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Pflege-Ombuds-Stelle droht Schließung

Österreich - 22.12.2006 - von Dr. Ulrike Gogela

Sehr geehrter Herr Dr. Vogt, liebe Mitarbeiter der Wiener
Pflegeombudsstelle! Ich kann es nicht fassen, die Pflegeombudsstelle soll es im Jahr 2007 nicht mehr geben!? WER ist denn für diese Entscheidung verantwortlich?

Wer immer es ist, diese Entscheidung schadet unseren alten Mitbürgern. Wer hilft Ihnen denn jetzt konkret, unbürokratisch und schnell? Sollen unsere alten Mitmenschen mit Geburtstagsgrüßen aus dem Wiener Rathaus abgespeist werden? Oder gar mit der Auskunft, es wäre niemand zuständig, wie es mir im konkreten Fall mit meinem Vater passiert ist, trotz Geburtstagsgrüßen aus dem Büro von Bürgermeister Häupl?

Herr Dr. VOGT, Sie und Ihre Pflegeombudsstelle müssen zum Wohle der Wiener Senioren erhalten bleiben! Warum? In zahlreichen Briefen habe ich Politiker auf die fortschreitende Altersdiskriminierung in Österreich aufmerksam zu machen versucht.

Im Jahr 2003 haben Sie Herr Dr. Vogt, auf Grund eines Berichtes der Furche, vom Schicksal meiner alten Mutter erfahren. Weit ihrer Zeit voraus, ließen meine Eltern von Notar und Anwalt eine
Vorsorgevollmacht erstellen. Sie waren Andersdenkende. Dafür wurden Sie drei Jahre lang aufs Härteste von österreichischen Gerichten verfolgt.

Mitten in WIEN, im Jahr 2003, mußte ich als pflegende Angehörige mit meiner alten Mutter vor der Polizei flüchten!

Sie Herr Dr. VOGT, sind mutig im Help TV für meine Eltern eingetreten, haben die Mißstände bei der Sachwalterbestellung in Österreich aufgezeigt.

Der Fall meiner alten Eltern wurde von mir dokumentiert und zeigt in
beschämender Weise, daß weder in der Öffentlichkeit noch bei Politikern Bewußtsein bezüglich Altersdiskriminierung besteht. Dadurch sind Pflegeskandale vorprogrammiert. Die Gesetze gelten zwar für alle österr. Staatsbürger, RICHTER sind aber an keine Gesetze gebunden! Gerichte und Richter sind autonom.

Bundespräsident Fischer, der in einer Festrede versprochen hatte,
Andersdenkende sollen in Österreich nicht mehr verfolgt werden, hat in einem beschämenden Brief an mich antworten lassen, daß diese Nichtverfolgung Andersdenkender nicht gilt, sobald es alte Menschen sind, die es wagen, anders zu denken. Die brauchen dann laut Bundespräsident Fischer "Betreuung".

Herr Dr. Vogt, wir brauchen Sie und Ihre Pflegeombudsstelle damit der Altersdiskriminierung in Österreich Einhalt geboten wird!
Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe und kann Ihnen voller Freude mitteilen, daß mir durch Ihre Unterstützung nun nach drei Jahren Gerichtsverhandlungen
die Sachwalterschaft für meine alte Mutter übertragen wurde. Leider konnte mein Vater diese lang ersehnte Botschaft nicht mehr hören, er starb im Zuge der langwierigen Gerichtsverhandlungen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team gesegnete Weihnachten und hoffe, Sie bleiben uns auch im Jahr 2007 weiter erhalten!

Mit besten Grüßen,
Pflegende Angehörige

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=1892
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung