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Ist einzig Krieg die Lösung ?

Foto: H.S.

26.02.2024 - von Hartmut Jeromin

Ai Weiwei sagt: „…überall- kann man nicht mehr über die Wahrheit sprechen … überall Zensur … wie in der Kulturrevolution … “ Und er ist damit nicht alleine! Über sehr viele Themen wird nicht mehr gesprochen oder nur heimlich, hinter vorgehaltener Hand. Das kennen wir, so war es schon immer, egal bei welchem Kaiser. Auch Heinrich Heine spottete über die Zensur in Preussen im traurigen Monat November. Aktueller: Salman Rushdi, in seiner Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2023. "Wir leben in einer Zeit, von der ich nicht geglaubt habe, sie erleben zu müssen, eine Zeit, in der die Freiheit – insbesondere die Meinungsfreiheit, ohne die es die Welt der Bücher nicht gäbe – auf allen Seiten von reaktionären, autoritären, populistischen, demagogischen, halbgebildeten, narzisstischen und achtlosen Stimmen angegriffen wird, eine Zeit, in der sich Bildungseinrichtungen und Bibliotheken Zensur und Feindseligkeit ausgesetzt sehen; in der extremistische Religionen und bigotte Ideologien beginnen, in Lebensbereiche vorzudringen, in denen sie nichts zu suchen haben."

Müssen wir die Themen zunächst wichten? Ein mathematischer Vorgang um zu dem Thema zu kommen. Und das bei jeder Versammlung: Das jeweils `Wichtigste´ zuerst! Also Beschluss: Was ist wichtig, wichtiger, am wichtigsten? Natürlich, die Frage von Krieg und Frieden! Kommt also zuerst und immer wieder auf die Tagesordnung.

Deutschland hat seine letzte Lektion nicht gelernt! Es stolperte in den Afghanistan- Einsatz und bekam die Rechnung dafür. Und ist schon wieder in neue "Abenteuer" verstrickt! Etwa so: "Das Büblein steht am Weiher und spricht zu sich ganz leis`: Ich will es einmal wagen", … das kennt wohl jeder!

Und so bin ich beim Thema: Mir will es nicht in den Kopf, daß nur Krieg die Lösung aller Probleme sein soll! Sehe ich zur Ukraine. Soll das, was sich da ansammelte, wirklich nur durch nackte Gewalt lösbar gewesen sein? Oder Palästina/Israel? Wegen scheinbar unversöhnlichen Ideologien? Ob es da andere Lösungen gegeben hätte? Überall wird wieder die Militärmaschinerie angelassen. Die Politik setzt auf Krieg. Auf Biegen und Brechen, auf Leben oder Tod. Das macht mir Angst. Schon wieder und immer noch. Dazu wird gleichgeschaltet ohne Ende. Auf allen Ebenen und auf allen Kanälen ... Zu viele wurden und werden schon wieder mundtot gemacht. –

„Das Eis, das muß doch tragen. Wer weiß!“ (Friedrich Wilhelm Güll, 1812–1879) Aber: "Das Eis auf einmal knacket …! Wär nicht ein Mann gekommen- der sich ein Herz genommen, o weh!"

Ist eigentlich egal, wer da kommt; nur eben kommen muss der! Der kann Rushdi oder Staimle oder auch Ai Weiwei heissen. Letzterer sagt es so: Westliche Künstler sind durch den Kapitalismus korrumpiert. Die Gesellschaft wird eingeschüchtert, so dass sie Fragen und Debatten aus dem Weg geht! Reaktionäre, autoritäre, demagogische Stimmen werden gegen die Freiheit/Meinungsfreiheit in Stellung gebracht. Auch Religionen und Ideologien bedienen sich solcher Werkzeuge. Lügen und Wahrheit sind immer schwerer zu unterscheiden! (S. Rushdi).

Besonders in den Fragen von Krieg und Frieden wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Das liegt in der Natur der Sache. Wie mmer müssen "unsere Werte“ dafür herhalten. Wenn wir, wie Eingangs vorgeschlagen, die „Werte“ wichten, steht für mich auf dieser Werteliste immer Frieden an erster Stelle, aus guten, sehr guten, den besten Gründen! Das haben mich die mehr als 80 Jahre, die ich auf der Erde nun schon lebe, gelehrt!

Irgendwo steht ein Denkmal mit dem Fuchs und dem Igel, aus Granit. Dazu dichtete Wilhelm Busch (1832-1908):
"Ganz unverhofft an einem Hügel
sind sich begegnet Fuchs und Igel.
„Halt!" rief der Fuchs, „Du Bösewicht,
kennst du des Königs Order nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, dass jeder sündigt,
der immer noch gerüstet geht?
Im Namen Seiner Majestät -
geh her und übergib dein Fell!"

Der Igel sprach: „Nur nicht so schnell!
Lass dir erst deine Zähne brechen;
dann wollen wir uns weiter sprechen."
Und alsogleich macht er sich rund,
schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
bewaffnet, doch als Friedensheld.

Diese Werte vermittelten in meiner Schulzeit die Lesebücher. Ob sie nun auch umgeschrieben werden müssen? Und wie bekomme ich das aus meinem Kopf? Fragt Hartmut Jeromin in aller Unschuld. Denn ganz unverhofft war das Treffen von Fuchs und Igel auch nicht. Wie Heine schrieb:
„Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,
Die wahrhaft ideelle –
Sie gibt die innere Einheit uns,
Die Einheit im Denken und Sinnen;
Ein einiges Deutschland tut uns not,
Einig nach außen und innen."
(Heine, Wintermärchen Caputt II)

Quelle: Hartmut Jeromin