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Ein Jahr AGG: Was BDA+DGB dazu sagen

15.08.2007 - von AP

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): «Das Gesetz ist zwar gut gemeint, hilft aber keinem», erklärte die zuständige BDA-Referentin Kristina Schütt im «Focus». «Es sollte dafür sorgen, dass Behinderte, Ältere oder Homosexuelle schneller eingestellt werden. Das ist auf keinen Fall geschehen. Die Arbeitgeber sind eher vorsichtiger geworden, weil die Rechtfertigung der Bewerberauswahl so schwierig geworden ist.» Sie kritisierte, das Gesetz lade zum Missbrauch ein.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist nach Meinung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ein Jahr nach In-Kraft-Treten noch nicht ausreichend in die Praxis umgesetzt. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock kritisierte am Dienstag im Saarländischen Rundfunk insbesondere, dass die Gleichstellungsstelle beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMfSFJ) immer noch nicht voll funktionsfähig sei.
«Ich denke, da muss das BMfSFJ mindestens einen Gang schneller werden», sagte sie. Außerdem müssten Diskriminierte über ihre rechtlichen Ansprüche zukünftig noch besser aufgeklärt werden.
Insgesamt zog Sehrbrock jedoch eine positive Bilanz des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes: «Die Arbeitgeber haben mit einer Klagewelle gerechnet, die ist aber nicht eingetreten», sagte sie Sehrbrock. Auch ein Missbrauch durch so genannte Scheinbewerbungen mit daraus folgenden Entschädigungsklagen käme nur in Einzelfällen vor.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2059
Quelle: AP, 11.8.07 + 14.8.