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Frühpensionen stoppen - neuer Vorschlag

Österreich - 18.07.2011 - von Susanne Kofler

"Dass wir schon bald wesentlich weniger Frühpensionsantritte verzeichnen müssen, ist allgemeiner politischer Konsens. Der gestern von Finanzministerin Fekter eingebrachte Vorschlag, man solle die Steuerbegünstigung für "Golden Handshakes" streichen, ist in hervorragender Weise geeignet, dieses Ziel auch
tatsächlich zu erreichen. Erfreulich sind auch die Reaktionen von Sozialminister Hundstorfer darauf, der zum einen FektersVorschlag unterstützt und zum anderen eine raschere Harmonisierung der einzelnen Pensionssysteme ebenso andenkt wie die raschere Anhebung der Frauenpensionsantrittsalter und eine Belohnung für jene, die über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus arbeiten", erklärt Dr. Andreas Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und Präsident des Österreichischen Seniorenrates anlässlich der gestern
von den beiden Regierungsmitgliedern medial eröffneten Debatte.

"Der Sozialminister unterstützt somit drei konkrete Punkte, die von den Seniorenvertretern seit dem Vorjahr eingebracht und seither auch z.T. von Wirtschaftsminister Mitterlehner (des Sozialministers Spiegel-Minister) unterstützt werden. Dies lässt hoffen, dass nun rasch und konsequent an einem Maßnahmenpaket für weniger Frühpensionen gearbeitet wird. Hier scheinen nun alle Regierungsmitglieder an einem Strang zu ziehen", ist Khol überzeugt.

"Die Harmonisierung aller Pensionssysteme kann bis 2025
abgeschlossen sein - allerdings müsste der Sozialminister da vor allem die Wiener Landesregierung endlich zum Handeln bewegen können.

Das Frauenpensionsalter könnte schrittweise ab 2014 - statt bisher geplant ab 2023 - angehoben werden. Und mit dem
Seniorenbund-Belohnungsmodell, dass einen Zuschlag von 12% mehr Pension pro Arbeitsjahr nach 60/65 vorsieht, liegt ebenso ein konkreter Senioren-Vorschlag vor, der rasch umgesetzt werden kann", so Khol zu den Details der einzelnen Punkte.

"Hier erwarten wir daher konkrete Verhandlungen für den Herbst und den Umsetzungsbeginn ab Anfang 2012. Es gibt keinen Grund mehr weiter zuzuwarten. Zusätzlich sollte möglichst bald ein Frühpensionsmonitoring begonnen werden. Sobald wir wissen, in welcher Branche, bei welcher Ausbildung, in welcher Region etc. sich Frühpensionen am stärksten häufen, können wir nämlich punktgenau noch
besser gegensteuern", fordert Khol eine Umsetzung der ersten Schritte schon 2012 ein.

Kritik übt Khol abschließend an den gestrigen Reaktionen der
Oppositionsparteien: "FPÖ und BZÖ behaupten doch allen Ernstes, es müsse die steuerliche Begünstigung für "Golden Handshakes" weiterhin geben, weil dies häufig aus betrieblichen Gründen erforderlich sei. Das ist bitte nichts anderes als eine offene Unterstützung von
Altersdiskriminierung! Warum sollen weiterhin ausgerechnet nur jene Menschen, die kurz vor dem Pensionsantrittsalter stehen, im Falle von betrieblichen Schwierigkeiten zum Handkuss kommen - und mit ihnen das gesamte Pensionssystem? Da kann und darf man der Wirtschaft mehr Kreativität zutrauen!"

Link: http://www.altersdiskriminierung.de
Quelle: Österreichischer Seniorenbund