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Hausärzte-Atlas für Deutschland

Berg.-Gladbach, 2016 Foto: H.S.

10.12.2016

Ende der 1970ger Jahre war es klar: Die anglo-amerikanische Doppelkonstruktion von Freiberuflichkeit der Einzelarztpraxis und von Zwangsbeitragsfinanzierung unterschiedlichster Krankenkassen in West-Deutschland geriet immer tiefer in ihre inneren
Widersprüche.

Natürlich wählten die freiberuflichen Ärzte den Ort ihrer Praxis nach individuellen finanziellen, familiären, regionalen usw. Präferenzen und natürlich forderten die zwangsfinanzierten Kassen eine gleichmäßig Versorgung ihrer Versicherten an
deren Wohnorten – vor allem auf dem Lande.

Die „Weißen Flecken“ auf der Ärzte-Landkarte wurden trotzdem eher größer als kleiner, die Wartezeiten in den Kreisstadt-Arztpraxen wurden länger und länger.

Das war dann der Zeitpunkt für die gesetzliche Einführung einer „Bedarfsplanung“ in der Kassenarztversorgung. Was folgte, war ein echter Planungskrimi. Der kann hier nicht nacherzählt werden. Daher nur so viel: Die Hausärzte wurden mdabei von den Fachärzten über den Tisch gezogen. Und die Kranklenkassen? Die haben die Bedarfsplanung immer mehr als Kostendämpfung missbraucht.

Der Trick, mit dem vor allem die Hausärzte aus der Planversorgung heraus gedrängt Wurden, war so einfach wie wirksam: Die Zahl der in den Regionen vorhandenen Ärzte aller Couleur wurden einfach auf die Einwohner, nicht auf die jeweils arzttypischen
Patientengruppen bezogen. Ergebnis: Ein Durchschnittsbrei, mit dem alles zu geschmiert werden konnte.

Wie man die wirklichen Versorgungsdefizite in den Regionen sichtbar machen kann, zeigt ein Hausarzt-Atlas, der 2011 im VdK zirkuliert hat.

Erfahren Sie dazu mehr in: Link
Albrecht Goeschel; Markus Steinmetz
Hausärzte-Atlas für Deutschland
Diskussionspapier für den Sozialverband VdK
Marquartstein
Juni 2011

Hausärzte-Atlas für Deutschland
Quelle: Akademie und Institut für Sozialforschung Verona