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Personal-Unternehmen informiert über US-Arbeitsrecht

USA - 13.04.2005 - von Angelika Langenbeck

Der Gründer und Chef der Personalmarketing Konstroffer & Partner, Olof Konstroffer, hatte zu einer Diskussion über die arbeitsrechtlichen Auswirkungen des zur Zeit im Bundestag beratenen und heftig umstrittenen Antidiskriminierungsgesetzes eingeladen

– Motto: Amerikanische Verhältnisse auf dem deutschen Arbeitsmarkt ?
Herr Konstroffer hob hervor, dass BewerberInnen in den USA mehr geschützt seien, als die KollegInnen in der Bundesrepublik. In den USA werde gegen Diskriminierung wegen des Geschlechts, der Rasse, Herkunft, Religion, Weltanschauung, des Alters oder einer Körperbehinderung sehr hart vorgegangen.

Kein Unternehmer darf in einem Vorstellungsgespräch nach dem Alter fragen. Referenzen bei bisherigen oder ehemaligen Arbeitgebern dürfen nur eingeholt werden, wenn die BewerberIn das Einverständnis erteile.

Nach Inkrafttreten des Antidiskriminierungsgesetzes, so Rechtsanwalt Klein von Anwaltssozietät White & Case, müssten sich die Unternehmen, Beschäftigten und Jobsuchenden in der Bundesrepublik auf gravierende Veränderungen im Arbeitsrecht einstellen. Wegen Diskriminierung sei es z. B. dann nicht mehr erlaubt, wenn eine Kosmetikfirma z. B. eine Anzeige herausgibt, in der Frauen gesucht werden, die gutes Aussehen mitbringen müssen und zudem nicht älter als 30 sein dürfen.

Um eventuelle Diskriminierungsklagen zu verhindern, riet die Vizechefin in Chicago, Christiane Holde, zu einer präzisen Beschreibung der zu erledigenden Aufgaben.

Anwalt Klein wandte sich an die Rot-Grüne-Regierungskoalition mit der Forderung, im Gesetzentwurf, zu streichen, dass die vermeintlich Diskriminierten ihre Ansprüche an „Antidiskriminierungsvereine“ abtreten dürfen. Man müsse befürchten, dass clevere Anwälte damit lange Prozesse betreiben.

Quelle: Frankfurter Rundschau 13.4.05