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Wie Altersdiskriminierung entsteht

Foto: H.S.

14.06.2018 - von H.S.

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen befasst sich u.a. damit, wie Altersdiskrimienierung entsteht. Nun wird sie auf mehr als 500 Seiten aus allen Perspektiven beleuchtet. Aber das kennt man schon alles. Es ist mehr ein Nachschlagewerk, für alle, die der englischen Sprache mächtig sind. Nach den in der Preseerklärung angekündigten "Interventionen und Maßnahmen" zur Reduktion der Altersdiskriminierung sucht man vergeblich. Da ist nur von der EU die Rede. Als ob die Europäische Union ein Allheilmitel wäre und der Weisheit letzter Schluss. Kein Wort über die miserable und beschämende deutsche Gesetzgebung. Kein Wort über die Fassungslosigkeit von Besuchern aus der "Neuen Welt" über die schlaffen juristischen Regeln in Europa und das Fehlen einer Begründung dafür. Es fehlt jeder Gedanke, der aufs Praktische oder auf die gesellschaftspolitischenUrsachen hinweist.

Das Werk - auf englisch, ist ja klar - das mit einer Presseerklärung unter dem Titel "Contemporary Perspectives on Ageism - Neue Open Access-Publikation" unter die Leut` gebracht wird, und mit Moneten aus dem "Rahmenprogramms der Europäischen Union, das die transnationale Kooperation zwischen Wissenschaftler/inn/en, Ingenieur/inn/en und Studierenden" fördert, wird bei Springer.com veröffentlicht.

In der Pressemitteilung ist zu lesen:
„Ältere Arbeitnehmer/inn/en sind nicht leistungsfähig“
„Kredite für Personen im Rentenalter sind zu risikobehaftet“
„Wenn ich alt werde, werde ich krank und einsam“
Solche stereotypen Überzeugungen, Vorstellungen und Erwartungen aufgrund des Alters von Personen finden sich in den verschiedensten Lebensbereichen wie der Arbeitswelt, in der Gesundheitsversorgung oder im öffentlichen Leben, aber auch in der Wahrnehmung, im Verhalten und den kulturellen Werten wieder – oft mit negativen Folgen für Individuen und für die Gesellschaft als Ganzes.

Wie entsteht Altersdiskriminierung? Wie äußert sie sich und welche Konsequenzen zieht sie nach sich? Mit welchen Mitteln lässt sie sich erfassen? Wie kann man ihr entgegenwirken, politisch, rechtlich, in der Bildung?

In der vorliegenden Publikation zu Altersdiskriminierung beleuchten Autorinnen und Autoren aus Forschung und Politik aus 35 Ländern das Phänomen. Sie ist das Resultat einer COST(1) Action und vereint Perspektiven aus Psychologie, Soziologie, Sozialarbeit, Gesundheit, Pflege, Rechtswissenschaft, Politik, Wirtschaft, Demografie, Pharmazie, Verhaltenstherapie, Kommunikationswissenschaften, Genderstudien und Arbeitsmarktforschung.

Das Buch gibt einen differenzierten Einblick über die Ursprünge von Altersdiskriminierung, ihre Manifestationen und Konsequenzen in unterschiedlichen Feldern und stellt Interventionen und Maßnahmen zu ihrer Reduktion vor.

(1) COST ist ein Rahmenprogramm der Europäischen Union, das die transnationale Kooperation zwischen Wissenschaftler/inn/en, Ingenieur/inn/en und Studierenden fördert.

Ayalon, Liat & Tesch-Römer, Clemens (Hrsg.)
Springer, Heidelberg, 2018.
Reihe: International Perspectives on Aging, Bd. 19
Als Open Access oder Hard Cover erhältlich über Link

Die Kapitel heißen:
Introduction to the Section: Ageism—Concept and Origins Ayalon, Liat (et al.) Seiten 1-10
Ageism: The Relationship between Age Stereotypes and Age Discrimination,
Voss, Peggy (et al.) Seiten 11-31
Multiple Marginalizations Based on Age: Gendered Ageism and BeyondKrekula, Clary (et al.) Seiten 33-50
Origins of Ageism at the Individual Level Lev, Sagit (et al.) Seiten 51-72
Work Environment and the Origin of Ageism Naegele, Laura (et al.) Seiten 73-90
Ageism and Age Discrimination in the Labour Market: A Macrostructural Perspective Stypińska, Justyna (et al.) Seiten 91-108
ntroduction to the Section: On the Manifestations and Consequences of Ageism
Ayalon, Liat (et al.) Seiten 109-114
Ageism in the Third Age Kydd, Angela (et al.) Seiten 115-130
Pathways from Ageism to Loneliness Shiovitz-Ezra, Sharon (et al.) Seiten 131-147
Ageism and Sexuality Gewirtz-Meydan, Ateret (et al.) Seiten 149-162
Visual Ageism in the Media Loos, Eugène (et al.) Seiten 163-176
Ageism and Older Immigrants Dolberg, Pnina (et al.) Seiten 177-191
Ageism in the Health Care System: Providers, Patients, and Systems
Wyman, Mary F. (et al.) Seiten 193-212
Ageism in Medication Use in Older Patients Fialová, Daniela (et al.) Seiten 213-240
Ageism in Mental Health Assessment and Treatment of Older Adults Bodner, Ehud (et al.) Seiten 241-262
Ageism and Dementia Evans, Simon Chester Seiten 263-275
Ageism and Neuropsychological Tests Ben-David, Boaz M. (et al.) Seiten 277-297
Introduction to the Section: Against Ageism Ayalon, Liat (et al.) Seiten 299-301
Ageism and Anti-Ageism in the Legal System: A Review of Key Themes Doron, Israel (Issi) (et al.) Seiten 303-319
The Council of Europe’s Approach towards Ageism Mikołajczyk, Barbara Seiten 321-339
The European Union’s Approach towards Ageism Georgantzi, Nena Seiten 341-368
Ageism and the Rights of Older People Larsson, Annika Taghizadeh (et al.) Seiten 369-382
Educational Methods Using Intergenerational Interaction to Fight Ageism Carmen Requena, María (et al.) Seiten 383-402
Introduction to the Section: Researching Ageism Ayalon, Liat (et al.) Seiten 403-407
Normative, Empiricist, and Interpretive Considerations in the Ageism Research Process Snellman, Fredrik Seiten 409-424
Ageism in a Cross-Cultural Perspective: Reflections from the Research Field Wilińska, Monika (et al.)Seiten 425-440
Agisem in the European Region: Finding from the European Social Survey Swift, Hannah J. (et al.) Seiten 441-459
Measures of Ageism in the Labour Market in International Social Studies Abuladze, Liili (et al.) Seiten 461-491
Researching Ageism in Health-Care and Long Term Care Buttigieg, Sandra C. (et al.) Seiten 493-515
Children’s Attitudes toward Older People: Current and Future Directions Mendonça, Joana (et al.) Seiten 517-548
Researching Ageism through Discourse Phelan, Amanda Seiten 549-564

Quelle: DZA, PM 12.6.2018