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Köln: Wie Europa retten? Euro, Demokratie + die soziale Gerechtigkeit.

Berlin, 2006 Foto: H.S.

19.08.2013 - von RL-Stiftung + H.S.

"Über die Geburtsfehler des Euro gibt es kaum Meinungsverschiedenheiten: Eine gemeinsame Währung ohne eine gemeinsame Wirtschafts- und Fiskalpolitik verschärft die soziale Ungleichheit und das Ungleichgewicht zwischen den Euro-Staaten, der Austeritätspolitik im Euroraum fehlt die demokratische Legitimation." En passant soll mir dieser Satz suggerieren, "dass eine europäische Wirtschafts- und Fiskalpolitik sein muss". Da bin ich anderer Meinung. Keine gmeinsame Wirtschafts- und Fiskalpolitik, und keine gemeinsam Militärpolitik nehr, meine ich (derzeit).

"Doch die Auswege sind umstritten" heißt es weiter im Einladungstext zur Veranstaltung. "In der SPD gibt es keine Alternativen zur Merkelschen Austeritätspolitik, die Diskussion um die Möglichkeit des Austritts steht schnell unter dem Verdacht des Populismus. Welcher Weg ist realistisch – der zurück zu nationalen Währungen oder der Weg nach vorn, zu mehr Solidarität unter den Euro-Ländern zu einer gemeinsamen Wirtschafts- Finanz- und Sozialpolitik?"

Na ist doch klar. Da es in bestimmten Kreisen stets um den Weg nach vorn geht, lautet der "richtige" Weg: Gemeinsame Wirtschafts- Finanz- und Sozialpolitik. Und Militärpolitik.

Sollten Sie werte/r LeserIn erwägen, diese Veranstaltung in Köln zu besuchen, empfehle ich, vorher einen Artikel von Michael Scharang zu lesen. Titel: "Vergeßt dieses Europa". Abgedruckt im Augustheft von Konkret.

Es lohnt. Zitate gefällig? "Gott ist tot, seine Stelle nimmt der Götze Europäische Union ein." "Die EU ist nicht Gegenstand der Analyse und der Kritik hält sie nicht stand." "die europäische Union, ein Friedensprojekt. die Europäische Union, das Sozialprojekt. Europa als Wirtschaftsprojekt." Die Klientel der EU-Kultur ist nicht groß, aber wichtig."

Von den Scharang-Zitaten zurück zur Kölner Veranstaltungsankündigung. Auf dem Podium werden "Vertreter unterschiedlicher Positionen in der Euro-Frage" sitzen. Wie der Einladungstext der Veranstaltung informiert, stimmen die Podiumsgäste (alles Männer) aber alle darin überein, dass sie "gemeinsam an Europa interessiert sind".

Aha. Das bin ich auch, an Europa interessiert. Interessiert sein, das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Mich interessiert aber, wie es um die sozialen, ökologischen, informationstechnischen und ökonomischen Lebensbedingungen von hunderten Millionen Menschen des europäischen Kontinents bestellt ist und bestellt sein wird.

Auf dem Podium nehmen Platz:
Dr. Heiner Flassbeck, Ökonom und Publizist, Universität Hamburg (Mitautor der Studie "The systemic crisis of the euro - true causes and effective therapies"zu den Ursachen der Eurokrise und möglichen Strategien zur ihrer Überwindung)

Prof. Dr. Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschaftler, Bremen

Prof. Dr. Fritz W. Scharpf, Emeritus Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Köln

Dr. Hans-Jürgen Urban, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der IG Metall, Frankfurt

Moderiert wird die Chose von Ulrike Herrmann von der taz.


Köln, 19. August 2013 | 19:30 Uhr, Riphansaal(!) in der „Brücke“, Kœlnischer Kunstverein, Hahnenstraße 6, D-50667 Köln, Nähe Neumarkt

Die gesamte Diskussion als Video gibt es unter:
http://www.r-mediabase.eu/index.php/infos-aktuelles/143-wie-europa-retten

http://www.nrw.rosalux.de/nc/event/48851/wie-europa-retten.html
Flyer: http://www.nrw.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Veranstaltungen/2013/rlsnrw_wie-europa-retten_flyer_RZ.pdf

Quelle: Mail an die Redaktion