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Niemand will von Fremden Oma genannt werden

Leuven, 2015 Foto:H.S:

13.01.2017 - von Franz-Josef Wittmann

Auf der hr-website finde ich leider keine eMail-Adresse speziell für Zuschriften von Radio-Hörern. Deshalb schreibe ich an die allgemeine e-Mail-Adresse, die im Impressum angegeben ist in der Hoffnung, dass meine Zuschrift weitergegeben wird an die Doppelkopf-Redaktion, insbesondere aber auch an den Gesprächspartner, Herrn Professor Bernhard Edmunds. Es geht um folgendes:

Wie der Sendung zu entnehmen und auch auf der Doppelkopf-website nocheinmal mitgeteilt ist, hat Herr Professor Edmunds ein Buch, veröffentlicht mit dem Titel:

"Damit es Oma gutgeht. Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden".

Selbst dieser Wissenschaftler, der sich beruflich mit den Problemen alter Menschen und ihrer Pflege befasst, scheint sich nichts dabei zu denken, dass er alte Menschen kurzerhand als "Oma" bezeichnet. Dass dies nicht nur beleidigend, sondern auch eine unzulässige Altersdiskriminierung ist, scheint er nicht zu bemerken, obwohl er sich damit in fataler Weise die Respektlosigkeit zu eigen macht, die sich alte Menschen gefallen lassen müssen, wenn sie in Heimen oder Kliniken kurzerhand als "Oma", oder als "Alter" angesprochen werden. Und das in seinem Buchtitel!

Herr Prof. Edmunds bemerkt in dem Gespräch, der Pflegearbeit werde keine angemessene Wertschätzung entgegengebracht. Das mag schon sein, Herr Professor Edmunds; vor allem aber wird den alten Menschen, denen die Pflegearbeit gewidmet sein soll, offenbar keine angemessene Wertschätzung entgegengebracht! Lassen Sie mich anfügen: Sie bieten ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie wenig die staatlich-bürokratischen Methoden, deren weiteren Ausbau Sie empfehlen, geeignet sind, das Problem des Alters zu lösen.
Mit freundlichen Grüssen

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Ein anderes Beispiel: Kölner Express, Ausgabe vom 3.1.2017
Schlagseite auf Seite 5:
"Oma Ursula (80) gewinnt 125 000 Euro bei Jauch".
Im Text heißt es: "Sie leugnet tapfer, dass sie 80 geworden ist".

Quelle: Mai lan die Redaktion