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Politiker und Politikerinnen sind für Pflegenotstand verantwortlich

Foto: H.S.

19.12.2019 - von Dietmar Fürste

Wenn Menschen, die ihr Arbeitsleben lang ihre Beiträge zu den Sozialkassen geleistet haben, später im höheren Alter, wenn sie pflegebedürftig geworden sind, wie Abfall behandelt werden, hat das mit Menschenwürde und Achtung vor ihrer Lebensleistung NICHTS zu tun.

Derzeit leben wir in einem Staat, in dem Betroffenen von sämtlichen zuständigen Stellen, z.B. von den Sozialdiensten der Krankenhäuser und von den entsprechenden Pflege-Einrichtungen, ihre dringende Nachfrage nach einem Pflegeplatz durchgängig abschlägig beantwortet wird.

Es gibt viel zu wenige solcher Plätze und die Frage, ob sich dabei der Staat, die Sozialverbände oder die Kassen um ihre Zuständigkeiten und ihre Verantwortung drücken, bleibt für die Betroffenen unbeantwortet. Offensichtlich zieht man es staatlicherseits vor, den alten Zuständigkeits-Poker zu spielen und den Ländern oder sonstwem die unzureichende Anzahl von Alten-Heimen vorzuwerfen.

Zwar drückt man den Alleingelassenen höflich das Bedauern aus, kann aber weder in absehbarer Zeit, noch überhaupt einen Pflegeplatz zusagen. Insgesamt erfahren die so Alleingelassenen damit einen derart kaltschnäuzigen Zynismus, dass man sich fragt, nach welchen ethischen Grundsätzen diese offenbar gewollte Knappheit solcher Plätze gesteuert wird.

Das Schlimme ist, dass der Begriff ´Pflegenotstand` vom Personal vieler Pflege-Einrichtungen ohne Einschränkungen bestätigt, und die Poltik dafür verantwortlich gemacht wird, die seit Jahrzehnten (!) die notwendige Abhilfe dieser Zustände verweigert.

Da jedem arbeitenden Bürger per Gesetz die entsprechenden Sozialbeiträge vom Bruttolohn abgezogen werden, ist es höchste Zeit, dass die gewählten Politiker endlich auch Rechenschaft darüber ablegen, ob und wie die Politik die Verwendung dieser Mittel auch zielgerichtet zur Behebung dieses geschilderten Notstandes einsetzt.

Leider haben Betroffene, meist ältere Mitbürger, keine Lobby und die meisten Landes- und Bundespolitiker wollen - außer im Wahlkampf - mit dem Thema nicht belästigt werden.

Versorgungsnotstand in Baden Württemberg: Link

In Köln fehlen tausende Pflegeplätze: Link

Sachsens Pflegheime werden teurer: Link

Link: Verfassungsbeschwerde: Staat verletzt Schutzpflicht der Pflegebedürftigen
Quelle: Mail an die Redaktion

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