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Pflegerin duzt Bewohnerin gegen deren Willen

Marokko, Foto: H.S.

24.04.2017 - von H.S.

Meine Mutter, 93jährig, erblindet, bettlägrig, demenziell erkrankt, schwerhörig, Pflegegrad 5, war im März 2017 zur Kurzzeitpflege im Christophorus Haus in Hamburg Hummelsbüttel. Im Laufe des ersten Gesprächs hatte ich der Heimleitung, Frau P., unmissverständlich gesagt, meine Mutter möchte nicht gedutzt werden, sondern dass es ihr sehr wichtig sei, mit "Sie" und mit ihrem Familiennamen Frau S. angesprochen zu werden. Auch in dem sog. Biografiefragebogen schrieb ich unter der Rubrik, Ansprache ... ob Kosename usw. ... sehr deutlich: "Bitte mit Frau S. ansprechen". Bei einem meiner Besuche am Samstag vormittag, d. 18.03.2017, sagte meine Mutter zu mir: "Ich muss mal auf die Toilette." Die herbeigeholten Pflegekräfte mobilisierten meine Mutter auf den Toilettenstuhl, ich verließ das Zimmer, die Tür blieb angelehnt.

Ich hörte die Pflegekraft Frau R. zu meiner Mutter sagen: "So, nun kannst du schietern. Schieter dich mal ordentlich aus!" Auch der plattdeutsche Ausdruck macht nicht weniger diskriminierend und weniger vulgär, was auf Hochdeutsch heisst: "So, nun kannst du scheißen. Scheiß dich mal ordentlich aus!" Meine Mutter musste sich übrigens im Zimmer erleichtern, in Anwesenheit ihrer über 80jährigen Zimmernachbarin. Für beide ein demütigendes Ereignis und Erlebnis, für meine Mutter eine schwere Verletzung ihrer Privat- und Intimsphäre.

Beim Hinausgehen sagte die Pflegekraft R. zu mir: " ... jetzt können Sie reingehen und schön schnubbern, wenn Sie wollen ..."

Das Christophorus Haus hat übrigens den sog. "Grünen Haken" und sich die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen zum Leitbild gemacht und diese Charta, auch für Pflegekräfte, gut sichtbar im Eingangsbereich aufgehängt.

Mit freundlichen Grüßen

Link: So geht man nicht mit einem Menschen um!!!
Quelle: Mail an die Redaktion