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Erhöhung des Renteneintrittsalters: Realitätsfern

Leutesdorf, 2015 Foto: H.S:

27.06.2016 - von B. Rixinger

Natürlich kann man das Renteneintrittsalter immer höher schrauben und damit die Personengruppe der Rentner einfach abschaffen – vom Betrieb direkt ins Grab. Damit wären alle lästigen Diskussionen über das Rentenniveau automatisch erledigt. Wer so argumentiert, der verwechselt Leben mit Mathematik. Die Debatte über Rente erst ab 67 oder 70 mag statistisch bereichernd sein - realistisch ist sie nicht, erklärt Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE.

Das Renteneintrittsalter liegt derzeit bei etwa 61 Jahren. Jede Partei, die sich dieser Realität verweigert und das Renteneintrittsalter hochschraubt, beschließt damit faktisch Rentenkürzungen.

Es mag Menschen geben, die bis ins hohe Alter körperlich und geistig fähig sind, zu arbeiten. Bei den meisten Beschäftigten zeigen sich jedoch nach vierzig Jahren Erwerbsarbeit gesundheitliche Einbußen. Die gesetzliche Rentenversicherung bestätigt, dass die Anzahl der Beschäftigten, die Rehabilitionsmaßnahmen benötigen, kontinuierlich steigt.

Prekäre Beschäftigung belastet die Rentenkassen und das
Gesundheitssystem. Deshalb muss nicht nur das Rentenniveau umgehend wieder auf stabile 53 Prozent angehoben, sondern die Niedriglohnpolitik muss beendet werden. Ohne einen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde und klaren Regeln gegen Lohndrückerei in Leiharbeit ist die gesetzliche Rentenversicherung tot. Der Riester-Schwindel muss beendet werden. Stabil finanziert und gerecht ist eine solidarische
Rentenversicherung, in die auch gutverdienende Selbständige, Beamte und Politiker einzahlen.

Quelle: Pressemitteilung Die Linke