Diskriminierung melden
Suchen:

Leben wagen bis ins hohe Alter: Buchtipp

Erfurt, 2012 Foto: H.S.

15.10.2012 - von Hanne Schweitzer

Viele der sogenannten Prominenten über 40 haben in den letzten Jahren sehr viele Bücher über die Freuden und Leiden des Alters geschrieben. Nun hat Maria G. Baier-D´Orazio im Frick Verlag ein Werk vorgelegt, das sich nicht damit begnügt, Loblieder auf die Weisheit oder Schönheit des Alters zu singen oder narzisstische Kränkungen wortreich zu beklagen. Der Untertitel ihres Buchs ist Programm: Im Alter ist sehr viel mehr möglich, als wir glauben. Konsequent leuchtet Baier-D´Orazio in jeden Winkel unserer Gesellschaft, um die versteckten negativen Sichtweisen auf Altsein und Altwerden dort zu entdecken, hervorzuholen und einer genauen Betrachtung zu unterziehen.

Von anderen Publikationen über das Thema Alter unterscheidet sich das Buch durch eine Fülle bestens recherchierter Informationen, die genutzt werden, um die in Wissenschaft, Medien, Politik und bei den Älteren existierenden Stereotype und Vorurteile über die Lebensphase Alter zu widerlegen. Beeindruckend sind dabei die kleinen Begebenheiten aus anderen Ländern, die Baier-D´Orazio erzählt. Diese machen deutlich, wie weit wir hierzulande noch immer von einem Erleben und Mitleben des Älterwerdens entfernt sind, das vorurteilsfrei und antiautoritär ist und ohne negative Konnotationen auskommt.

Vor allem die Interviews mit Hochaltrigen, die ein wichtiger Bestandteil des Werks sind belegen, wie sehr die Bereitschaft und der Wunsch, sich selbst zu leben und im Alter Neues zu denken und zu tun, das eigene Leben enorm beeinflussen.

Selten ein so gut recherchiertes, ermunterndes Buch zum Thema gelesen.

Ich habe das Gefühl, mit diesem Buch kann ich mir die nächsten zwei oder drei Jahre das Bücherkaufen zum Thema sparen, denn besser kann man es nicht beschreiben. Lisa Frohn

Maria G. Baier-D´Orazio: Leben wagen bis ins hohe Alter
429 Seiten, Softcover
ISBN 978-3-939862-23-9
Preis: 19,80 € (inkl. 7 % MwSt.)

Link: Krisenlabor Griechenland - Buchtipp
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung