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Daimler: Sünden-Register des Vorstands

Champagne, Foto: H.S.

07.07.2017

Über Jahre hinweg haben Europas größte LKW-Hersteller Kunden durch Preisabsprachen geprellt. Im Juli 2016 holten die EUKartellbehörden zum Gegenschlag aus. Geldstrafen in Rekordhöhe waren die Folge. Die höchste Einzelstrafe entfiel mit 1,09 Mrd.€ auf Daimler. Das 1997 gegründete Kartell war nach Angaben der europäischen Wettbewerbshüter 14 Jahre lang aktiv, es gab Absprachen auf der höchsten Führungsebene.
MAN aus dem VW-Konzern ging straffrei aus, weil sie die Aufdeckung des Kartells im Jahr 2011 durch eine Selbstanzeige überhaupt erst möglich gemacht hatten. Wenn unser Vorstand sich da mal früher geoutet oder die Finger von solch illegalen Praktiken gelassen hätte!

Hohmann-Dennhardt nur ein Feigenblatt?
Die ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht und Vorstandsdame bei Daimler wechselte Anfang 2016 zu VW. Damals ging ein regelrechter Compliance-Hype durch den Konzern, was so viel heißt wiev„Rechtskonformität“. Zu Daimler kam die Juristin um fürbRecht und Ordnung zu sorgen, nachdem Daimler wegen einesbSchmiergeldskandals ins Visier derbUS-Justiz geraten war. Nachforschungen der SEC (Börsenaufsicht) zufolge hat Daimler durch die jahrelange systematische Bestechung in 22 Ländern illegale Gewinne von über 90 Mio.$ erzielt. Schmiergeld floss unter anderem in China, Russland, Ägypten, Griechenland und der Türkei. Nach einer Strafzahlung von 185 Mio.$ wurde das Verfahren eingestellt und noch 3 Jahre lang mußten Ex-FBI-Chef Louis Freeh sämtliche Akten zur Kontrolle zu Füßen gelegt werden. Das war 2010. Und, was hat‘s geholfen?

Goldener Handschlag
Bei VW wurde Hohmann-Dennhardt der Stuhl vor die Tür gesetzt bevor sie richtig anfangen konnte auszumisten. Der Abschied wurde ihr mit 12 Mio. € versüßt - böse Zungen behaupten Schweigegeld! Und jetzt …haben wir in Untertürkheim seit dem23. Mai 2017 die Staatanwaltschaftim Haus wegen Verdacht auf Abgasmanipulationbeim Diesel, die kommenbundesweit nicht mal eben mit 23 Staatsanwälten und 230 Polizisten zum Kaffeetrinken vorbei.

Belegschaft darf‘s ausbaden
Wollen wir mal hoffen, dass da nichts nachkommt, denn bluten müssen dafür wir, unsere Arbeitsplätze hängen heute noch am Diesel, während ein Vorstand, wenn sich denn ein Verantwortlicher finden sollte, mit einem goldenen Handschlag verabschiedet wird, siehe Winterkorn! Ein noch viel größerer Skandal ist allerdings, wenn ein Vorstand nicht weiß, was in seinen Autos verbaut ist! Das Problem ist nicht eine angeblich viel zu teure Belegschaft in Untertürkheim, das Problem ist dieser Vorstand der unsere Arbeitsplätze gefährdet - und der ist uns nach alledem was schuldig: Die Entwicklung und Fertigung des eATS muß zu uns nach Untertürkheim - und das ohne Abzocke!

Link: VW, OPEL, FORD, der Fisch stinkt vom Kopf
Quelle: Alternative, Nr. 158