07.03.2026
7. März 2026:
Wichtige Fakten
Veranstaltungsort
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin
Zeit 07.03.2026, 13:00 - 22:00 Uhr
Sie können die Blumen abschneiden,
aber nicht den Frühling verhindern.
Rosa Luxemburg liebte den Frühling. Zu ihrem Geburtstag laden wir herzlich zu einem Tag politischer Debatte und Austausch ein – mit Kulturprogramm, Musik, Essen, Getränken und Angeboten für Kinder.
Es war ein turbulentes Jahr: der Wahlerfolg der Partei Die Linke bei den Bundestagswahlen sicherte auch den Fortbestand der Rosa-Luxemburg-Stiftung, das aktuelle Jahr wird nicht weniger herausfordernd. Angesichts des Rechtsrucks und antifeministischen Backlashs möchten wir über linke Antworten und Gegenstrategien ins Gespräch kommen.
Einen Tag vor dem 8. März, dem Internationalen Feministischen Kampftag, richten wir den Blick insbesondere auf feministische Fragen und Kämpfe, die immer auch Kämpfe gegen autoritäre und rechte Ideologien sind. Denn es gibt schließlich nur zwei Geschlechter: Faschisten und Antifaschist*innen!
Wir freuen uns auf einen Tag voller Gespräche und Begegnungen.
Programm
13 - 15 Uhr
15 - 18 Uhr
18 - 21 Uhr
Von 13 bis 19 Uhr bieten wir in Seminarraum 1 eine Kinderbetreuung an.
Auf der „Bewegungsbaustelle Berlin“ regen vielfältige Aufbauten und Materialien zum Bewegen und Probieren an. Die Bauanleitung entsteht im Kopf und ist ein ständig neu beginnender Prozess. Lernen mit Herz, Hand, Kopf und Fuß.
13 - 15 Uhr
13 Uhr | Saal:
„Rosa singt“:
Der Chor der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Wenn wir zusammen gehen, kommt mit uns ein bessrer Tag,
die Flinta*s, die sich wehren, wehren aller Menschen Plag.
Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Großen!
Her mit dem ganzen Leben: Brot und Rosen!
Lasst uns gemeinsam den Geburtstag von Rosa Luxemburg feiern! Mit Chorgesang voller Stärke und Hoffnung starten wir in einen Tag voller politischer Debatten.
13.30 - 14.30 Uhr | Saal:
„Das Geheimnis des Lebens ist das Leben selbst“
Eine musikalische Lesung mit Ulrike Hübschmann und Huijing Han
Rosa Luxemburg (1871-1919) ist in Deutschland eine der vielleicht unbekanntesten Bekannten. Es gibt kaum jemanden, der diesen Namen noch nicht gehört hat. Die weitaus meisten Menschen kennen nur die Politikerin Rosa Luxemburg. In unserem Programm zeigen wir eine andere Seite. An diesem Abend geht es um den Menschen, um die Frau Rosa Luxemburg.
Ihre „Briefe aus dem Gefängnis“ sind ein Zeugnis tiefer Menschlichkeit. Sie bezeugen ihr wahrhaft brennendes, unerschöpfliches Interesse an den Menschen und der Natur. Diese Texte haben eine hohe literarische Qualität und eine Sinnlichkeit und Poesie, die niemanden unberührt lassen kann.
Wir haben sie verwebt mit der unverwechselbaren Musik der Komponistin Dora Peja?evi? (1885-1923), einer österreich-ungarischen Gräfin, die in Deutschland gerade wiederentdeckt wird. Sie war eine Zeitgenossin von Rosa Luxemburg. Dora Peja?evi? stand ihrer eigenen Gesellschaftsschicht sehr kritisch gegenüber. Sie war an sozialen Fragen interessiert und hat deshalb Schriften von Rosa Luxemburg gelesen und sie geschätzt. Die beiden sind sich auch persönlich begegnet.
In unserem musikalisch-literarischen Programm treffen sich zwei sehr ungewöhnliche Frauen -eine leidenschaftliche Politikerin und eine leidenschaftliche Komponistin-, beide mit tragischem Ende.
15:00 Uhr | Saal:
Blech & Schwefel
Konzert
Man nehme: reichlich Bläser*innen, ordentlich viel Perkussion, dazu eine große Portion Funky Stuff, einen Teelöffel Jazz, etwas Klezmer, eine Prise Samba und einen guten Schuss von der besten Laune. Blech & Schwefel ist eine Streetband aus Kassel, die sich selbst organisiert, verwaltet und eigenständig gemeinsam probt.
Seit 1989 unterstützt die Band Gruppen und Projekte, die sich für ein menschliches und respektvolles Miteinander und gegen Ausgrenzung und Zerstörung engagieren. Sie spielten bei vielen kulturellen, politischen und sozial-kritischen Aktionen, Demos und Veranstaltungen in und um Kassel.
14 - 15 Uhr | Bibliothek und Livestream:
„No Sweet Home“
Wie der Mietenwahnsinn unser Zuhause und unseren Zusammenhalt zerstört
Lesung und Gespräch mit Lara Schulschenk
Moderiert von Stefan Thimmel
Die Mieten steigen nicht, sie werden erhöht! Der Wohnungsmarkt ist eine Katastrophe – doch wie konnte es so weit kommen? Lara Schulschenk zeigt: Die Wohnkrise ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Untätigkeit und eines Systems, das Profite über Menschen stellt.
In ihrer Lesung zerlegt die Journalistin die Wohnkrise so unterhaltsam, präzise und frech, dass man fast vergisst, wie ernst das Thema eigentlich ist. Sie liest aus ihrem Buch, erzählt Storys direkt aus dem Mieten-Mikrokosmos und bringt ein Mieten-Quiz mit.
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15 - 18 Uhr
15 - 16 Uhr | Seminarraum 2:
„Als Ela das All eroberte“
Kinderbuch-Lesung mit Raúl Krauthausen und Adina Hermann
Elas größter Wunsch ist es, Astronautin zu werden und zu den Sternen zu reisen. Doch nicht alle in ihrem Umfeld sind davon überzeugt, dass sie das auch wirklich schaffen kann. Schließlich sind gerade mal 11 % aller der bisher ins All geflogenen Menschen Frauen und Ela lebt noch dazu mit Rollstuhl. Aber bedeutet das wirklich, dass Ela ihren Traum aufgeben muss?
Mit „Als Ela das All eroberte“ erscheint das erste Vorlesebuch von Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen und Multitalent Adina Hermann bei Carlsen, welches Kinder ermutigt, an die eigenen Träume zu glauben. Denn auch wenn diese vermeintlich unerreichbar scheinen, bedeutet das nicht, dass sie nicht eines Tages wahr werden können – auf die eine oder andere Weise. „Als Ela das All eroberte“ ist ein inspirierendes Plädoyer dafür, der eigenen Begeisterung zu folgen und herauszufinden, wohin sie einen führt.
15:30 - 16:30 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Es gibt nur zwei Geschlechter: Faschisten und Antifaschist*innen
Diskussion mit ?eyda Kurt und Andrea Dipp
Moderiert von Barbara Fried
Hinter diesem Slogan versammelten sich Anfang 2025 massive queer-feministische Mobilisierungen gegen die Faschisierung in Argentinien unter der Regierung von Javier Milei. Weltweit ist die Hetze gegen Feministinnen und gegen die Errungenschaften queer-feministischer Kämpfe ein Kernelement rechts-autoritärer Bewegungen und Parteien. Die Projekte eines autoritären Staatsumbaus setzen dabei auf eine Dämonisierung von transPersonen und auf die Kriminalisierung von Ausgegrenzten, Armen, Geflüchteten, Queers und BPOC als „innere Feinde“.
Aber weltweit formiert sich auch Widerstand: Wie können wir den Kulturkampf offensiv von links führen? Wie können abolutionistische Perspektiven teil antifaschistischer Strategien sein? Und was können wir von Kämpfen aus anderen Teilen der Welt lernen?
16 - 16:45 Uhr | Saal:
Christiane Rösinger
Konzert
Die Musikerin und Autorin Christiane Rösinger kam 1985 nach Berlin und gründete hier die Bands Lassie Singers und Britta. Die Themen ihrer Bücher und Lieder sind Paar- und Kapitalismuskritik, prekäres Leben vs. Boheme-Entwürfe sowie praktischer Feminismus. Neben dem Musikmachen und jahrelanger journalistischer Tätigkeit war es Rösinger immer auch wichtig, vor Ort Strukturen für musikalische Nachwuchsförderung zu schaffen und dem männerdominierten Musikbetrieb etwas entgegenzusetzen. Ihre musikalischen Bühnenproduktionen am Hau /Hebbel werden als “Volkstheater im besten Sinne” vom Publikum und den Medien gefeiert. Zum 8. März singt sie, begleitet von Claudia Fierke an der Gitarre, die größten feministischen Hits von den „Lassie Singers“, „Britta“ und ihren Soloalben.
17 - 17:45 Uhr | Saal:
Jean-Philippe Kindler
Stand-Up
„Mensch ärgere dich“ hieß das erste Soloprogramm, der Aufruf ist das Credo des polyvalenten Text-Arbeiters Jean-Philippe Kindler. Er wurde als Gewinner von Poetry Slams bekannt, ist Podcaster, Social-Media-Berater und Buchautor, zuletzt mit „Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf“ und bald mit seinem Debütroman. Mit Tempo, Wut auf den Alltag der Klassengesellschaft und viel Humor nimmt er sich Machtverhältnisse, Medien und den ganz normalen Irrsinn des Systems vor.
17 - 18 Uhr | Bibliothek und Livestream:
„Tax the rich“ statt Abrissbirne für den Sozialstaat
Mit Elif Eralp, MdA Die Linke und Ulrich Schneider, Soziallobbyist
Moderiert von Eva Völpel
Arbeitsrechte schleifen und mit der Abrissbirne gegen den Sozialstaat, so will die Union unter Bundeskanzler Merz den Standort Deutschland wettbewerbsfähig machen. Während auf Bundesebene nach dem Motto „flood the zone with shit“ die Bürger*innen fast jede Woche mit neuen Vorschlägen noch rhetorisch darauf eingestimmt werden, wie und wo sie künftig sparen und mehr leisten sollen, ist diese Kürzungspolitik in vielen Bundesländern und Kommunen bereits bittere Realität. Gelder für Bildung, Soziales, Teilhabe, Kultur und den klimagerechten Umbau von Städten und Landkreisen fallen dem Rotstift zum Opfer. Auch in Berlin setzt der schwarz-rote Senat eine Haushaltspolitik durch, die die soziale Spaltung in der Stadt verschärft und drängende Probleme wie den Mietennotstand nicht angeht. Zugleich wachsen die Vermögen der superreichen Multimillionär*innen und Milliardär*innen ungebremst immer weiter.
Mit Elif Eralp und Ulrich Schneider sprechen wir über die aktuellen marktradikalen Angriffe und Alternativen im Bund und in Berlin, etwa über gezielten Druck für die Reaktivierung einer Vermögensteuer, die laut einer neuen Studie im Auftrag u. a. der Rosa-Luxemburg-Stiftung allein für die Hauptstadt jährlich bis zu 5,6 Milliarden Euro an Mehreinnahmen einbringen könnte.
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18 - 21 Uhr
18 - 19 Uhr | Saal:
Bei den Linken
Theaterstück von und mit Riadh Ben Ammar
Über Empowerment und Missverständnisse - ein humorvoller Blick auf eine gemeinsame Bewegung: In seinem neuen Theaterstück „Bei den Linken“ blickt Riadh Ben Ammar zurück auf 20 Jahre politischen Aktivismus in Deutschland. Das Stück beschäftigt sich mit Begegnungen von Migrant*innen und linker Szene. Die Bewohner*innen eines Flüchtlingslagers fragen sich: Wer sind die und warum unterstützen die uns? Und was macht dieser Austausch mit uns?
„Bei den Linken“ ist Teil des Projekts Theater für Bewegungsfreiheit, in dessen Rahmen Riadh bereits seit 2012 mit unterschiedlichen Stücken durch Europa tourt. Er lebt zwischen Tunesien und Deutschland, und ist Mitgründer des transnationalen Netzwerks Afrique-Europe-Interact. Er kritisiert die geschlossene EU-Außengrenze und kämpft für das Recht auf Bewegungsfreiheit.
18:30 - 19:30 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Politischer Gender Gap
Diskussion mit Emilia Roig, Ole Liebl und Caspar Weimann
Moderiert von Amina Aziz
Zwischen den Geschlechtern wächst eine Kluft: Während junge Frauen tendenziell linker werden, driften junge Männer nach rechts – und das weltweit. Auch in Deutschland zeigte sich dieser Trend bei der letzten Bundestagswahl in alarmierender Deutlichkeit: Unter den 18- bis 24-jährigen Männern wurde die AfD stärkste Kraft, unter den gleichaltrigen Frauen war es Die Linke.
Wie konnte sich der „Politische Gender Gap“ in den letzten 10-15 Jahren derart zuspitzen? Welche Rolle spielen antifeministische Narrative, die Männer als „Opfer“ gesellschaftlicher Veränderungen inszenieren und zugleich aggressive Feindbilder gegen Frauen, queere und migrantische Communities produzieren – wie sie etwa in der Manosphere und von maskulinistischen Influencern verbreitet werden? Inwiefern lässt sich Antifeminismus als Einfallstor für rechtes, autoritäres Gedankengut deuten? Und was braucht es, um junge Männer zu erreichen – und sie für linke, progressive und feministische Ideen zu begeistern?
18:30 – 19:30 Uhr | Seminarraum 2:
Rosa denken – heute
Relaunch der Website zu Rosa Luxemburg – jetzt in 11 Sprachen
Zum 155. Geburtstag präsentieren wir die überarbeitete, mehrsprachige Website Link: ein digitaler Ort für Leben, Denken und Aktualität Rosa Luxemburgs. Neben Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Spanisch und Polnisch stehen die Inhalte nun auch auf Arabisch, Chinesisch, Hebräisch, Russisch und Türkisch bereit.
Was bietet die Website?
Neue politische Schwerpunkte: Wie sah Rosa Luxemburg Kriege? War sie eine Leninistin?
Politische Positionen zu Kapitalismus, Freiheit und Gesellschaft
Biografie im Kontext: Prägende Stationen ihres Lebens
Schriften, Videos, Podcasts und Bildungsmaterialien
Ein Quiz zu Werk und Wirken
Rosa Luxemburg für die Gegenwart – offen, zugänglich und international. Eine Einladung zum Stöbern, Weiterdenken und Diskutieren.
20 - 21 Uhr | Saal:
Über Klasse schreiben
Diskussion mit Miriam Davoudvandi und Mesut Bayraktar
Moderiert von Lena Krebs
Autobiografische Erzählungen über das Aufwachsen in einer Klassengesellschaft erleben derzeit große Aufmerksamkeit. Sie brechen mit dem Mythos des autonomen Ichs, indem sie ein Selbst entwerfen, das erst in Beziehung zur Gesellschaft entsteht. Welche Herausforderungen sind mit dem autobiografischen Schreiben über Klasse und Armut verbunden? Wie gehen Autor*innen damit um, wenn ihr Leben zur Projektionsfläche wird? Und was lässt sich politisch gewinnen, wenn Erfahrungen sozialer Verletzbarkeit lesbar werden?
20 - 21 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Imperiale Unordnung
Geopolitische Brüche, Völkerrecht und Aufgaben der internationalen Linken
Diskussion mit Alexandra Sitenko, Merle Groneweg und Belén Díaz
Moderiert von Pauline Jäckels
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen verweisen auf eine tiefgreifende Neuordnung des internationalen Systems. Der US-Angriff auf Venezuela steht exemplarisch für eine veränderte imperiale Praxis: Gewalt wird zunehmend offen eingesetzt, ohne menschenrechtliche Legitimation. Bestehende Machtverhältnisse treten damit unverhüllt zutage. Das Panel nimmt diesen Angriff zum Anlass, grundlegende Fragen zur Transformation der Weltordnung zu diskutieren: Welche Bedeutung haben Völkerrecht und multilaterale Institutionen unter Bedingungen offener Machtpolitik noch? Entsteht eine neue multipolare Ordnung – oder verschärfen sich lediglich bestehende imperiale Strukturen? Welche Spielräume bleiben Staaten des Globalen Südens?
Im Mittelpunkt stehen zudem linke Perspektiven: Welche Aufgaben, Strategien und Formen transnationaler Solidarität sind in Zeiten imperialer Konkurrenz und kriegerischer Eskalation möglich? Die Veranstaltung soll Orientierung in einer Phase globaler Umbrüche geben.
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