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Schulbox mit Warenproben nur für Erstklässler?

Hue, 2009 Foto: H.S.

20.08.2012 - von E.D.

Man kann niemals "jung genug" sein. :( Hier ein Beispiel, dass man auch in jungen Jahren von Altersdiskriminierung betroffen sein kann.
Ein bekanntes Spielwarengeschäft in unserer Nähe bot einen "Schulanfangskatalog" mit Schreibwaren und Rucksäcken und anderen "schulrelevanten" Waren an, mit einem Gutschein für eine "Schreibwarenbox ab einem Wareneinkauf in Höhe von 30 EUR der im Katalog angebotenen Artikel".
Ich (21) wollte mir einen Rucksack (35 EUR) aus dem "Katalog" kaufen und die versprochene Schreibwarenbox dazu erhalten.

Erste Verkäuferin: "Das ist aber nur für Erstklässler, haben Sie einen Erstklässler daheim?"
Ich: "Nein, aber im Prospekt steht nichts davon, dass nur Erstklässler die Box erhalten."
Erste Verkäuferin: "Das müssen Sie dann mit denen an der Kasse klären."
Zweite Verkäuferin an der Kasse: "Das gilt aber nur für die Schreibwaren im Prospekt."
Ich: "Im Prospekt steht, die Box erhält man für alle Artikel im Prospekt, egal welche, Hauptsache Warenwert 30 EUR und das ist hier ja wohl der Fall." (zeige ihr den Prospekt, den Rucksack, den Gutschein)

Zweite Verkäuferin ruft dritte Verkäuferin, beide tuscheln ausgiebig und glotzen zu mir rüber.

Dritte Verkäuferin: "Das gilt aber nur für Schreibwaren."
Ich bete noch mal meinen Spruch runter: "Laut Prospekt gilt das für alle Artikel die darin angeboten werden."

Beide Verkäuferinnen glotzen abwechseln auf den Prospekt, dann missbilligend auf mich, da ich ja offensichtlich kein Erstklässler mehr bin. Dann brummt die dritte Verkäuferin: "Meinetwegen, geben Sie es ihm, aber schreiben Sie's auf den Einkaufszettel", woraufhin die zweite Verkäuferin endlich mit der versprochenen Schreibwarenbox rausrückt: eine schuhschachtelgroße Pappbox, in ihrem Inneren eine winzig kleine Tüte mit wenigen Probepäckchen verschiedener Firmen: Radiergummi, Bleistift, Textmarker, Buntstift, usw. Dann schreibt sie noch groß: "Schulbox" auf den Einkaufszettel. OK, ich habe meine "Schulbox" bekommen, aber ich fühle mich mies:

  • mies behandelt von den Verkäuferinnen, da diese die "Schulboxen" scheinbar aus eigener Tasche bezahlen müssen, sonst würde es ihnen nicht so weh tun, eine davon rauszurücken.
  • Belogen vom Prospekt, der mir vollmundig eine Schreibwarenbox verspricht, die mir dann nur nach langen Diskussionen überhaupt gewährt wird
  • und schließlich betrogen von der Box selbst, die angeblich einen Wert von 20 EUR haben soll, jedoch nur ein paar bescheidene Warenproben enthält.

  • Was das alles mit Altersdiskriminierung zu tun hat? Nun, wäre ich zusammen mit meinem kleinen Bruder dort aufgetaucht, hätte ich die Probleme nicht gehabt. In dem Laden waren viele Erwachsene mit Kindern, die hatten an der Kasse keinerlei Probleme, ihre "Schulbox" zu erhalten.

    Aber als junger Erwachsener ohne Begleitung von Kindern hat man in den Augen der Verkäuferinnen anscheinend keinen Bedarf mehr für Schreibwaren oder Rucksäcke. Weil man so was auf der Uni ja nicht mehr braucht…
    Am Ende frage ich mich, ob das den ganzen Aufwand gelohnt hat. In Zukunft werde ich wohl einen ganz großen Bogen um diesen Laden machen! Es könnte ja sein, dass sie demnächst Schilder dort anbringen: "Betreten für Personen über 18 Jahren nur in Begleitung Minderjähriger gestattet."

    Link: Junge gilt mit 12 1/2 Monaten als zu alt
    Quelle: Mail an die Redaktion