Diskriminierung melden
Suchen:

Altersarmut in den Regionen Nordrhein-Westfalens: Bestandsaufnahme und Vorausschau

Köln, 2014 Foto: H.S.

04.03.2016 - von Akademie und Institut für Sozialforschung Verona

Die Rentendiskussion in Deutschland wird bewusst falsch geführt. Das Gerede von der Bevölkerungsalterung oder gar der Generationengerechtigkeit soll verdecken, dass Renten in aller erster Linie nachgezahlte Löhne sind. Rentenverschlechterungen im Zeitverlauf sind damit nichts anderes als nachträgliche Lohnsenkungen. Natürlich sichern und steigern solche versteckten und in die Zukunft verlegten Lohnsenkungen die Kapitalprofite, d.h. Gewinne und Abschreibungen. Zugleich verunsichern und senken sie aber den Privatkonsum, die wichtigste Basis des Wirtschaftens. Aber wir wissen ja: Das Geschäftsmodell Deutschland verschenkt lieber seine Qualitätsprodukte gegen faule Kredite ans Ausland – solange dabei die Exportkonzerne extra-profitieren.

Und dann sind Renten alles andere als eine bloß individuelle oder kohorten (=altersgruppen)spezifische Angelegenheit: Renten sind vor allem auch ein regional-wirtschaftlicher Faktor.

Rentenverbesserungen stärken vor allem Regionen, die wirtschaftlich schwächer und stärker altengeprägt sind und sie schöpfen die wirtschaftsstärkeren und jüngerengeprägten Regionen ab.

Ein typisches Beispiel: Zwar ist das Ruhrgebiet mittlerweile ohne Zweifel eine Armutsregion – aber die hohen Renten aus der Stahl- und Kohleära stützen das Ruhrgebiet.

Genau diese Bedeutung der Renten für den Ausgleich zwischen den Regionen und für die Stabilisierung von Krisenregionen ist immer dann ein gutes Argument, wenn wieder die Demographie- und Generationen-Ideologe aufgetischt wird.

Erfahren Sie mehr in der PDF:
Martens, Rudolf: Altersarmut in den Regionen Nordrhein-Westfalens: Eine Bestandsaufnahme und eine Vorausschau
In: Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): „Realwirtschaft“: Die Altersrenten kommen nicht aus dem Finanzkasino
Düsseldorf 2010, S.77-94

Altersarmut in den Regionen Nordrhein-Westfalens: Bestandsaufnahme +Vorausschau
Quelle: Akademie und Institut für Sozialforschung Verona