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42% aller Rentner sind einkommensarm: Inflationsausgleich fällig!

Foto: H.S:

22.01.2024 - von Hanne Schweitzer

Die gut verdienende Bundesvorsitzende der Grünen, Rucarda Lang, wurde unlängst in einer Fernsehsendung von Markus Lanz gefragt, wie hoch die Durchschnittsrente hierzulande sei. Nach 45 Arbeits- und Beitragsjahren. Als Frau Lang antwortete, dass sie das nicht wisse, bat Lanz sie, die Rentenhöhe zu schätzen. "Ich würde davon ausgehen, dass wir ungefähr bei 2.000 Euro liegen", sagte Frau Lang, und man muss davon ausgehen, dass es viele ihrer gutverdienenden KollegInnen nicht besser gewusst hätten. Ob sie allerdings auch von "wir" gesprochen hätten?

2.000 Euro im Monat! Davon kann knapp die Hälfte der Rentenbezieher nur träumen. Vor allem die Rentnerinnen. Mehr als fünf Millionen Frauen haben weniger als 1.250 Euro Rente im Monat zur Verfügung. 1.250 Euro. Im Jahr 2022 wurde ab diesem Betrag die Einkommensarmut einer alleinstehenden Person festgemacht. Zu den fünf Millionen alten und einkommensarmen Frauen (können Sie das merken, Frau Lang?), kommen noch zwei Millionen Männer einkommensarme Männer. Unter 1.250 im Monat. Macht 42 Prozent oder mehr als sieben Millionen Rentnerinnen und Rentner. Und von denen hat jeder vierte weniger als 1000 Euro netto im Monat zur Verfügung.
Die von Herrn Lanz nachgefragte Durchschnittsrente betrug im Jahr 2022 bei Männern 1.728 Euro und bei Frauen 1.316 Euro im Monat.

Die Zahlen hat das Statistische Bundesamt auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Bartsch herausgegeben. Sonst fragt wohl niemand!

Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen fordert zwecks Aufbesserung der Renten:

- eine Vermögensabgabe von Superreichen

- eine Erhöhung der Erbschaftssteuern für große Vermögen

- sofortige Einführung der jahrelang verzögerten Transaktionssteuer, zur Regulierung von
Finanzspekulationen und gerechteren Finanzierung der öffentlichen Haushalte

Hinzuzufügen ist die Forderung: Inflationsausgleichszahlung!!!




KEINE INFLATIONSPRÄMIE FÜR RENTNER: SCHOLZ ERKLÄRT, WARUM RENTNER LEER AUSGEHEN

Aufgrund verhältnismäßig geringer finanzieller Mittel kann sich der Staat diese Zahlungen aktuell nicht leisten. Es ist nur Geld für die wichtigen Dinge vorhanden.
Je 3000 Euro Inflationsausgleich erhalten:

- der Kanzler, die Minister, die Staatssekretäre.

- Beamtinnen und Beamte des Bundes nach Monaten gestaffelt.

- Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger und deren Hinterbliebene und Unterhaltsbeitragsempfänger erhalten die Sonderzahlung in Abhängigkeit von dem jeweils maßgeblichen Ruhegehalts- und Anteilssatz.

- Angestellte und Versorgungsempfänger von Bund und Kommunen – auch Bundeswehrsoldaten profitieren von der steuer- und abgabenfreien Bonuszahlung.

Auch die Beamten und Versorgungsempfänger in den Ländern profitieren vom Inflationsausgleich. z.B.:

- Nord-Rhein-Westfalen:
auch Beamten, Richtern, Unterhaltsbeihilfeempfängern und Versorgungsempfängern werden Sonderzahlungen im Vorgriff auf die gesetzliche Regelung gewährt:

- Beamte und Richter: Einmalige Sonderzahlung für das Jahr 2023 in Höhe 1.800 € und für die Monate Januar bis Oktober 2024 weitere Sonderzahlungen in Höhe von 120 € monatlich

- Versorgungsempfänger: Gewährung der jeweiligen Beträge in Abhängigkeit des jeweils maßgeblichen Ruhegehalts- und Anteilssatzes

- Anwärter und Unterhaltsbeihilfeempfänger: Einmalige Sonderzahlung für das Jahr 2023 in Höhe von 1.000 € und weiteren Sonderzahlungen für die Monate Januar bis Oktober 2024 in Höhe von 50 € monatlich

- Bei Teilzeitbeschäftigung und begrenzter Dienstfähigkeit werden die Sonderzahlungen nur anteilig gewährt.

- Baden-Württemberg:

- "Ende März 2024 erhalten Beamtinnen und Beamte zusätzlich zu ihrem Gehalt einmalig und steuerfrei einen Inflationsausgleich in Höhe von 1.800 Euro, zuzüglich vier Mal 120 Euro für die Monate Januar bis April 2024, danach von Mai bis Oktober jeweils 120 Euro. - Teilzeitbeschäftigte bekommen den Inflationsausgleich anteilig.

- Der Inflationsausgleich wird auch auf den Versorgungsbereich übertragen. Im Klartext heißt das: Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger erhalten den Inflationsausgleich prozentual entsprechend ihres Ruhegehaltssatzes. Damit folgt das Land der Regelung des Bundes bei der Übertragung des TVöD-Ergebnisses auf den Bundesversorgungsbereich."

Quelle: AKN, Junge Welt ,B.C.