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VdK: ENDLICH BESTEUERN!

Leutesdorf, 2015 Foto: H.S.

23.08.2015 - von Prof. Albrecht Goeschel

Nicht nur im Internet wächst der Unmut über das penetrante Eigenlob der VdK-„Präsidentin“ Mascher. Und das unspezifische Sozialgeschwätz des VdK überhaupt und das ignorante und inhumane Schweigen des VdK zum Verarmungs-Terror gegen Griechenland und zum Massen-Sterben im Mittelmeer zeigen, mit welchen Leuten man es hier in Wirklichkeit zu tun hat. Was fehlt, ist eine richtige Opposition in diesem angeblichen Interessenverband, die erst einmal wieder „Interessen“ definiert, artikuliert und agitiert und die den ganzen Haufen von „Sozialberatungsprofiteuren“ in ihren wohltemperierten VdK-Büros mindestens so an die Leine nimmt, wie die Job-Center ihre Kunden drangsalieren.

Was der Grund für die manipulative Sozialtäuschung und für die politische Liebedienerei ist, die der VdK jahrein und jahraus betreibt, fragen sich Viele.

Eine Antwort darauf hat schon 2006 der Wissenschaftliche Beirat beim Bundesministerium der Finanzen gegeben. In seinem Gutachten zur „Abgabenrechtlichen Privilegierung gemeinnütziger Zwecke“ lässt er keinen Zweifel daran, dass Verbände wie der VdK auf keinen Fall als „gemeinnützig“ anerkannt werden können.

Beim VdK dient das sozialpolitische Geschwätz also nur dazu, den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (Handel mit Sozialrechtsberatung, Handel mit Mitgliederdaten, Handel mit Reisen und Übernachtungen, Handel mit Verbrauchsartikeln etc.) „gemeinnützig“ zu tarnen. Und genau damit, mit seiner angeblichen „Gemeinnützigkeit“, wirbt der VdK im Internet.

Mit dieser Werbenummer für einfacher strukturierte Mitmenschen verrät der Verband allerdings auch sein ansonsten gut gehütetes Geschäftsgeheimnis: Immer hebt der „Sozialverband“ groß heraus, wie unabhängig und eigenständig er sei, weil er nur durch Mitgliedsbeiträge und durch Spenden finanziert werde. Das ist natürlich überhaupt nicht wahr. Der „Sozialverband“, weil er „gemeinnützig“ ist, wird fett vom Staat finanziert: Er zahlt keine Umsatzsteuer; er zahlt keine Gewerbesteuer; er zahlt keine Körperschaftssteuer; er zahlt keine Grundsteuer; er zahlt keine Schenkungssteuer; er zahlt keine Erbschaftssteuer. Aus der Sicht der neoliberalen Ökonomen, die z.B. die Frau Mascher in ihrem Bayern-VdK gerne einlädt, sind diese Steuerverzichte des Staates Subventionen.

Hä? Dann müssen also nicht nur die ziemlich sozial-naiven VdK-Mitglieder, sondern auch noch die etwas vorsichtig-schlaueren VdK-Nichtmitglieder diesen Verein mit ihren Mehrwertsteuern auf Klopapier, Leberkäs, Camembert und Regenjacken, Kleinwagen und sonst was finanzieren.

Jeeetzt geht aber noch dem letzten BILD-Zeitungsleser ein Lichtlein auf: Dass die Finanzbehörden dem „VdK“ dieses Spielchen erlauben, muss politische Gründe haben. Hat es wohl auch: Wem es gelingt, 1,7 Millionen Mitglieder mit Sozialgeschwätz ruhigzustellen (siehe Teil 1 Link+ Teil 2 Link der Artikelserie von Albrecht Goeschel über den VdK), ist dem Politischen System natürlich lieb und teuer, hoch und heilig. „Soziale Befriedung sichert innere Ruhe und Ordnung“, wusste VdK-Mitglied Franz Josef Strauß schon am 6.12.1951 in den Schongauer Nachrichten über den VdK zu sagen.

Nachdem wir alle, zumindest als Mehrwertsteuerzahler, diesen VdK-Verein finanzieren müssen, damit er die GroKo als Hilfstruppe unterstützen kann, gibt es nur einen Ausweg: Petition „VdK endlich besteuern!“


Prof. Albrecht Goeschel
Gast-Professor Staatliche Universität Rostov
Präsidiumsmitglied
Accademia ed Istitutio per la Ricerca Sociale Verona
mail@prof-goeschel.com
Alle Rechte beim Verfasser

Link: Direktversicherung: Wo ist Unterstützung durch SoVD + VdK??
Quelle: Prof. Albrecht Goeschel

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