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Köln: KünstlerInnen über 50 stellen aus - Update Cologne #2

13.01.2019 - von H.S:

Im vergangenen Jahr begann in den schönen Räumen der Michael Horbach Stiftung in Köln, dort, wo einst der Galerie- und Atelierkomplex von Monika Sprüth und Rosemarie Trockel zu finden war, eine Ausstellungsreihe die unter dem Titel "Update Cologne" in Köln lebenden Künsterlnnen gewidmet ist, die ihren 50. Geburtstag schon gefeiert haben. Angesichts des Jugendwahns und Mangels an großen Ausstellungsräumen ein seltenes und begrüßenswertes Unterfangen. Erfreulich, dass die Reihe 2019 fortgesetzt werden kann. Kunstinteressierte erhalten so die Möglichkeit andere, als die auf dem Kunstmarkt etablierten Positionen kennenzulernen (Aktuell z.B.: Pollock und Warhol in Rom, Mapplethorpe in Napoli.)

Zu Gast in den Kunsträumen der Micael Horbach Stiftung sind vom 14. Januar bis zum 24. Februar 2019 Heiner Blumenthat und Michael Surges
Heiner Blumenthal,
geb. 1956 in Idar-Oberstein, hat von 1978 bis 1981 an der Hochschule der Künste in Berlin bei Fred Thieler und Walter Stöhrer studiert, im Anschluss von 1981 bis 1987 an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg bei F.E.Walther und Stanley Brouwn. Blumenthal hat mehrere Preise im In- und Ausland erhalten, so z.B. den Kunstfond Bonn Förderpreis, den Villa Romana Preis, Florenz, und den Preis der Pollock-Krasner Foundation, New York. Dieser überregionalen Wahrnehmung steht eine eher zurückhaltende Rezeption in seiner Wahlheimat Köln gegenüber.
Blumenthals Gemälde haben durchweg sehr große Formate und sind von einem fast architektonisch anmutenden Formenrepertoire aus Linien und Flächen bestimmt. Neben seinen Gemälden aus Pigment, Alkydharz und Dammarharz auf Baumwolle entstehen kleinformatige Tuschezeichnungen, Radierungen und Fotografien. Die überwiegend schwarzen Malereien werden sparsam mit Rot, Blau oder Grün akzentuiert. Blumenthals Kompositionen erscheinen immer offen und latent ergänzbar, in der Schwebe zwischen einer Gleichzeitigkeit von Anwesendem und Abwesendem. Indem sie eine gegenständliche Zuordnung und sprachliche Erfassung verweigern, erzeugen sie einen nicht abschließbaren Prozess und thematisieren das Sehen als eigenständigen Akt.

Matthias Surges,
geb. 1959 in Kirchweiler/Eifel, hat von 1984 bis 1992 an der FH für Kunst & Design in Köln Freie Kunst bei Prof. Stefan Wewerka und Jörg Immendorff studiert. Der Künstler hat das Stipendium der Stadt Bonn erhalten und war im Jahr 2000 an der Großen Kunstausstellung NRW im Kunstpalast Düsseldorf beteiligt.
Mit seinen aktuellen Werken aus in Glaskästen konservierten Erdproben und farblich genau abgestimmten monochromen Bildern auf Aluminiumplatten verwandelt Surges die traditionsreiche Gattung der Landschaftsmalerei in konzeptuell angelegte, minimalistisch anmutende Bild-Objekte an der Grenze zwischen Malerei und Skulptur. Die Erdstücke entnimmt er Erdprofilen, die er bei archäologischen Grabungen angelegt hat oder er bringt sie von Reisen mit. Die Erden bestehen aus dem anstehenden Boden und sind charakteristisch für die Erdbeschaffenheit der jeweiligen Region. Mittels GPS bzw. tachymetrischen Messungen bestimmt der Künstler die genaue, ursprüngliche Lage der entnommenen Erde. Die monochrome Farbgebung der Alutafeln, die er in einer Hängung zusammen mit den Erdproben präsentiert, entspricht einem normierten Farbsystem, das Archäologen und Geologen zur farblichen Bestimmung der unterschiedlichen Erdschichten dient. Seine Landschaftsbilder zeigen Orte, die keiner pittoresken Ästhetik entsprechen und verweisen auf einen wissenschaftlichen Umgang mit Natur. Dabei stellt sich die Frage, was Landschaft in der heutigen Zeit bedeutet, in der sie als kulturelle Konstruktion erlebt und vorrangig als ökologische und ökonomische Ressource behandelt wird. Daneben arbeitet Surges installativ, fertigt Farbreliefs aus Autolack auf Aluminium, zeichnet und schafft Collagen.

Vernissage: Samstag, 13.Januar 11-14 Uhr
Finissage: Donnerstag 24.02.2019 von 11 – 14 Uhr,
Künstlergespräch mit Moderatorin Melanie Weidemüller 11:30 Uhr

Ausstellungsraum: Kunsträume der Michael Horbach Stiftung (Hinterhof), Wormser Straße 23, 50677 Köln, Tel.: 0221/ 29993378, www.michael-horbach-stiftung.de

An Update Cologne sind beteiligt: Michael Horbach Stiftung, Kulturamt der Stadt Köln,
Kulturwerk des BBK Köln e.V., PS-Zweckertrag der Sparkasse KölnBonn. Birgit Laskowski als Kuratorin, eine achtköpfige Jury sorgte für die Auswahl aus den eingegangenen Bewerbungen.


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