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Exporterfolg macht Rentner und Rentnerinnen arm

Foto: H.S.

17.03.2016 - von Akademie und Institut für Sozialforschung Verona

Das Merkel-Gabriel-Regime lobt seinen Massen-Import von Billigarbeit via Grenzöffnung auch mit dem demographischen Segen, der dadurch für die Rentner und Rentnerinnen angeblich bewirkt werden soll. Die nach Deutschland strebenden Millionen von Wanderarbeitskräften und die Willkommenskultur würden die „Renten sichern“.

Das Publikum ist zwar gegenüber den Erzählungen des Politischen Systems und seiner Medien mittlerweile ziemlich misstrauisch – aber es ist leider auch sehr vergesslich.

Hat doch im Zusammenhang mit dem Thema „Renten“ vor zehn Jahren das damalige Politische Personal genau das Gegenteil vom obigen verkündet: Damals wurde behauptet, die Renten, d.h. die (Alters-)Löhne müssten gestoppt und gesenkt werden, damit der Massen-Export von Qualitätsgütern in den Weltmarkt weitergeht. Nur Lohnzurückhaltung und Exportweltmeisterschaft „sichere die Renten“.

Dabei war damals so klar wie heute: Weder ist die Höhe der Löhne und der Renten, d.h. der (Alters-)Löhne von Bedeutung für die Exporte des Geschäftsmodell Deutschland, noch tragen die Exportbranchen besonders viel zum Rentenaufkommen in Deutschland bei.

Eine Rolle spielen niedrige Netto-Löhne und Beiträge zu den (Alters-)Löhnen allerdings für die Extra-Profite, die sich die Exportkonzerne aus der jährlichen Wertschöpfung herauspressen und gelegentlich heraus betrügen (Abgas-VW !). Und bei diesem Spiel passen dann Niedriglöhne bzw. Billigpreise bei den Inlandsbranchen, d.h. beim Discounter etc. gut in die Landschaft. Die Exportkonzern-Prinzen merken dann nicht, dass auch sie unterbezahlt sind.

Zu Recht wurde dagegen in den Anfangsjahren der gegenwärtigen Weltkrise von aufmerksamen Ökonomen betont, dass Rentenverschlechterungen zwar nicht die Wirtschaftslage verbessern, dafür aber vor allem die Regionalunterschiede vergrößern. Rententransfers seien die wichtigsten öffentlichen
Stabilisatoren für Krisen- und Armutsregionen.

Wenn jetzt - auf einem Höhepunkt der Weltkrise des Kapitalismus - nun die Zuflüchter benutzt werden, um den Mindestlohn zu zerstören, werden nicht nur die gegenwärtigen und die zukünftigen Rentner und Rentnerinnen noch ärmer, sondern auch die Krisen- und Armutsregionen noch schwächer. Nur die „Extra-Profite sind sicher“.

Erfahren Sie mehr in der PDF:
Albrecht Goeschel: „Exportorientierung und Rentenbilanz der
Wirtschaftsregionen“
In: Sozialverband VdK Nordhrein-Westfalen (Hrsg.)
„Realwirtschaft“: Die Altersrenten kommen nicht aus dem Finanzcasino
Düsseldorf 2010, S.55-75

Tagungsband Realwirtschaft
Quelle: Akademie und Institut für Sozialforschung Verona