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AD-Gesetz: FR und TAZ ignorieren das Lebensalter

18.03.2005

Die Frankfurter Rundschau vom 11. März 2005 thematisiert das Antidiskriminierungsgesetz auf Seite 2 ganzseitig. Altersdiskriminierung wird nur ein einziges Mal erwähnt, aber nicht weiter behandelt.

Insgesamt wird die Thematik als "Schutz für Behinderte" abgehandelt. Die Sichtweise beschränkt sich darauf die "Rechtsstellung von Minderheiten" hinreichend (?) zu verbessern. In kleinen Einzelartikeln werden typische Situationen Betroffener als "Benachteiligte", "Schwarze", "Belästigte", "Schwule" und "Schikanierte" aufgegriffen.

Das einzige Foto auf der Seite, Rollstuhl am Badestrand, visualisiert die Botschaft, dass Randgruppen eine Vorangstellung eingeräumt werden soll, den der Rest der Gesellschaft gefälligst zu ertragen hat. Das ADG wird also dargestellt als notwendiges Übel um Randgruppen zu bedienen.

So gesehen ist das (auf der Seite faktisch unterschlagene) Lebensalter nur ein vorübergehendes Übel zwischen Geburt und Tod, das jeden Lebensabschnitt auf ein Minderheitenproblem reduziert und entsprechend behandelt.

Einziger Lichtblick auf der Seite ist die Rubrik "Hintergrund", in der das Gekreische der veröffentlichenden Meinungsmacher (vgl. "Szenarien des bürokratischen Schreckens") relativiert wird.

Ich habe bei den Machern der Seite den Eindruck, dass sie keine Originalquellen (Richtlininentexte, Grünbuch etc.) kennen, sondern sich lediglich auf Sekundärquellen beziehen.

Noch ahnungsloser die TAZ. Am 14.3.05 machte die Zeitung die erste Seite mit einer Headline auf, in der vier Diskriminierungsmerkmale genannt wurden. Nicht existent in der Überschrift war für die TAZ u.a. das Alter.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?ID=99
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung