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Bremer SV fordern Harmonisierung kundenrelevanter Bereiche der Bahn

11.03.2011 - von Gerd Feller

Die Seniorenvertretungen im Land Bremen fordern eine Vereinheitlichung und Harmonisierung aller kundenrelevanten Bereiche des Eisenbahnnah- und -fernverkehrs. Die Unzufriedenheit vieler Seniorinnen/Senioren mit den Reisebedingungen im Eisenbahnnah- und –fernverkehr nehmen trotz mancher Versprechungen der zuständigen Bahngesellschaften zu. In der Region Bremen sind davon DB AG, Nordwestbahn und Metronom betroffen.

Die Mängelliste zum Reiseverkehr ist lang und reicht von uneinheitlichen Tarif- und Informationssystemen über mangelhafte technische Ausrüstung und unzureichende Barrierefreiheit bis zu häufig beklagenswerten Dienstleistungen. Diese Mängelbereiche wurden den zu einer Sitzung des Vorstands und der Arbeitskreissprecher zum Thema „Bahnprobleme“ am 01.März 2011 eingeladenen Vertretern der drei Bahngesellschaften sowie der für den städtischen Verkehr zuständigen BSAG im einzelnen erläutert.

Die Seniorenvertretungen* im Land Bremen führen die sich immer wieder einstellenden und auch in den Medien viel diskutierten Mängel grundsätzlich auf die Privatisierung und Teilprivatisierung des Eisenbahnverkehrs zurück. Daraus resultiert ein Konkurrenzverhalten der einzelnen Gesellschaften, das zu einer irritierenden Verschiedenheit und Unübersichtlichkeit der heutigen Reisemodalitäten führt, und zwar nicht nur im Fernreise- sondern auch im Regionalnahverkehr. Hinzu kommen noch inhaltlich unzureichende Ausschreibungen seitens der Vergabegremien. Von den Mängeln wird besonders die ältere Generation betroffen. Es ist z.B. älteren Menschen nicht zuzumuten, dass sie sich bei Reisen in der Bundesrepublik auf eine Vielfalt von Automaten, Tarifen und sonstigen Reisemodalitäten einstellen müssen. Es ist geradezu absurd, dass man sich allmählich erst einmal fortbilden lassen muss, wenn man eine Bahnreise mühelos und ohne Ärger absolvieren möchte.

Unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und der damit verbundenen Zunahme der Zahl älterer Menschen, von denen viele als Voraussetzung ihrer Mobilität den Bahnverkehr nutzen wollen oder sogar müssen, fordert die Landesseniorenvertretung Bremen eine Vereinheitlichung und Harmonisierung aller kundenrelevanten Bereiche des Eisenbahnnah- und Fernverkehrs. Der Staat hat die Verantwortung für die Erfüllung der Daseinsgrundfunktion „Am Verkehr teilnehmen können“ weitgehend abgegeben. Davor wurde nachdrücklich aufgrund der Erfahrungen in anderen Ländern gewarnt. Jetzt leiden wir unter der Zersplitterung der Zuständigkeiten im Bahnverkehr.

Deshalb fordern wir, dass alle Bundesländer und betroffenen Regionen in zukünftigen Ausschreibungen von Bahnstrecken langfristig wirksame einheitliche Normen für die Tarifgestaltung, Zuverlässigkeit und Barrierefreiheit festlegen und auch bei den Betreibern durchsetzen. Wir fordern ebenso, dass sich das Bundesministerium für Verkehr des Problems annimmt und dafür sorgt, dass sich die Bahngesellschaften trotz der Wettbewerbssituation über Reisemodalitäten zum Vorteil ihrer Kundinnen/Kunden absprechen und die Bevölkerung in Deutschland wieder so unbehindert reisen kann, wie das zu Zeiten der Bundesbahn weitgehend möglich war. Mit der Freundlichkeit der Zugbegleiter/-innen allein lässt sich das nicht erreichen.

* Die Landessenioren-Vertretung Bremen ist die offizielle und vom Senat anerkannte Interessenvertretung der mehr als 170.000 Seniorinnen und Senioren im Lande Bremen.

Link: + LSV Bremen: Schluss mit dem Krieg in Afganistan…
Quelle: PM Landesseniorenvertretung Bremen, 01.März 2011

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