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90Jährige - Pflegestufe 3: Niemand will ihr Hausarzt sein!

15.10.2013 - von C.G.

Ich werde zu Hause gepflegt, bin 90 1/2 Jahre alt und wohne in Schwäbisch Gmünd. Unter anderem habe ich Kontrakturen an den Extremitäten. Das macht regelmäßige Versorgung mit Ergotherapie notwendig, um sowohl die Schmerzen zu lindern, als auch die Pflege zu erleichtern).

Seit langem bemühe ich mich um einen Hausarzt. Ich bin schwerstbehindert und in die Pflegestufe 3 eingestuft. Sämtliche Bemühungen, einen im Umkreis praktizierenden Mediziner für meine Betreuung zu gewinnen, schlugen fehl.

Die Bemühungen meiner Pflegerin führten bei den 15 kontaktierten Arztpraxen zu solchen Antworten: "... Ja, eigentlich nehmen wir keine neuen Patienten an, aber (...) - um wen geht es eigentlich - um Sie selbst?..."

Auf die Antwort der Pflegerin, dass es um die zu pflegende Person ginge, dann die Frage: "Wie alt ist die Patientin?" Nach Nennung des Alters - 90 Jahre - (...) äh, hm,... nein, ich dachte es geht um Sie (...) der Doktor macht keine Hausbesuche und schon gar nicht über größere Entfernungen (...), außerdem ist er ausgelastet (...) tut mir leid..."
Vorliegend handelte es sich um eine Entfernung zwischen Wohnort und den Arztpraxen von 3 bis 5 km.

Endlich wurde ein Arzt rumänischer Herkunft gefunden. Die Katastrophe war vorprogrammiert, denn er weigert sich trotz bestehender Indikationen notwendige Medikamente zu verschreiben bzw. Therapien zu verordnen. Seine Begründung ist immer, das von staatlicher Seite zur Einhaltung vorgegebene Budget (auch wenn Maßnahmen das Budget gar nicht belasten).

Viel schlimmer aber: "In Rumänien bekommen die Leute ab 8o überhaupt nichts mehr, nicht mal Medikamente (...) was wollen Sie denn jetzt mit Ergotherapie? (...) Außerdem kann ich das den Kommissionen, wenn Sie das prüfen, nicht begründen, dass eine 90 Jährige noch etwas verschrieben bekommt (...)- die fragen, was das soll?"

Mal abgesehen davon, dass dieser Arzt ein sehr schlechtes Deutsch spricht und deshalb sämtliche Schriftstücke von der Pflegekasse mehrmals mit der Aufforderung zur Nachbesserung zurückkommen, hat dieser Arzt immer die entsprechenden Richtlinien der Krankenversicherung vor sich zu liegen - fast krankhaft. Sprechstunden hält er ab - 3 Stunden vormittags, 2 Stunden nachmittags- ob es ihm da nicht gut geht ...?

Eine gerade veröffentlichte Statistik hat gezeigt, dass die Allgemeinärzte im Jahr 2012 über 16.000 EUR monatlich mehr verdient haben als 2011.
Danach dürfte es wohl keine Frage mehr geben!

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Aus Köln berichtet eine Seniorenvertreterin:
Ich habe mich für eine 99 jährige Dame eingesetzt damit sie eine Akkut-Rhea bekommt. Sie sollte in ein Pflegeheim. Am 10.10.13 konnte sie die Reha in einer Geriatischen Klinik antreten. Ich hoffe, das sie so weit hergestellt werden kann damit sie nach der Entlassung wieder in ihre Wohnung kann. Dort wird sie versorgt. Sie hat Pflegestufe 2.
M.K.

Link: Folgen der Gesundheitspolitik von Schwarz-Gelb