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Renten-Atlas NRW

Königswinter, 2015 Foto: H.S.

21.03.2016 - von Akademie und Institut für Sozialforschung Verona

Ein Totschlag- und Schreibtischtäterargument für die sogenannten „Reformen“, an denen in den letzten Jahrzehnten immer auch die SPD
begeistert beteiligt war, ist der „Demographische Wandel“. Dabei erwecken die vorgetragenen Argumente den Eindruck, dass es einfach zu viele und immer mehr „Ältere“ gibt, die die Renten verbrauchen und zu wenig Jüngere, die die Renten bezahlen. Das ist natürlich eine bewusste Falschmeldung.

Richtig müßte die Nachricht lauten: Die dank Vorarbeit der Älteren
weiter gestiegene Produktivität der Jüngeren reicht locker für ein besseres Leben der Jungen wie der Alten – vorausgesetzt, die geschaffenen Werte werden nicht in Exportexzessen verschenkt und im Finanzcasino vernichtet.

So sieht dann auf einmal auch die Sache mit der Lebenserwartung ganz anders aus: Ältere und Jüngere verteilen sich auch in Deutschland zwischen den Regionen höchst unterschiedlich. Häufig sind Regionen mit hohen Älterenanteilen auch Regionen mit höheren Armutsanteilen. Wenn dann die Rentner und Rentnerinnen dort viel kürzer leben als die Herren und Damen mit den Pensionen oder gar den Privatversicherungen, fließt natürlich auch weniger Rente in die Armutsregionen.

Alte Männer müssen länger leben, wenn die Armutsregionen gestärkt werden sollen
Leider hat es der besonders von den Rot-Grünen dogmatisierte Staatsfeminismus geschafft, die teilweise dramatische Männervorsterblichkeit in Deutschland und im übrigen EU-Westen-Norden-Osten zu einem Non-Thema zu machen. Wie immer bedeutet Dogmatismus auch hier selbst gewählte Dummheit – in diesem Falle in Sachen Ökonomie. Würde sich der Staatsfeminismus nicht klamm-heimlich freuen, dass vor allem die Opas mit der kürzeren Schulzeit auch noch früher abtreten, müsste dieser Staatsfeminis-
mus vor allem für eine männergerechtere lebensverlängernde Gesundheits- und Pflegeversorgung agieren – schon damit die Armutsregionen zu ihrem Gelde kommen.

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Albrecht Goeschel, Rudolf Martens, Ulrich Schmidt, Thomas Zander
„Renten-Atlas NRW“
Hrsg. Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf 2009

Renten-Atlas NRW
Quelle: Akademie und Institut für Sozialforschung Verona