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Bremen: Weniger Beschwerden ü. Altersdiskriminierung

20.10.2012 - von G.F.

Die Seniorenvertretung in Bremen ist eine Institution, der sich ältere Menschen im Falle von Altersdiskriminierung anvertrauen können und auch in der Vergangenheit anvertraut haben.
In der letzten Zeit sind die offiziellen Beschwerdefälle im Vergleich mit einer Erhebung von 2005 zurükgegangen.

Damals gingen bei der Seniorenvertretung jährlich oft mehr als 70 Beschwerden über Altersdiskriminierung ein. Betroffen waren überwiegend folgende Bereiche:
- stationäre Pflege, 20 bis 25 Fälle
- häusliche Pflege, bis 10 Fälle
- Banken/Versicherungen 10 bis 20 Fälle
- medizinische Behandlung, 30 bis 50 Fälle

Da sich Arbeitnehmer/innen und Arbeitslose i.d.R. nicht an die Seniorenvertretung wenden, konnten arbeitsmarktbezogene Altersdiskriminierungen nicht erfasst werden.

Die Zahlen für die Beschwerden bzgl. Altersdiskriminierung sind in den vergangenen 12 Monaten (Juli 2011 – Juli 2012) zurückgegangen.:
– stationäre Pflege: 2
– häusliche Pflege: 1
– Banken und Versicherungen: 2
– medizinische Behandlung: 2
– Diskriminierung im öffentlichen Raum: 0
– Altersarmut: 27

Dass uns bzgl. des Bereichs „Altersarmut“ eine relativ hohe Zahl von Klagen erreicht hat, hängt wohl mit einer gezielten Umfrage zu diesem Thema zusammen. Altersarmut erwächst zum Teil aus Diskriminierung und wird von uns deshalb in die Statistik einbezogen.
Den vorgelegten Beschwerden wird nachgegangen. Sie werden grundsätzlich auch an das Büro gegen Altersdiskriminierung in
Köln weitergeleitet. Außerdem informieren wir die zuständigen behördlichen Stellen, u.a. auch die Heimaufsicht. Wir sprechen die Verantwortlichen direkt an, z.B. den Bremer Bankenverein oder die Kassenärztliche Vereinigung, und informieren auch die Öffentlichkeit allgemein zum Thema

„Altersdiskriminierung“ durch Berichte im „Durchblick“.
Die Rückläufigkeit der Beschwerdefälle mag unterschiedliche Gründe haben. Das Thema „Altersdiskriminierung“ beschäftigt häufiger als früher die Medien, was vielleicht zu allmählichen Bewusstseinsveränderungen beiträgt. Außerdem hat die Zahl der
Seniorenorganisationen zugenommen und damit bieten sich mehr Beschwerdeinstanzen an als früher. Trotzdem ist das Thema noch
nicht erledigt, und jeder Fall von Altersdiskriminierung ist einer zuviel. Die Bremer Seniorenvertretung ist weiterhin Anlaufstelle
für Beschwerden dieser Art.

Quelle: Durchblick, 153