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EU: Sondertreffen wegen Trumps Zolldrohung

Foto: H.S:

Europäische Union - 20.01.2026 - von Hanne Schweitzer

Am Donnerstag, 22.1.2026, wollen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel über eine Antwort auf Trumps Drohungen mit Strafzöllen beraten. Trump hatte am Wochenende seinen Willen bekräftigt, Grönland zu übernehmen und neue Zölle für acht europäische Länder angekündigt, die sich weigern, seine Forderung zu unterstützen.
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Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, Deutschland, das waren die Länder, die an der zweitägigen Grönland-Erkundung teilgenommen hatten, um Trump zu zeigen, dass sie sich um die Abwehr von Gefahren in der Arktis kümmern.

Die EU hat 27 Mitgliedsländer.

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern.

Sieben davon sind bereits bei Trump in Ungnade gefallen. Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Niederlande, Frankreich, Deutschland. Bleiben 20.

Davon gelten einige als Trumpfreunde: Ungarn, Österreich, Polen, Slowakei, Italien.

Bleiben 15.

Wir werden sehen, wer überhaupt nach Brüssel kommen wird. Schließlich ist Weltwirtschaftsforum in Davos. Oxfam eindringlich vor politischer Einflussnahme der Ultrareichen, aber die EU-Kommission soll bereits eine Einladung zum Milliardärs-Club unter Trumps Führung erhalten haben.


Kommentar zum Sondergipfel aus der Zeitung Volksstimme aus Magdeburg
Das gemeinsame Vorgehen der Europäer gegen die Grönland-Pläne des US-Präsidenten soll ein
Sondergipfel der EU sichern“, notiert die VOLKSSTIMME aus Magdeburg:

„Das Bild der Geschlossenheit stört aber schon, dass sich kurz vor dem Gipfel EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen einem Misstrauensvotum stellen muss. Es ist bereits der vierte Anlauf aus dem EU-Parlament innerhalb eines halben Jahres für eine Absetzung der Kommissionschefin. Das trägt zur Verunsicherung in der Brüsseler Führung genauso bei wie die Dauerkritik an der EU-Außenbeauftragten Kallas. Diese stellt bei jeder Gelegenheit ihre Ukraine-Obsession heraus, ist bei anderen außenpolitischen Themen aber schwach bis unbeleckt und folglich nicht in der Lage, ihr Aufgabenspektrum vernünftig abzudecken. Besonders die Südländer in der EU fühlen sich von der allein auf die Abwehr Russlands fixierten Estin nicht vertreten“, beobachtet die VOLKSSTIMME.

20.1.2026: Der kanadische Premier in Davos zu Grönland
In Davos bekräftigt der kanadische Premierminister, dass sein Land Grönland und Dänemark „nachdrücklich” unterstützt. „Die mittleren Mächte müssen gemeinsam handeln, denn wenn wir nicht mit am Verhandlungstisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte”, betonte Mark Carney.


20.1.2026: „Die Souveränität der EU erhalten“
Die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump führen in Deutschland und der EU zu harten Auseinandersetzungen über eine angemessene Reaktion. Während starke Fraktionen der deutschen Wirtschaft auf entschlossene Gegenmaßnahmen dringen – etwa auf den Einsatz der „Handels-Bazooka“ der EU –, plädiert der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, für eine „besonnene Antwort“. Ein einflussreicher deutscher Kommentator legt sogar nahe, man solle einen Verzicht auf Grönland nicht ausschließen. Das Europaparlament wiederum hat bereits eine erste Gegenmaßnahme beschlossen und will den Zolldeal mit den USA auf unbestimmte Zeit nicht ratifizieren. Damit werden die Zölle auf US-Exporte in die EU nicht, wie geplant, auf Null gesenkt. Während Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die „Handels-Bazooka“ einsetzen will, spricht sich Italiens Trump-nahe Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dagegen aus. Experten warnen, mit einem Verzicht auf eine scharfe Reaktion lade man Trump zum nächsten Erpressungsschritt ein. In den USA wird schon – vorgeblich scherzhaft – spekuliert, man könne den souveränen Staat Island zum 52. US-Bundesstaat machen. ...
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Quelle: Deutschlandfunk, Pressespiegel DLF