacken n-tv unter: Link

8.3.2022:Sanktionen gegen russische Bürger-„Die Situation hat mich sehr erschüttert“
Anastassia Pletoukhina engagiert sich für Flüchtlinge aus der Ukraine und muss plötzlich feststellen, dass ihr und ihrer Familie die Bankkonten eingeschränkt wurden - nur weil sie immer noch russische Staatsbürger sind, obwohl sie seit Jahren in Deutschland leben. Weiterlesen in Cicereo unter: Link

7.3.2022: German-Foreign-Policy - Die dritte Front
Nach dem umfassenden Ausschluss russischer Sportler, Künstler und Medien aus der westlichen, teils globalen Öffentlichkeit droht in der Bundesrepublik eine Welle physischer antirussischer Gewalt. Schon jetzt verzeichne die Polizei etwa Sachbeschädigungen an russischen Geschäften, Anfeindungen Russisch sprechender Menschen sowie Drohbriefe in den sozialen Netzwerken, heißt es in einem Bericht. Die Innenministerien diverser Bundesländer rechnen mit weiterer Gewalt. Zuvor war eine Boykottkampagne angeschwollen, die sich gegen die Teilnahme von Russen an internationalen Sportveranstaltungen richtet und den Ausschluss russischer Filme von Filmfestivals und russischer Künstler von Konzerten propagiert; in einem Aufruf aus der Ukraine heißt es, es dürften weltweit keine Bücher russischer Autoren oder russischer Verlage mehr verkauft werden, da diese eine „Infektion“ der Leser mit „russischer Propaganda“ hervorriefen. An der Durchsetzung der Sportboykotts ist auch Berlin beteiligt. Die britische Kulturministerin Nadine Dorries spricht offen von einer „dritten Front im Ukraine-Krieg“ – neben Waffenlieferungen und Wirtschaftssanktionen.
Weiterlesen bei German-Foreign-Policy unter: Link

5.3.2022: Botschaft beklagt Hass auf Russen in Deutschland
Die russische Botschaft in Berlin hat nach eigenen Angaben allein in den vergangenen drei Tagen Hunderte Beschwerden von Landsleuten in Deutschland erhalten, die sich über Drohungen und Hassbriefe beklagt hätten. Es gehe dabei unter anderem um Beschädigung von Autos mit russischen Kennzeichen, teilte die Botschaft am mit. Auch seien Beschimpfungen, Hassbriefe, körperliche Übergriffe und Mobbing unter Schülern gemeldet worden. "Wir halten jegliche Manifestationen von Diskriminierung und Verletzungen der Rechte unserer Bürger und der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland für inakzeptabel", hieß es. n-tv ntv, 22.55 unter: Link

[b]5.3.2022: ntv, 22.55: Russische Trucker erleben Übergriffe in Deutschland
Die Solidarität mit der Ukraine ist seit Kriegsbeginn groß. Doch es kommt auch zur Diskriminierung von Russen, selbst wenn die sich gegen den Krieg aussprechen. LKW-Fahrer, die auf ihrer Route seit Jahren Deutschland durchqueren, müssen plötzlich vorsichtig sein. Video, Link

4.3.2022: Sabrina Mayer, Leiterin am DeZIM-Institut (DEUTSCHES ZENTRUM FÜR INTEGRATIONS- UND MIGRATIONS­FORSCHUNG)
Die Professorin für Politische Soziologie an der Universität Bamberg: Anti-russische Ressentiments machen sich schon jetzt bemerkbar. Sie dürfen sich nicht verfestigen.“ Siehe Pressemitteilung, S.4 unter: Link

3.3.2022: Groß und fett auf Seite 1 des Kölner Stadtanzeigers, Printausgabe:
"Angst vor der Brutalität russischer Saboteure".

2.3.2022: Mitteilung der russischen Botschaft
Am 2. März 2022 erstellte die russische Botschaft in Berlin eine Feedback-Email-Adresse sos(at)russische-botschaft.de. Via dieser Email können Landsleute Informationen über Fälle von Mobbing, Belästigung, Drohungen, Angriffen oder physischer Gewalt senden. "In nur drei Tagen erhielten wir mehrere hundert Nachrichten. Darunter (die Namen der Opfer werden aus Sicherheitsgründen nicht genannt):
- Wuppertal: Natalia wurde von ihren Nachbarn als „putinsche Faschistin“ bezeichnet und empfohlen, sie solle sich endlich aus Deutschland scheren.
- München: Prof. Dr. Ostrud Steinlein, Direktorin des LMU Klinikums, verbreitete eine Stellungnahme, in der sie sich weigerte, russische Patienten zu behandeln.
- Es werden Hassbriefe an Russen gemeldet, die aufgefordert werden, „die Koffer zu packen und nach Moskau abzuhauen“. Die Deutschen schreiben, die Russen würden nie zu Deutschen werden, die Integration bei Russen würde nicht gehen und ihr Platz „sei Archipel Gulag“.
- Hamburg: Anna, Direktorin einer russischsprachigen Schule, wurde von einem aggressiven Passanten gestoßen und auf die Fahrbahn gestürzt.
- Evgenia teilt mit, dass eine Gruppe ukrainischer LKW-Fahrer auf Facebook aufruft, den in Deutschland lebenden Russen „einen Besuch abzustatten“, und in Chats ihre Hausadressen mit Standortdaten verbreitet.
- München: Maria, Musikerin, wurde von einer Einwohnerin während des Auftritts gefragt, ob sie keine Angst hätte, festgenommen zu werden, weil sie Russin sei.
- Irina, eine in Deutschland lebende vierfache Mutter, wird als Faschistin beschimpft, weil sie Russin ist.
- Inna und ihre Familienangehörigen werden von ihren deutschen Nachbarn als „dreckige Russen“ beschimpft.
- Viktoria teilt mit, dass ihre Tochter zum Weinen gebracht wurde, als man sich im Politik-Unterricht an einer deutschen Schule zu Russland, russischen Bürgern und zum Konflikt in der Ukraine russophob äußerte. Nach dem Unterricht begannen die Mitschüler das Mädchen in Messenger-Diensten zu mobben und forderten sie auf, Farbe zu bekennen.
- Elena teilt mit, dass ihr Sohn (9) von seinen Gleichaltrigen gemobbt wird, weil er Russisch spreche und deshalb ein Feind sei.
- Bad Nauheim: Swetlana teilt mit, dass ihr Sohn, Schüler, Lehrerfragen zum „Krieg in der Ukraine“ „richtig“ beantworten musste, um eine gute Note im Zeugnis zu bekommen.
- Es werden Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen beschädigt.
Wir halten jegliche Manifestationen von Diskriminierung und Verletzungen der Rechte unserer Bürger und der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland für inakzeptabel."

Die russische Opernsängerin Anna Netrebko (50) wird nicht mehr an der Bayerischen Staatsoper auftreten. Ihr Engagement werde annulliert, bestätigt Serge Dorny (60). Diesen Schritt erklärt der Leiter des Hauses mit einer nicht ausreichenden Distanzierung der Sängerin vom Angriffskrieg Russlands.

28.2.2022: Auf der Ukraine-Rosenmontags-Friedensdemo in Köln mit angeblich 250.000 Menschen,
tauchten (NOCH?) keine gegen "die Russen" gerichteten Parolen auf, Forderungen nach dem Ende des Krieges in der Ukraine und die Person Putin standen im Zentrum der Kritik auf den zahlreichen Transparenten.

Quelle: HOHI