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Bertelsmann, Caritas, VdK hängen DPWV in Sachen „Armut“ ab

01.03.2012

Einige Jahre lang gab es keine Talk-Show mit sozialem Thema, in der dann nicht auch das Anliegen „Armut“ zu Wort kam. Dass es nach zwei Jahrzehnten erklärungslosem Armutsgerede nicht noch einmal zehn Jahre so weitergeht ist immerhin dem DPWV-Armuts-Atlas von 2009 zu verdanken. Der machte klar: Armut kommt nicht nur von zu wenig Reichtum sondern hat „irgendwie“ auch mit Wirtschaft zu tun. Den Rest übernahm die Krise. Andere haben sich das Armutsthema nun gründlich vorgenommen und es vom Kopf auf die Füße gestellt: Exportexzess, Niedriglohnsektor, Rentenkürzung, Gesund-heitsfonds, Konsumschwäche etc. machen die Familien und die Regionen arm ist die Diagnose, und daraus wurde der adäquate Diskurs: Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen veranstaltete im Oktober 2011 das Forum „Pflege-Armut“. Wie die Reformen der letzten Jahrzehnte nun gerade in der Pflege die Armutszahlen hochtreiben wurde dabei vorgeführt. Der Deutsche Caritasverband legte im Januar 2012 mit seiner Kampagne „Armut macht krank“ auf breiter Front nach: Er führt die gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland vor.

Das ist aber noch nicht alles: AWO-Bayern und Deutscher Hausärzteverband zeigen, dass der bestehende und drohende Hausärztemangel auch die Angehörigenpflege bedroht, und ver.di hat schon im April 2011 gezeigt, wie mit Millionen Minijobs im Westen ein angebliches Arbeitsmarktwunder und tatsächliche Höchstgewinne in Deutschland erzielt werden.

Nicht schön für den DPWV: Seine letzte gute Idee in Sachen „Armut“ aus dem Jahr 2009 (Atlas!) hat jetzt die Bertelsmannstiftung mit ihrem Keck-Atlas gekapert.

Quelle: STUDIENGRUPPE FÜR SOZIALFORSCHUNG