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Bundeskongress Soziale Arbeit: Alter kaum Thema

24.09.2009 - von baldis

Gerechtigkeit. Verantwortung.
Sicherheit. Soziale Arbeit positioniert sich! steht als Motto über dem in Dortmund stattfindenden 7. Bundeskongresses
Soziale Arbeit.

Unter den Angeboten findet sich nur ein einziges, das explizit vom Alter handelt. Ganz sicher, ob es sich dabei nicht um eine verkappte Werbeveranstaltung der Versicherungsindustrie handelt, kann man nicht sein.
Alter ist eher ein unwichtiges Thema in der Sozialarbeit.Deshalb an dieser Stelle auch Hinweise auf Kongress-Veranstaltungen, bei denen die Einbeziehung der besonderen Situation jetzt oder in Zukunft älterer Menschen wichtig wäre.

Altersarmut ist weiblich
Vielen Frauen in Deutschland droht Altersarmut. Welche Ursachen hat Altersarmut von Frauen? Welche Maßnahmen sind notwendig, um Altersarmut von Frauen zu verhindern? Diesen Fragen wird der Workshop in zwei Schritten nachgehen. Die Rechtsanwältin Susanne Pötz-Neuburger wird zunächst erläutern, welche Gesetze und gesellschaftlichen Umstände in unserem Land dazu beitragen, dass gerade Frauen von Armut bedroht sind und realistische Änderungsmöglichkeiten aufweisen.
Darauf aufbauend legt die Finanzberaterin Cornelia Bertsch praxisbezogen dar, wie Frauen die eigenen Finanzen lückenlos und zielgenau planen können.
Moderation: Sarah Käßmann (Evangelische Frauen in Deutschland e.V.) Inputs: Susanne Pötz-Neuburger (Rechtsanwältin)
Cornelia Bertsch(Finanzberaterin) 25.09.2009 13.00 h - 14.30 h Veranstaltungsort EF 50 – 4.512 Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund

Wer sorgt für wen? Sorgen zwischen privaten Lösungen und öffentlicher Verantwortung
Der zunehmende Care Bedarf, ob bezogen auf Sorge um Kinder, behinderte und alte Menschen oder andere Unterstützungsbedürftige führt zu einem neuen Care-Mix von informellen und formellen, bezahlten und unbezahlten, legalen und illegalen Lösungen. Dieser neue Bedarf aufgrund des demografischen Wandels, veränderter privater Lebensformen und zunehmender Erwerbstätigkeit von Frauen erfordert eine öffentliche Verantwortung im gesellschaftlichen Umgang mit lebenslaufbezogenen Abhängigkeiten. Dabei müssen geschlechter- und generationsgerechte Überlegungen zu einem variablen, bedürfnisbezogenen Mix aufeinander abgestimmter privater, freiwilliger und öffentlicher Angebote im Mittelpunkt stehen. Derartige Überlegungen gehören auch zu einem gesellschaftsbezogenen, professionellen Verständnis Sozialer Arbeit, das die Beantwortung neuer sozialer Fragen einbezieht.
Moderation: Margrit Brückner (Fachhochschule Frankfurt am Main)
Inputs: Marianne Schmidbaur (Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt)
Karin Jurczyk (DJI) Tom Schmid (Fachhochschule St. Pölten)
Ulrich Otto (Fachhochschule St. Gallen)
25.09.2009 13.00 h - 14.30 h Wo: EF 50 – 5.417 - Emil-Figge-Str. 50 44221 Dortmund

Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist einer der zentralen Grundwerte der Sozialpolitik und damit auch unmittelbar relevant für soziale Dienste. Was allerdings genau mit Gerechtigkeit gemeint wird, ist heftig umstritten. Einerseits geht es um die Verteilung und Umverteilung materieller Ressourcen, wobei Ideen von Leistungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit oder Gleichheit eine Rolle spielen. Besonders dieser Aspekt hat mit einer Ausbreitung von Armut und sozialer Unsicherheit eine neue Aktualität erhalten. Andererseits werden aber auch neue Kriterien und Bedeutungen von Gerechtigkeit in die Debatte gebracht, wie z. B. Teilhabegerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Generationengerechtigkeit oder Fairness, mit denen z. T. auf neue Formen gesellschaftlicher Spaltungen reagiert wird und neben der Ressourcenverteilung auch Fragen der kulturellen Annerkennung thematisiert werden, die aber z. T. auch als Legitimationsformeln eines sozialstaatlichen Umbaus benutzt werden („gerecht ist, was Arbeitsplätze schafft“) und die Gerechtigkeit an die Erfüllung von Pflichten koppeln („Chancengerechtigkeit“). Das Forum Gerechtigkeit soll etwas Licht in diese Debatte bringen + die Relevanz vonGerechtigkeit als zentrale Wertidee für die Soziale Arbeit zur Diskussion stellen.
Moderation: Axel Groenemeyer (TU Dortmund) Referenten: Hans Thiersch (Universität Tübingen)
Carsten Ulrich (Universität Heidelberg) Lothar Böhnisch (TU Dresden)
25.09.2009 17.00 h - 19.00 h Wo: Audimax - Dortmund

Sozialpolitik nach der Wirtschaftskrise
Das sozialpolitische Plenum betrachtet eingehend und kontrovers die aktuelle Wirtschaftskrise und deren Konsequenzen für die Soziale Arbeit aus den Perspektiven der Wirtschaftspolitik und -wissenschaft, der Sozialwissenschaft+ den Verbänden.
Kommentare: Annelie Buntenbach (DGB) Ulrich Schneider (DPWV) Helga Spindler (Universität Duisburg-Essen)Heinrich Gams (BAG Prekäre Lebenslagen) Gerd Häuser (Bundesverband Deutsche Tafel e. V.) (angefragt) Moderation: Gaby Flösser (TU-Dortmund) Fabian Kessl (Universität Duisburg-Essen)
26.09.2009 10.30 h - 12.00 h Wo: EF 42 – AE01 -Emil-Figge-Str.42 44221 Dortmund

Soziale Faktoren und Gesundheit – Wohin steuert unsere Gesundheitsversorgung und welchen Beitrag kann Soziale Arbeit leisten?
Der Zusammenhang zwischen der Entstehung von Erkrankungen, Erhaltung von Gesundheit und beteiligten sozialen Faktoren ist heute fachlich unbestritten. Zudem ist auch das bio-psycho-soziale Modell der WHO zur Darstellung der wechselseitigen Einflüsse aller drei Bereiche etabliert. Das Neunte Soziale Gesetzbuch orientiert sich beispielsweise hinsichtlich der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen an diesem Modell. Trotz aller Erkenntnisse und plausibler Argumentation ist in einer medizinisch dominierten bundesdeutschen Gesundheitsversorgung in der
Gesetzgebung und der konkreten Umsetzung der soziale Schwerpunkt deutlich unterrepräsentiert.
Dabei nehmen soziale Ungleichheit und damit verbundene gesundheitliche Risiken zu und finden sich trotz ausgewiesener Expertise nur wenige sozialarbeiterische Zugänge und Einflüsse im Rechtssystem und in der öffentlichen Wahrnehmung. In diesem Symposium erfolgt eine Annäherung an dieses Thema über drei profunde Experten des Gesundheitssystems, die aus unterschiedlichen Perspektiven ihre Einschätzung zur aktuellen Bedeutung des Sozialen
darstellen. Das Spektrum erfasst hier gesundheitspolitische, medizinsoziologische und klinisch-sozialarbeiterische Aspekte und lädt die Teilnehmer/innen zur Diskussion über die künftigen gesellschaftlichen und sozialarbeiterischen Herausforderungen ein.
ReferentInnen a) Andrea Fischer, Volkswirtin, Publizistin, Leiterin des Bereiches
Health Care in der Kommunikationsagentur Pleon GmbH, ehemalige Bundesgesundheitsministerin b) Prof. Dr. Monika Jungbauer-Gans, Professorin für Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Schwerpunkt u.a. Soziale Ungleichheit und Gesundheit c) Prof. Dr. Harald Ansen, Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Schwerpunkte u.a. Soziale Arbeit und Gesundheit, Klinische Sozialarbeit
26.09.2009 10.30 h - 12.00 h Veranstaltungsort: EF 42 – AE01
Straße: Emil-Figge-Str. 42
44221 Dortmund

Wohlfahrtsproduktion nach dem Tod des Sozialen? Teil 1
Die Diagnose einer prinzipiellen Funktionsstörung des wohlfahrtsstaatlichen Arrangements angesichts globaler Modernisierungserfordernisse erscheint im aktuellen sozialpolitischen Diskurs als eine unerschütterliche Wahrheit. Sie bildet den Hintergrund für ein neues Modell der Regulierung staatlicher Wohlfahrtsproduktion: Der vormals aktiv Leistungen erbringende Wohlfahrtsstaat wird in ein neues Arrangement des Sozialen überführt, in dem Strategien der Aktivierung und Übertragung von Verantwortung gegenüber rechtlich verbrieften Leistungen eine Aufwertung erfahren. Die Aktivierung von „privater“ oder „zivilgesellschaftli-cher“ Verantwortung für die Wohlfahrtsproduktion wird zum Ziel; die Leistungstiefe reduziert. Der Staat übernimmt zwar die Rahmen- und Gewährleistungsverantwortung und sorgt für die Erbringung öffentlicher Aufgaben, erstellt sie jedoch nicht mehr unbedingt selbst. In kritischer Perspektive auf diese als „post-wohlfahrtsstaatlich“ zu bezeichnende Transformation der Wohlfahrtsproduktion geraten Kategorien sozialer Ungleichheit als Generatoren gesellschaftlicher Spaltungen in den Blick: so etwa Klasse, Bildung, Generation, „Rasse“, Weiß-Sein, Geschlecht, Gesundheit, Sexualität, Körper. Diese unabschließbare Liste von Ka-tegorien sozialer Ungleichheit formiert das Feld, in dem privat und öffentlich organisierte Prozesse der Wohlfahrtsproduktion ebenso wie Theoriebildung und Professionalität Sozialer Arbeit stattfinden. In der zweiphasigen AG wird ausgehend von diesen Kategorien nach deren sozialpolitischen und sozialpädagogischen Bedeutungsgehalten gefragt, um deren Verwobenheiten u. a. auf den Ebenen der Disziplin, der Professionellen und der Adressat/innen zu diskutieren.
Moderation: Nadia Kutscher (KFH Aachen)Inputs: Catrin Heite (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) Nina Oelkers (Universität Vechta) Daniela Kloss (Uni Bielefeld) Melanie Kuhn (Uni Bielefeld) Christine Meyer (Uni Jena) Alex Klein (Uni Potsdam) Karin Bock (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Karin Böllert (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
Sandra Landhäußer (Uni Tübingen)
Veronika Magyar-Haas (Uni Zürich)
25.09.2009 10.30 h - 12.00 h Ort: EF 50 – 4.321 Emil-Figge-Str. 50
44221 Dortmund

Wohlfahrtsproduktion nach dem Tod des Sozialen? Teil II
25.09.2009 13.00 h - 14.30 h
Wo: EF 50 – 4.321 - EF 50 – 4.321
Straße: Emil-Figge-Str. 50
44221 Dortmund

Eine Tageskarte für Nichtstudenten kostet 65,00 Euro!! Da die Anmeldefrist online am 18.9. verstrichen ist, müssen Sie ins Kongressbüro in der Emil-Figge-Str. gehen um dort die Tages- oder Kongresskarte zu kaufen.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2601
Quelle: Kongressprogramm

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