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Deutsche mehrheitllich gegen Militäreinsätze

Eisenach, 2008 Foto: H.S.

21.05.2014

Die aktuelle TNS Infratest-Umfrage der Körber-Stiftung zeigt die Sicht der Deutschen auf die Außenpolitik. 60 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass sich die Bundesrepublik Deutschland außenpolitisch zurückhalten sollte. Die Bereitschaft, einem stärkeren internationalen Engagement zuzustimmen, liegt nur bei 37 Prozent Zustimmung. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der Körber-Stiftung unter 1.000 Personen ab 18 Jahren im April und Mai 2014.

Besonders skeptisch zeigen sich die Befragten in Bezug auf den Einsatz deutscher Soldaten und bei Rüstungsexporten: 82 Prozent wünschen sich weniger Militär-Einsätze der Bundeswehr. Ebenso viele Befragte finden, Deutschland solle weniger Waffen an verbündete Länder liefern. »Ein außenpolitisches Engagement Deutschlands wird in der Öffentlichkeit stark mit militärischem Eingreifen assoziiert«, sagt Thomas Paulsen, Leiter des Bereichs Internationale Politik der Körber-Stiftung.

Die Umfrage zeigt, dass das Interesse der Deutschen an außenpolitischen Themen insgesamt groß ist. So geben mehr zwei Drittel der Befragten an, sich sehr stark (12 Prozent) oder stark (56 Prozent) für Außenpolitik zu interessieren. Das Interesse hängt vom Alter ab: Während sich mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Über-60-Jährigen sehr stark oder stark für Außenpolitik interessieren, teilt nur gut die Hälfte (55 Prozent) der Unter-30-Jährigen dieses Interesse. Diejenigen, die sich wenig (26 Prozent) oder gar nicht (5 Prozent) für Außenpolitik interessieren, begründen dies damit, dass ihnen andere Themen wichtiger sind (57 Prozent) oder Außenpolitik zu kompliziert ist (46 Prozent).

Ziel: Frieden in der Welt und Schutz der Menschenrechte
Den Frieden in der Welt zu sichern, halten 51 Prozent der Deutschen – unabhängig von Alter, Bildungsgrad und Parteipräferenz – für das wichtigste Ziel deutscher Außenpolitik. Wichtigste Aufgabe ist für zwei Drittel der Befragten der weltweite Schutz der Menschenrechte. »Wir müssen in Deutschland eine Debatte darüber führen, dass Menschenrechte und Frieden in der Welt nicht umsonst zu haben sind und nicht durch Zurückhaltung in der Außenpolitik erreicht werden«, sagt Paulsen. »Deutschland muss als wirtschaftlich starke Macht seine außenpolitische Rolle in der Welt neu definieren.«

Als Gründe für ihren Wunsch nach einer stärkeren außenpolitischen Zurückhaltung führen 73 Prozent an, dass Deutschland genug eigene Probleme habe, um die es sich zuerst kümmern sollte. Die Hälfte derjenigen, die für mehr Zurückhaltung plädieren, begründet dies mit der deutschen Geschichte – insbesondere Befragte ab 60 Jahren argumentieren so (67 Prozent).

Link: Bundestag schickt Soldaten im Wochentakt ins Ausland
Quelle: PM Körber-Stiftung, 20.5.2014

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