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Göttingen 10.-12.6.22: Bundesweite NoLager-AntiRa-Konferenz

10.06.2022

Aufruf zur „No Lager – Break Isolation“ Konferenz:
„Nach zwei Jahren Pandemie ist es an der Zeit, dass wir uns wiedersehen. Wir wollen uns stärken, neue Aktive gewinnen, neue Gruppen entstehen lassen und unsere Vernetzung auf- und ausbauen. Die Konferenz ist eine Chance auf antirassistische Veränderung. Sie lebt von eurer Beteiligung! Intervenieren können wir nur vernetzt und gemeinsam.

Bei der Konferenz geht es uns um Austausch, aber auch um konkrete Planung, wie wir nach der Konferenz zusammenarbeiten können. Dafür haben wir vier Schwerpunktthemen gewählt: No Lager-Kämpfe, Anti- Abschiebungskämpfe, Selbstorganisation und Kämpfe verbinden/Vernetzung mit dem langen Arm an den europäischen Außengrenzen.

No Lager ist nicht nur die Kritik an einer Unterbringungsform, sondern steht sinnbildlich für den Protest gegen Lagerstrukturen – gegen eine Politik, die geprägt ist von Abschottung und Abschreckung. Über das Lager wollen wir die gesamte rassistische Migrationspolitik angreifen.

2018 mussten wir erleben, wie über 500 Polizist*innen in der Erstaufnahmeeinrichtung Ellwangen ohne rechtliche Grundlage willkürlich in die Zimmer von Geflüchteten eindrangen. Nur ein Beispiel, das zeigt, dass Lager keine Orte sind, an denen Schutzsuchende ankommen können. Ob Hotspots in Griechenland oder hiesige Ankunftszentren: Lager folgen immer derselben Abschottungslogik. Geflüchtete Menschen zu isolieren, erleichtert deren Abschiebung. Fehlende Rechtsberatung führt zu negativen Asylbescheiden. Die ständige Angst vor Abschiebung, endloses Warten, keine Privatsphäre und willkürliche Security-Gewalt verschärfen Traumata und Mutlosigkeit.

Der Umgang mit geflüchteten Ukrainer*innen zeigt, dass eine andere Aufnahmepolitik - auch rechtlich - möglich ist, wenn es in die politische Agenda passt. Die momentane EU-Aufnahmepraxis bedeutet jedoch keine Umkehr der bisherigen repressiven Migrationspolitik. Im Gegenteil, denn an den Grenzen passiert das, was auch die Lagerlogik ausmacht: eine strikte Selektion von vermeintlich „guten“ und „schlechten“ Geflüchteten. Diesen Rassismus wollen und müssen wir stoppen: Solidarität und gleiche Rechte für alle!
Besonders in der Migrationspolitik hat sich in den letzten 40 Jahren rechte und reaktionäre Politik durchgesetzt. Wir müssen feststellen, dass die Ausgrenzung bis in die Kommunen verantwortungslos mitgetragen wird. Bei der Konferenz treffen sich Menschen, die sich dieser rassistischen Politik entgegenstellen. Wir wollen koordiniert intervenieren und ein gemeinsames politisches Konzept verfolgen. Dafür wollen wir Strategien entwickeln und eine Gegenposition aufbauen. Wir wollen die Lager von außen wie von innen in all ihrer ausgrenzenden Funktionalität angreifen. Lasst uns Selbstorganisation stärken! Versammeln wir uns! No Lager - Let`s break isolation!“

10. bis 12. Juni in Göttingen: Link


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