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Leipzig: Mediale Lernkulturen im höheren Erwachsenenalter

23.06.2017

In der Arbeitswelt steigt der Druck, Wissen und Können permanent aktuell zu halten und zu erweitern. Weiterbildung soll garantieren, mit Blick auf technische und organisatorische Entwicklungen anschlussfähig zu bleiben. Mit dem Ruhestand sollte sich dieser Druck zwar reduzieren, doch auch »Senior/-innen« werden zahlreiche Möglichkeiten offeriert, neues Wissen und Können anzueignen. Dabei werden Themen bedient, für die man – so die Annahme – nach dem Austritt aus dem Berufsleben und vor dem Hintergrund sich verändernder familiärer Strukturen mehr Zeit und Muße findet. Psychologie, Literatur, körperliche und geistige Fitness sind dabei ebenso umfassend vertreten wie Angebote, die ein Entdecken und Ausleben der individuellen Kreativität zu fördern vermögen.

Lebenslanges Lernen avanciert zunehmend zu einer auch politischen Forderung. In der »Strategie für Lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland« etwa veröffentlichte die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung 2004 Empfehlungen hinsichtlich der Unterstützung informellen Lernens, der individuellen Selbststeuerung von Lernprozessen und gezielter Kompetenzentwicklung sowie in Bezug auf eine neue Lernkultur auf der Basis einer Popularisierung des Lernens. In den Ausführungen finden sowohl Begrifflichkeiten wie »Selbstbestimmung«, »Selbstständigkeit« und »Selbstverwirklichung« Verwendung als auch Hinweise auf das Potential der wissens- und erfahrungsbasierten Mitwirkung Älterer »an der Gestaltung kultureller und gesellschaftlicher Entwicklung« (S. 29) sowie auf Möglichkeiten des Zuwachses bzw. Erhalts von Produktivität.

Medien spielen bei all dem nicht erst seit heute eine zentrale unterstützende wie impulsgebende Rolle. Dies scheint sich mit Blick auf Entwicklungen im Bereich der digitalen Medien zu potenzieren: So sind nicht nur Weiterbildungsmaßnahmen prominent, die im Sinne einer expliziten Förderung von Medienkompetenz auf eine aktive Teilhabe an einer Gesellschaft abzielen, die in großem Maße auf Informations- und Kommunikationstechnologie mit immer kürzer werdender Halbwertzeit setzt, sondern darüber hinaus auch Angebote, die das Potential digitaler Medien für das Anregen und Unterstützen von Bildungsprozessen Älterer zu nutzen wissen – oder zumindest glauben, dies zu tun.

Für den Verein »Gesellschaft – Altern – Medien« (GAM e.V.) sind mediale Lernkulturen mit Blick auf formelle wie informelle Bildungsprozesse Erwachsener höheren Alters von zentralem Interesse und thematischer Fokus der Jahrestagung 2017 in Leipzig.

GAM e.V. ist interdisziplinär ausgerichtet und setzt auf fachübergreifenden Austausch. Ziel ist es, Brücken zu bauen: sowohl zwischen wissenschaftlichen Disziplinen als auch zwischen Theorie, Forschung und Praxis. Der vorliegende Call richtet sich entsprechend an Wissenschaftler/-innen unterschiedlicher Disziplinen, die die Bedeutung von Medien in der bzw. für die (Weiter-)Bildung im Ruhestand sowie in der Phase des Übergangs vom Arbeitsleben in den Ruhestand untersuchen und ihre Ergebnisse auch aus der Perspektive der Praxis diskutieren möchten. Eingeladen sind überdies Präsentationen über Angebote, Projekte und Initiativen aus der Praxis.

Unter anderem sind folgende Fragestellungen im Kontext der Auseinandersetzung denkbar:

Wodurch sind lebenslange Bildungsprozesse fernab beruflicher Karriere motiviert und angeregt? Welche Bedeutung haben diese für Alter(n)sdiskurse bzw. wie werden sie innerhalb dieser verhandelt?

Welche Bildungskontexte und Lehr-Lern-Settings konnten sich in der Erwachsenenbildung bisher (noch nicht) etablieren? Welche Potentiale und Herausforderungen sind mit dem Einsatz digitaler Medien im Rahmen von Weiterbildungsangeboten für Ältere verbunden?

Wodurch zeichnen sich »mediale Lernkulturen« in formellen wie informellen Bildungskontexten älterer Menschen aus?

Finden Erkenntnisse etwa der psychologischen Altersforschung oder der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne bereits ausreichend Berücksichtigung, wenn es um die Chancen und Grenzen des Lernens im Alter geht? Welche Herausforderungen stellen sich (auch in generationenübergreifenden Arrangements) seitens der Beteiligten?

Welche methodischen Zugänge eignen sich zur Annäherung an das Themenfeld?


Der Tagungsbeitrag beträgt inkl. Verpflegung 80€/ermäßigt 50€.
‚Immer WEITER mit der BILDUNG – Mediale Lernkulturen im höheren Erwachsenenalter‘ Leipzig | 23./24.06.2017 | 7. Jahrestagung des ‚Gesellschaft – Altern – Medien e.V.‘

7. Jahrestagung des Vereins »Gesellschaft – Altern – Medien« am 23. und 24. Juni 2017 in Leipzig
»Immer WEITER mit der BILDUNG Mediale Lernkulturen im höheren Erwachsenenalter«
Die Tagung wird in Kooperation mit der Fachgruppe Medienpädagogik der DGPuK, der Volkshochschule Leipzig sowie der Professur für Medienkompetenz- und Aneignungsforschung der Universität Leipzig ausgerichtet.

TAGUNGSPROGRAMM
Freitag | 23.06.2017
13.30-14.00
-Ankommen-
14.00-14.15
Begrüßung
Clemens Schwender im Namen des GAM-Tagungsteams
Christine Trültzsch-Wijnen & Anja Hartung-Griemberg für die DGPuK-Fachgruppe Medienpädagogik
Vorstand des GAM e.V.
Volkshochschule Leipzig
14.15-15.00
Lernkulturwandel in der Weiterbildung?!
N.N.
15.00-15.45
Lernen zwischen Optimierung und Lebenskunst
Sebastian Lerch | Johannes Gutenberg Universität Mainz
15.45-16.15 -Pause-
16.15-17.00
„Das Tablet ruht, außer sonntags“ – Eine mikrolongitudinale Studie zur Erfassung der ICT-Nutzung im Alter
Friedrich Wolf & Johannes Naumann | Goethe-Universität Frankfurt
17.00-17.45
Problemlösungskompetenz und Medienkompetenz von Älteren
Klaus Schömann | Jacobs University Bremen
17.45-18.00
-Pause-
18.00-18.45
Medienaneignung älterer Erwachsener in der Familie
Thalhammer Veronika | Eberhard Karls Universität, Tübingen
18.45-19.15
Verleihung des GAM-Nachwuchspreises 2017
ab 19.15 -gemeinsamer Restaurantbesuch-

Samstag | 24.06.2017
9.30-10.00
-Ankommen-
10.00-10.30
Erweiterte Lernwelten in der Volkshochschule: Lernen mit digitalen Medien oder Lernen durch digitale Medien – wo stehen die älteren VHS-Kursteilnehmenden? Ein Praxisbericht aus der Volkshochschule Leipzig
Grit Kind | Volkshochschule Leipzig
10.30-11.15
Betriebliche Weiterbildung zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit der älteren Generation – Empfehlungen für die Praxis
Linda Müller & Christina Stecker | SRH Hochschule Berlin
11.15-11.30 -Pause-
11.30-12.15
Förderliche und hinderliche Faktoren für den Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien im Alter
Mario Jokisch & Michael Doh | Universität Heidelberg
12.15-13.00
Lehr-Lern-Settings beim Aufbau von Technikbegleitung für Ältere
Janina Stiel, Marc Brandt & Elisabeth Bubolz-Lutz | Forschungsinstitut Geragogik e.V. (FoGera), Düsseldorf
13.00-14.00 -Mittagssnack und Abschluss-

ab 14.15
Mitgliederversammlung des GAM e.V. und Fachgruppentreffen der Fachgruppe Medienpädagogik der DGPuK

Veranstaltungsort
Volkshochschule Leipzig
Löhrstraße 3-7
04105 Leipzig

Teilnahmegebühr
inkl. Verpflegung regulär 80€, ermäßigt 50€
Die Zahlungsinformationen erhalten Sie zusammen mit der Anmeldebestätigung per Mail.

Anmeldung
www.gesellschaft-altern-medien.de/veranstaltungen/aktuell/jahrestagung2017
Kontakt
info@gesellschaft-altern-medien.de


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