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Die Alten 3.0. BUCHTIPP

Duisburg, 2015 Foto: H.S.

26.04.2016 - von Peter Hakenjos

Von fatalen Vorurteilen und verheißungsvollen Fakten. Es gibt viele Veröffentlichungen über das Generationenproblem, über den Umgang mit dem Alter. In Die Alten 3.0 haben Roswitha Casimir und Roger Harrison sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Gab es ein goldenes Zeitalter für die Alten, in denen ihnen nur mit Respekt und Anerkennung begegnet wurde? Nein, gab es nicht. Das Verhältnis zu den Alten war immer zwiespältig und ist es geblieben. Doch ist die „Vergreisung der Gesellschaft“ ein Problem? Was sagen Statistiken aus? Wie fragwürdig das statistische Material ist, das uns permanent von den Medien in reißerischer Art vorgesetzt wird, zeigen die Autoren akribisch auf. Ihre Antwort: Nein, uns droht nicht die Alterskatastrophe. Es ist eher eine Katastrophe, wie polemisch und unsachlich Politik und Medien mit diesem Thema umgehen.

Auch in der Analyse und Kritik des Verhaltens alter Menschen zeigen die Autoren einen klaren Blick. Sie rechtfertigen nicht in unbilliger Weise Schwächen alternder Menschen und sie verurteilen sie nicht. Das hilft dabei, das eigene Altwerden und die eigenen Reaktionen darauf zu hinterfragen.

Die Autoren des Werks bleiben nicht in der Theorie stehen. Sie fragen, welche Möglichkeiten der Lebensgestaltung sich für alte Menschen bis ins hohe Greisenalter bieten.

Wer ein kompetentes Buch zum Alter und zur Stellung alter Menschen in unserer Gesellschaft sucht und dabei auf eine gut verständliche Sprache wert legt, die auf soziologisches Fachchinesisch verzichten kann, der ist mit Die Alten 3.0 bestens bedient. Es gehört jedem Menschen, der in Rente oder Pension geht, zur Lektüre angeraten.

Die Alten 3.0: Von fatalen Vorurteilen und verheißungsvollen Fakten, Roswitha Casimir und Roger Harrison
Books on Demand (BoD) Februar 2016
ISBN-13: 978-3739220307, Taschenbuch 240 Seiten, 19,90 €, E-Book 12,99 €

Link: Detlef Hartmann: Krisen, Kämpfe, Kriege