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Piloten verlieren in zweiter Instanz

16.10.2007 - von Hanne Schweitzer

Vor dem hessischen Landesarbeitsgericht wurde die Verhandlung von drei Piloten der Lufthansa gegen das Zwangsrentenalter von 60 Jahren fortgesetzt, das zwar bei der Lufthansa, aber nicht bei der Lufthansa-Tochter City-Line gilt.

Der Fall war durch eine Revision vom Arbeitsgericht zum Landesarbeitsgericht gekommen. Folge: Zum ersten Mal befasste sich ein Landesarbeitsgericht mit einer möglichen Altersdiskriminierung vor dem Hintergrund des seit 2006 geltenden AGG. Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte die Klage von drei Piloten gegen ihre im Tarifvertrag der Pilotengewerkschaft Cockpit vorgesehene Zwangsverrentung aus ALtersgründen im März des Jahres 2007 abgewiesen. Die Altersbeschränkungen der Lufthansa seien "objektiv und angemessen", befanden die Richter damals, obwohl für die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline laut Tarifvertrag die Rente mit 65 objektiv und angemessen ist.

Das Frankfurter Gericht hielt die Altersbefristungsregelung von 60 Jahren für die Lufthansa-Piloten derweil "durch ein legitimes Ziel, nämlich den Schutz von Leib und Leben der Besatzung, der Passagiere und der Menschen in den überflogenen Gebieten, gerechtfertigt". Warum diese Rechtfertigung zwar für die Lufthansa-Piloten, nicht aber für Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline gelten soll, bleibt immer noch die Frage.

Bei der Auseinandersetzung spielt auch eine wichtige Rolle, dass der Tarifvertrag zwischen der Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Cockpit die Altersgrenze von 60 Jahren bereits seit Jahren enthält und Cockpit diese Altersgrenze als soziale Errungenschaft verteidigt.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2084
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung