
Foro: H.J.
13.02.2026 - von Hartmut Jeromin
Hartmut Jeromin schreibt einen Brief an die Hausverwaltung der advita Pflegedienst GmbH. Dieser "seit 1994 bundesweit tätige Pflegedienst, zählt mit mehr als 50 Niederlassungen und rund 3.000 Mitarbeitenden zu den größten Pflegediensten Deutschlands und ist seit 2021 Teil der DomusVi-Gruppe. advita pflegt und betreut in Wohngemeinschaften, im Betreuten Wohnen, in Tagespflegeeinrichtungen und zu Hause und versorgt intensivpflegebedürftige Patienten. Die advita Häuser vereinen diese Leistungen unter einem Dach."
"Sehr liebe Personen der Hausverwaltung,
nun also dieses unsägliche Schreiben zu möglichen Kostensteigerungen (Entgelte- Plural !) nebst „Zustimmungserklärung“. Es sollen Pflegepersonen zustimmen einem komplizierten Regelwerk (Pflegesatzvereinbarung) zwischen einem Landesverband und der Advita, zustimmen ohne mögliche Folgen für die zu Pflegenden zu kennen.
Ganz allgemein kennt man Ursachen für Kostensteigerungen. Hier werden aber z.B. Energiekosten aufgeführt … nach meiner Kenntnis werden Stromkosten aber mit den Bewohnern persönlich abgerechnet und neben der regelmäßigen Miete (Staffelmiete) werden auch Vorauszahlungen für Wasser und Abwasser regelmäßig fällig und dann sicher auch irgendwann abgerechnet.
Bleibt noch die Betriebskostenpauschale aus dem Mietvertrag - zunächst mit 103,80 veranschlagt. Dann ab 1.9.2025 119,45 € - also um 15.08% (Erhöhung als Testballon).
Meinem Einspruch dagegen steht keine Antwort gegenüber, auch nicht als ich versuchte, mit Rückbuchungen eine Antwort zu stimulieren.
Der obligate Betreuungsvertrag (9 Punkte) kann auch nicht gemeint sein (bei mir Basis). Hier fallen eigentlich nur Personalkosten an und die kosten mich monatlich 195,00 €.
Und so kommt eine Monatsmiete von insgesamt 1.185,-€ zusammen für „Seniorenwohnen“ auf 41 qm / davon 36 qm heizbar !
Im Detail:
695,- € Miete;
120,- € Betriebskostenpauschale;
75,- € Vorauszahlung auf Betriebskosten;
195,- € Betreuungspauschale);
48,- € Fusspflege / grünes Rezept;
40,- € Zuzahlung Apotheke vierteljährlich
Ihr heutiges Schreiben (04.02.26) dürfte sich also auf den Vertrag (14 Unterpunkte) über ambulante pflegerische Leistungen beziehen. Und wer die nutzt, sollte eventuell ihr Schreiben auch verstehen und befolgen können - ohne Rechtsbeistand.
Ich jedenfalls kann nicht erkennen, welche Kostenteile/ bei welchen Vertragsbestandteilen sich hier im Hause für die Bewohner erhöhen, wenn sie dieser Erhöhung per Unterschrift zustimmen. Und das sollte doch mindestens möglich sein in so einem bedeutsamen Vorgang mit Unterschrift!
Da ich bisher keine Leistungen nach diesem Vertrag beanspruche, kann ich eigentlich auch die gewünschte Zustimmung nicht geben. Natürlich unterstütze ich jederzeit Vergütungserhöhungen für das Personal und durchaus auch eine bessere Vergütung der Sachaufwendungen … und natürlich auch ein besseres Pflegegesetz. Und natürlich kann ich ja auch jederzeit pflegebedürftig werden und dann haben solche Berechnungen u.s.w. ja auch für mich Bedeutung. Also: Vorwärts zu neuen Ufern.
In ihrem Schreiben fehlen mir aber völlig die kostensenkenden Maßnahmen der Advita i.w.S., z.B. beim Verwaltungsaufwand. Also bei den nichtpflegenden Mitarbeitern in den Büros.
Mir ist bekannt, dass in den Niederlanden dieses Problem anders und besser gelöst wurde. Die Pflegekräfte verwalten ihre Tätigkeiten selbst, es braucht da keinen teuren übergeordneten Apparat …
Über Gewinne durch Pflegeleistungen will ich hier nicht debattieren. Auch nicht über Gewinne durch Investment in Pflegeeinrichtungen.
Aber:
Ich zahle aus meiner Rente einen beträchtlichen Teil als Einkommenssteuer zur Zeit 1.467 € jährlich sowie jährlich 1.329,29 € aus meiner Rente in die Pflegekasse und nochmals 3.225,24 € in die Krankenversicherung. Außerdem auch jede Menge Mehrwertsteuer beim Einkaufen. Ich finanziere also solidarisch meine Krankheiten, meine Pflege, meinen Lebensunterhalt u.s.w. selbst (noch).
Diese „Eigenleistungen“ müssen bei Verhandlungen über die Pflegesätze als Vorleistungen der Beitragszahler mit ins Feld geführt werden, dann wird eventuell „ein Schuh draus“ und die gefühlte Altersdiskriminierung wird schwächer.
Soweit meine Gedanken zu dem aufgezeigten Problem.
Ich vermisse auch immer noch eine Antwort auf meine Darlegungen zu der lebensgefährlichen Rutschgefahr auf dem Balkon … das war eine sachliche Darlegung mit Vorschlag zur Abhilfe, leider keine Antwort und kein Ergebnis.
Was ist los im Hause Advita - fragt Hartmut Jeromin, am 05.02.26"
"Der Ratgeber „Schuldenfrei im Alter", den die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen gemeinsam mit der Diakonie Deutschland nun in fünfter, vollständig aktualisierter Auflage herausgegeben hat, will dazu beitragen, dass Überschuldung vermieden und frühzeitig professionelle Unterstützung wie eine Schuldnerberatung in Anspruch genommen
werden." Die steigenden Preise im Seniorenwohnen, im Betreuten Wohnen, in Seniorenwohngemeinschaften oder in den Pflegeheimen kommen darin allerdings nicht vor.
Link
2024: In eine andere Welt von Hartmut Jeromin unter: Link
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