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Köln: Einsturz des Stadtarchivs - 8. Jahresstag

03.03.2017 - von Frank Deja

: Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, sind die von der Staatsanwaltschaft beauftragten Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass die Zerstörung des Kölner Stadtarchivs und der Tod zweier Menschen auf Pfusch am Bau zurückzuführen sind. Die Zeitung dokumentiert auch „Die Fehlerkette, die zur Katastrophe geführt haben soll“. Offen bleibt die Frage, warum dieser Pfusch am Bau nicht kontrolliert wurde, bevor es zu spät war.:


Einsturzstelle
Im Kölner Rat regt sich Empörung. Empörung über die beispiellose Kette von Inkompetenz, Verantwortungslosigkeit und schlichter Schlamperei, die die Katastrophe möglich machte? Oder Empörung darüber, dass die Stadt es in acht Jahren nicht fertigbrachte, in angemessener Form am Unglücksort ein Zeichen zu setzen? Nein: Empörung über ein Plakat, das die „organisierte Verantwortungslosigkeit“ thematisiert. Eine Arbeit des Künstlers Mischa Kuball "Einsturzstelle". Am 3. März 2016 am Einsturzort in der Severinstraße enthüllt. Füllt das von der Stadt hinterlassene Vakuum. Das macht auch die „Beklagung in acht Tafeln“ von Reinhard Matz, die hinter dem Hinweisschild am Bauzaun hängt.

: Überraschend hat der Kulturausschuss am 31.01. einstimmig entschieden, dem Stadtrat die Annahme des Geschenks von Mischa Kuball zu empfehlen.

Die Initiative ArchivKomplex** versteht die „touristische Unterrichtungstafel“ als Mahnung, mit dem Ort sorgsam und aufmerksam umzugehen. Wir setzen uns dafür ein, dass hier ein Ort gestaltet werden kann, der nicht nur der Erinnerung an das Desaster und der Trauer über drei tote Menschen gewidmet ist, sondern der sich auch als Kernpunkt einer kreativen und zukunftsgerichteten Auseinandersetzung mit der Katastrophe entwickeln soll. Der Kölner Stadtrat soll am 14. Februar über die Annahme oder Ablehnung Schenkung abstimmen. Link

„Organisierte Verantwortungslosigkeit“
Der einstige Chef der Kölner Gebäudewirtschaft, Engelbert Rummel, gegen den im Zusammenhang mit dem Archiveinsturz die Staatsanwaltschaft ermittelt, hat noch an anderen Stellen ungute Spuren in Köln hinterlassen. Davon können nicht nur Schüler, Eltern und Lehrer der Kölner Schulen ein Lied singen, sondern davon zeugt auch der mit 1.000 Baumängeln belastete Neubau des Rautenstrauch-Joest-Museums. Die Machenschaften der beauftragten Baufirmen sind eine Sache, aber: wo war eigentlich während der Bauphase der Bauherr (=die Gebäudewirtschaft unter Engelbert Rummel)? Und was soll man davon halten, dass Engelbert Rummel, nachdem er endlich von der Spitze der Gebäudewirtschaft entfernt wurde, sich vor dem Verwaltungsgericht auf den Chefposten des Ordnungsamtes geklagt hat?

Auch am achten Jahrestag des Einsturzes, am Freitag, 3. März 2017 zur Einsturzzeit um 13:58 Uhr gibt es eine Veranstaltung am Einsturzort Severinstraße/Waidmarkt.

Am gleichen Tag um 19.30 wird (mal wieder) diskutiert. Im VHS-Forum im Rautenstrauch-Joest-Museum. Mit dem Verantwortlichen für die Verwaltungsreform, Dr. Rainer Heinz.



* Mischa Kuball, Professor an der Kunsthochschule für Medien Köln und Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

** ArchivKomplex ist eine unabhängige Gruppe von Künstlern, Architekten, Autoren und anderen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Link

Link: Einsturz des Kölner Stadtarchivs - 7. Jahrestag
Quelle: K2A2 Newsletter 1/2017

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