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Gefährliche Mischung: Alt, weiblich und klug

Madeira, 2012 Foto: H.S.

18.03.2016 - von A.A.

Seit acht Jahren arbeite ich als Sekretärin in einem Entsorgungsunternehmen. Ich bin 54 Jahre alt. Im Unternehmen wechselt ca. alle 1 1/2 Jahre die Niederlassungsleitung, so dass ich jetzt den fünften Vorgesetzten habe. Durch den ständigen Führungswechsel wird die Belegschaft sehr verunsichert. Deshalb war es wichtig, dass ich den Mitarbeitern die nötige Stabilität und auch Vertrauen vermitteln konnte.

Vor zwei Wochen hatte ich ein Personalgespräch mit dem jetzigen Vorgesetzten, das einzige seit seiner Einstellung vor acht Monaten. Er teilte mit mit, dass er nicht mit mir harmoniert und ich deswegen für ihn als Sekretärin nicht tragbar bin. Es läge nicht an meiner Arbeitsleistung, sondern an dieser Disharmonie. Er war in diesem Gespräch nicht bereit, mir irgendwelche Auskünfte über ein Fehlverhalten meinerseits zu nennen.

Ich musste sofort mein Büro räumen und meine gesamten Arbeitsaufgaben einer wesentlich jüngeren Mitarbeiterin überlassen.

Natürlich habe habe ich mich sofort arbeitstrechtlich beraten lassen und dafür gesorgt, dass mir eine gleich qualifizierte Arbeit übertragen wird. Allerdings steht das auf wackligen Beinen, da diese Arbeitsaufgaben jederzeit betriebsbedingt gekündigt werden können, während meine vorherige Arbeitsaufgabe direkt an den hiesigen Standort gebunden ist.

Eigentlich ist es ja klar,
- alt, weiblich und klug -
ist eine gefährliche Mischung
für junge dynamische Männer.

Aber eins ist sicher, meine ständige Präsenz geht meinem Vorgesetzten und seiner harmonischen Mitarbeiterin richtig unter die Haut.

Link: Zwei Millionen Streiktage im Jahr 2015
Quelle: Mail an die Redaktion