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Bremer SV gegen Verteilung von Privilegien

05.05.2012 - von G.F.

Der Vorstand der Bremer Seniorenvertretung stellt fest, dass trotz der ständigen Klagen über die Schulden unseres Stadtstaats und der Sparappelle immer noch recht großzügig mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Zu den jüngsten Beispielen gehört die Stellenbesetzung des
Bürgerschaftsdirektors.

Nachdem schon 2007 der Bürgerschaftsdirektor Rainer Oellerich vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde, weil zwischen ihm und dem Bürgerschaftspräsidenten die Chemie
nicht stimmte, wiederholt sich das gleiche Procedere nach gut 2 Dienstjahren (2009-2011) mit dem Nachfolger Karl-Heinz Hage.

Der Posten wurde ausgeschrieben mit einer B-7-Besoldung, das sind etwa 8.500 Euro monatlich. Eine stramme Summe, für die der Steuerzahler aufkommen muss und bei der man sich fragt, ob sie tatsächlich leistungsgerecht und damit verdient ist. Die Frage kommt auf, weil dieses Amt 2 Jahre (2007-2009) nicht besetzt war und die Arbeit trotzdem erledigt wurde.

Außerdem fällt auf, dass die beiden anderen Stadtstaaten, Hamburg und Berlin, den Job niedriger entlohnen, nämlich mit B-5 oder B-6.

Es geht doch, oder?

Vielleicht dürfte es ja bei der augenblicklich angespannten Lage auch noch weniger sein. Vielleicht könnte man dann auf bezahlte Spaziergänger verzichten. Vielleicht könnten sich Amtsträger, die in solche Antipathiesituationen schlittern, auch mal fragen, wer ihnen eigentlich das Recht gibt, ihren internen Krach
einfach auf Kosten der Steuerzahler zu lösen.

Da solche Karriereaufzüge trotz aller Sparaufrufe auch in den Amtsgebäuden anderer Bundesländer immer noch funktionieren, schleicht sich der Verdacht ein, dass doch
noch genug Geld vorhanden ist, zumindest, um die Partei- oder Koalitionsfreunde mit Privilegien auszurüsten. Diese Geldverschwendung erinnert an das Verhalten von
Feudalherren. Wundert es?

Viele der fürstlich belohnten Amtsträger halten es ja auch als Demokraten zunehmend nicht mehr für nötig, Fragen der Journalisten zu beantworten. Nun denn, 8.500 Euro Lohn sind eben keine Garantie für Geschick im Amt, Auskunftsfähigkeit oder Verantwortungsgefühl.

Der Vorstand der SV bittet die Bremer Seniorinnen/Senioren, sich öffentlich bei allen möglichen Gelegenheiten deutlich gegen die Verteilung von Privilegien dieser Art auszusprechen.

Quelle: Durchblick 148