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29.04.2026 - von alle möglichen
Für die rund 9.000 Beschäftigten der mittlerweile zum Deutsche-Bank-Konzern gehörenden Postbank ist auch die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach ergebnislosen Verhandlungen streiken Postbank-Beschäftigte am 30. April und 2. Mai. ver.di fordert 8 Prozent mehr Gehalt – und faire Perspektiven in der Transformation
Proteste bei der Postbank
Protest bei Postbank
Die Postbank-Beschäftigten haben schon oft gezeigt, dass sie für ihre Interessen einstehen
In der laufenden Tarifrunde für die rund 9.000 Beschäftigten der Postbank Filialvertrieb AG hat ver.di zu ersten Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen sind für Donnerstag, den 30. April 2026, sowie Samstag, den 2. Mai 2026, geplant. Bundesweit sind Beschäftigte der Postbank Filialvertrieb AG zur Teilnahme aufgerufen.
Kein Ergebnis in der ersten Verhandlungsrunde
Die erste Tarifverhandlungsrunde fand am 15. April 2026 in Düsseldorf statt – ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberseite lehnte die ver.di-Forderungen nach Entgeltsteigerungen von 8 Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat, sowie 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung ab. Das Gegenangebot des Arbeitgebers: lediglich 2 Prozent mehr Gehalt nach fünf Nullmonaten – zum September 2026 – und weitere 2 Prozent im September 2027.
Die Deutsche Bank hat gerade erst ein Rekordergebnis verkündet; da ist es jetzt völlig unverständlich, dass sie ein Gehaltsangebot macht, das nicht einmal ansatzweise die Inflation ausgleicht.
Warnstreiks als klares Signal
Mit den Arbeitsniederlegungen machen die Beschäftigten nun deutlich, dass sie bereit sind, für faire Einkommen und verlässliche Perspektiven einzutreten. „Die Beschäftigten erwarten ein deutliches Signal der Anerkennung. Stattdessen hat die Arbeitgeberseite bislang ein Angebot vorgelegt, das weder die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bank noch die hohe Belastung in den Betrieben widerspiegelt“, so ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck.
Der Unmut der Postbank-Beschäftigten sei groß, betont ver.di. Die Arbeitsbelastung im Alltag sei über Jahre sehr hoch. „Das bisherige Angebot ist ein Schlag ins Gesicht der Kolleginnen und Kollegen“, sagt Duschek.
Es geht auch um Perspektiven und Planungssicherheit
Neben der Entgeltentwicklung stehen in der Tarifrunde auch Fragen der Transformation der Privatkundenbank im Mittelpunkt. Die Integration der ehemaligen Postbank in die Deutsche Bank, Filialschließungen sowie organisatorische Veränderungen führen in vielen Bereichen zu Unsicherheit bei den Beschäftigten. ver.di fordert daher auch Regelungen, die den Beschäftigten Perspektiven und Planungssicherheit in diesem Veränderungsprozess geben.
Nächster Verhandlungstermin
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Mai 2026 in Frankfurt am Main angesetzt.
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