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Gedicht: Für´s Alter sorgen, aber wie?

Lissabon, 2015 Foto: H.S.

14.07.2016 - von Harald Ley

Jetzt gilt es wohl endgültig als erwiesen,
eine Studie der Regierung hat bewiesen:
Wir werden älter!

Wer hätte denn jemals an so etwas gedacht?
Hätte man doch schon eher Altenpolitik gemacht!
Jetzt ist´s zu spät.

Dann hat die Studie obendrein noch festgestellt,
es lebt sich auch um Vieles länger, hat man Geld!
Lang leben die Reichen!

Das heißt, ist man im Alter an Moneten knapp,
so nimmt das Leben an der Zahl der Jahre ab.
Die armen Armen!

Dass diese nun doch nicht so früh in Frieden ruhn,
dagegen wollen unsre Staatsoberen was tun.
Die weisen Führer!

Wer älter werden will, der soll noch jung an Jahren
beginnen Reichtum für sein Alter anzusparen.
Geniale Idee.

So kann man jung mit Geld, Dank Riester Walter
sich ein Vermögen schaffen für sein Alter.
Das ist toll!

Nur leider ist solch eine Vorsorge privat.
Ein bisschen Geld nur gibt dafür der Vater Staat.
Das ist schad!

Vielleicht wär´s klüger, man versicherte sein Leben
und lässt sich viele Jahre Zinsen dafür geben.
Klingt doch gut.

Nur dumm, die Zinsen sind derzeit im Keller,
mit Aktien aber wächst Vermögen schneller.
Unsre Wirtschaft boomt!

Jedoch was wäre, wenn die Börse wieder crasht?
Dann stünde es mit Taschengeld im Alter schlecht.
Klingt nicht gut.

Das Risiko macht diese Chose kompliziert,
dass man schon vor dem älter werden Geld verliert.
Was also tun?

Man lässt das Sparen für das Alter besser sein
und kauft stattdessen samstags einen Lottoschein.
Heureka! Ich hab´s!

von Harald Ley
der Text erschien zuerst in der Zeitschrift der GEW Saarland
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Zitate:

Arthur Schopenhauer
Kein Geld ist vorteilhafter angewandt, als das, um welches wir uns haben prellen lassen: denn wir haben dafür unmittelbar Klugheit eingehandelt.

Alphonse Allais
Il ne faut jamais faire de projets, surtout en ce qui concerne l´avenir.

Jean Anouilh
Reich sein ist wirklich nur schön, wenn man arm ist.

Link: Gedicht: Der Wert der Alten
Quelle: Mail an die Redaktion