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Exportwettlauf in die Armutsfalle: Folgen für die soziale Lage und das politische Bewusstsein in NRW

Königswinter, 2014 Foto: U.P.

05.08.2016

Exportwettlauf in die Armutsfalle: Populismus als Ausweg ? Gabriel hat mit seiner Trinkhallen-Pöbelei („Pack“) trefflich dargetan, was das vor allem von seiner „SPD“ forcierte Geschäftsmodell Deutschland mit den Leuten angerichtet hat und weiter anrichtet. Im Hintergrund stets dabei die durch Unterlassen herrschende und mit Schweigen erstickende „Patin“ (Gertrud Höhler) Merkel.

Da ist zunächst - als Gegenstück zu den Exporttriumphen von Qualitätsprodukten in alle Welt - das täglich zu erlebende Ramschdesaster im Supermarkt oder Klamottendiscounter mit Billigware aus Asien etc.. Und da sind die Fehlanzeigen bei Mietwohnungen, Kitaplätzen, Schulstunden, Arztterminen, Krankenhausbetten, Pflegeheimplätzen etc., für die sich die Politikerkaste absolut nicht interessiert.

Da ist aber auch die einst als „Bildungsreform“ begonnene, nun zum Angstregime gewordenen „Bildungsrepublik Deutschland“ (Merkel), in der alle, die nicht ununterbrochen eigenverantwortlich-selbstunternehmerisch tun wollen, ins GrundsicherungsHomeland ausgesondert werden.

Und da ist, nicht zu unterschätzen, die als „Sorge“ geheuchelte Drohung mit der Alters-Armut, d.h. der nachträglichen Kürzung der sowieso lächerlichen Lohn- und Gehaltsaufbesserungen der letzten Zeit.

Auf diesen und den sonstigen Alltagsterror reagieren die gesellschaftlichen Milieus recht unterschiedlich. Vor einem Jahrzehnt haben die „Bedrohte Arbeitnehmermitte“, die „Selbstgenügsamen Traditionalisten“, die „Autoritätsorientierten Geringqualifizierten“ und das „Abgehängte Prekariat“ noch auf den Sozialstaat oder gar eine solidarische Gesellschaft gehofft. Darin waren sie sich mit den „Kritischen Bildungseliten“ und dem „Engagierten Bürgertum“ einig.

Das war die hohe Zeit der parlamentarisch-reformistischen „Links-Partei“. Nur die „Leistungsindividualisten“ und die
„Etablierten Leistungsträger“ und die „Zufriedenen Aufsteiger“ setzten auf Ellenbogen. Ihre Vollstrecker waren die Schröders, Münteferings, Westerwelles u. Co.

Dann kamen Merkel und Schäuble und nutzen die Finanzkrise zur Errichtung ihrer „Marktkonformen Demokratie“ und zur Zerstörung Europas. Apathie, Resignation, millionenfache Wahlenthaltung bei den deutschen Opfern dieser „Klassengesellschaft der billigen Arbeit“ waren die Folge.

Hauptursache: Der Kampf ums tägliche Leben einerseits, die offene Kollaboration der Groß-Gewerkschaften mit dem Regime, die Verfilzung der Sozialverbände mit den so genannten „Volksparteien“ und das Parlamentsgeschwätz der „Linkspartei“ andererseits. Von den Wahrheitsmedien wollen wir gar nicht erst reden.

Mit ihrem Willkommensputsch hat die „Patin“ jetzt allerdings den Vorhang vor den Verhältnissen heruntergerissen. Das „Pack“ hat ganz genau verstanden, was ihre Herzlichkeiten mit den „Anderen“ bedeuten. An den „Sozialstaat“ und an ein besseres „Europa“ (der Eliten) glaubt nur noch die Parlaments-Linke, weil sie unbedingt und möglichst bald in irgend einer Bundesregierung mitmachen will.

Jetzt kommt es darauf an, die „Kritischen Bildungseliten“ und das „Engagierte Bürgertum“ darüber aufzuklären, was es mit dem „Sozialstaat“ in Wahrheit auf sich hat und warum man sich diese Illusion schleunigst aus dem Kopf schlagen sollte.

Lesen Sie mehr dazu in: Link
Goeschel, Albrecht
Exportwettlauf in die Armutsfalle:
Das Wachstumswunder und seine Folgen für die soziale Lage und das politische Bewusstsein in Nordrhein-Westfalen
In:
„Große Koalition“: Enkelkinder und Großeltern gegen
Bildungskrise und Altersarmut
Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen (Hrsg.)
Düsseldorf 2008
S.63-80

Goeschel, Albrecht - Exportwettlauf in die Armutsfalle
Quelle: Akademie und Institut für Sozialforschung e. V. Verona