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22.6.1941: Deutsche Wehrmacht überfällt Sowjetunion

Köln, 2015 Foto: H.S.

22.06.2016 - von H.S.

Heute vor 75 Jahren, am 22. Juni 1941, überschritten Soldaten der deutschen Wehrmacht die Grenze zur Sowjetunion und begannen den nicht allein von Hitler gewünschten Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Das faschistische "Unternehmen Barbarossa" wurde von Politikern, Industriellen und Militärs generalstabsmäßig vorbereitet und wurde dem "Volk" als notwendiger Kampf gegen die "bolschewistische Gefahr" verkauft.

So ließ etwa der Landesbischof der Landeskirche Hannover aus Anlass des Überfalls auf die Sowjetunion an Hitler ins Führerhauptquartier kabeln: "... Sie haben, mein Führer, die bolschewistische Gefahr im eigenen Land gebannt und rufen nun unser Volk und die Völker Europas zum entscheidenden Waffengang gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendländisch-christlichen Kultur auf. ... Die Deutsche Evangelische Kirche ist mit allen ihren Gebeten bei Ihnen und bei unseren unvergleichlichen Soldaten, die nun mit gewaltigen Schlägen darangehen, den Pestherd zu beseitigen, damit in ganz Europa unter Ihrer Führung eine neue Ordnung entstehe und aller inneren Zersetzung, aller Beschmutzung des Heiligsten, aller Schändung der Gewissensfreiheit ein Ende gemacht werde".*

Dieser Text wurde im Juli 1941 im Gesetzblatt der Evangelischen Kirche veröffentlicht und dadurch in allen evangelischen Gemeinden bekannt. In den nächsten fünf Jahren starben 27 Millionen Russen und Russinnen als Folge des deutschen Angriffkrieges, davon 2/3 Zivilisten. Noch dazu wurden Millionen Menschen verwundet, zu Zwangsarbeitern versklavt oder zu Flüchtlingen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs bescheinigte die Synode im Jahr 1947 dem Bischof einstimmig, "ihm in Hinblick auf seine Amtsführung als Ganzes ihr volles Vertrauen und ihre bleibende Dankbarkeit".

"Russenfeindschaft" ist heute, 75 Jahre nach dem Überfall auf die Sowjetunion, wieder en vogue. In Zeiten der Wirtschaftskrise und des neuen Kalten Kriegs kommt sie unter den Namen:
- Nato-Osterweiterung
- Erhöhung der Militärausgaben auf USA -Niveau
- und atomare Rüstung daher.

* zit. nach Hartwig Hohnsbein: Unwandelbare Treue, in Ossietzky, Zweiwochenzeitschrift für Politik/Kultur/Wirtschaft, 18. Juni 2016

Link: Berlin: 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion…