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Foto: H.S.
30.07.2026 - von Hartmut Jeromin
Die Geschichte der Menschheit liegt ziemlich offen vor uns. Historiker, Archäologen, Biologen, Geologen, Soziologen haben viel zu Tage gefördert, nachlesbar gemacht und museal gespeichert. Mit diesem Wissen arbeiten auch Literaten…
Meine Hauptfrage:
Möchte ich zu einer der früheren Zeitläufe gelebt haben?
Was würde es konkret bedeutet haben?
Urgesellschaft? Sklaverei, Feudalismus …?
Immer auch ein Kampf ums Dasein. Nicht nur um Lebensraum und Nahrung. Immer auch ein Kampf gegen allgegenwärtige leibliche Bedrohungen. Schwertschwingen, Stechen und Hauen gehörten immer dazu. Viele „Historien“ zeigen die ungeheure Bedrohung der Menschen durch ihre eigene Art: Unvorstellbare Gemetzel, Grausamkeiten ohne Ende, Herrschsucht, Machtvollkommenheit, ewig ein Oben für wenige und ein Unten für viele.
Wäre die Erde besser gestellt gewesen ohne die Menschen ? (…`die Erde hat Krebs und dieser Krebs ist der Mensch`…) Es gibt natürlich nicht nur die Naturgeschichte und die Sozialgeschichte, es gibt auch eine Kulturgeschichte. Z.B. Musik ist im weiten Sinne Kultur. Also, wollte ich früher gelebt haben? Oder ist die Frage „zu weit hergeholt“?
Ich konnte kürzlich nach über 60 Jahren eine Frau wieder treffen, R.A., sie sagte (spontan) über ihr Leben: Genau so wie ich gelebt habe, würde ich wieder leben wollen, ich hatte immer Wohnung, Arbeit, Verdienst, eine Familie, alle Kinder sind etwas geworden, es sind Enkel da. Ich lebe auch im Heute gern … sie sah gut und zufrieden dabei aus … obwohl ich weiß, ihr Leben war nicht nur Freude.
Was aus den früheren Zeitläufen hatte ich erleben wollen? Als Junge habe ich gerne Indianer gespielt, so mit Pfeil und Bogen durch die Botanik laufen, mich bemalen, im Wigwam hausen. Es wollte eine Sehnsucht nach Natur gespielt werden… Viele Anregungen dafür holte ich mir aus Büchern. Diesen gespeicherten menschlichen Erfahrungen.
Aber je länger ich lebte, wuchs die Erkenntnis, auch heute ist das Leben nirgends nur Zuckerschlecken!
Und nun, wie wird es in der noch erlebbaren Zukunft und darüber hinaus sein? Kann ich mir das vorstellen, etwa so 200 oder gar 2.000 Jahre voraus? Gegessen wird natürlich immer, wenn es was zu essen gibt. Wohnen werden die Späteren auch, irgendwie. Sie werden sicher auch sozial sein.
Aber werden sie noch Menschen sein mit allen Freuden und Leiden? Werden sie noch Musik machen, Bilder malen, Filme drehen, Opern spielen? Wie werden sie ihren Nachwuchs lehren? Was wird ihnen wichtig sein und was nicht mehr? Werden sie sich den Platz und die Naturstoffe auf der Erde teilen? Und wie werden sie auf die Vorgänger zu sprechen sein, also auf uns? Werden Kinder noch auf natürliche Weise entstehen können oder jeweils als Clon? Wird die Geburt noch natürlich ablaufen dürfen oder gibt es dann künstliche Geburtswege? Wird uns die künstliche Intelligenz an die Kette gelegt haben oder wir sie? Werden die Supermärkte immer noch so viel verschiedene unnötige Nahrungsmittel bereitstellen? Wird die Ökonomie im „freien Wettbewerb“ agieren? Oder wird sie doch vernunftgesteuert agieren?
Und, letztlich: Wie wird man über unsere heutige Zeit denken und urteilen und wird man sie sich eventuell zurück wünschen? Wenn Denken und Wünschen dann wieder oder noch möglich sein werden?
Aber was nützt das alles, es nützt kein Maulspitzen, es muss gepfiffen sein, sagten schon die Alten und natürlich auch Hartmut Jeromin im Juli 2026.
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