Diskriminierung melden
Suchen:

In DDR geschiedene Frauen: Registrieren lassen

02.02.2011

Anlässlich der ersten 2.000 vorab registrierten Anspruchsberechtigten und verstärkter Bemühungen, eine Lösung der Diskriminierung auf allen Ebenen zu erreichen, erklärt der Verein der in der DDR geschiedenen Frauen e.V.: Der Vorstand des Vereins begrüßt noch einmal die Entschließung des Bundesrates zur „Verbesserung der rentenrechtlichen Situation der im Beitrittsgebiet vor dem 01.01.1992 Geschiedenen“ vom September 2010 und geht davon aus, dass die vom Bundesrat berufene Arbeitsgruppe unverzüglich eine Lösung erarbeitet.

Der Verein will indes parallel das Recht der noch ca. 400.000 Frauen vor der UN mit einem Untersuchungsverfahren durchsetzen. Mit der begleitenden Registrierung wurde bereits begonnen, so die Vorsitzende Ute Lauterbach, denn: “Wenn die Bundesregierung die Ansprüche aus einem steuerfinanzierten Fonds auszahlen muss, wird sie nicht umhinkommen, eine Registrierung vorzunehmen. Damit nicht weitere kostbare Zeit verloren geht, können wir unser vorläufiges Register zur Verfügung stellen. Die persönlichen Daten werden natürlich bis dahin vertraulich behandelt.“

„Unsere Frauen sind teilweise über 70 und 80 Jahre alt. Sie sollen dann so schnell als möglich zu den ihnen diskriminierungsfrei zustehenden individuellen Rentenansprüche kommen“, so Hanna Kirchner, Vizevorsitzende des Vereins. Der Verein hat das Verfahren der Registrierung verbessert. Ab Januar ist ein Büroservice in Erfurt mit der Durchführung beauftragt worden. Unter der Telefon-Nummer 0361 – 6602 0241 kann der Fragebogen zur Registrierung wochentags in der Zeit von 8.00 bis 18.00 Uhr abgerufen werden.

Die bereits beim Verein vorab eingegangenen Meldungen werden hier auch bearbeitet. Vorrang habe nun aber, betonen die Vorstandsfrauen, das angestrebte Untersuchungsverfahren bei der UN. Auch auf die Annahme einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, die seit Februar 2010 anhängig ist, hoffe man.

„Um den gerechten Forderungen der betroffenen Frauen Nachdruck zu verleihen und den Politikern unseres Landes zu signalisieren, dass sie in ihrem Kampf gegen Diskriminierung nicht nachlassen werden, findet aus Anlass des 100jährigen Bestehens des Internationalen Frauentages in diesem Jahr am 3. März in Leipzig auf dem Nikolaikirchhof eine Groß-Demonstration statt. Alle Betroffenen und Sympathisanten sind aufgerufen, mit uns
gemeinsam eine eindrucksvolle Demonstration zu veranstalten; Beginn ist um 14.00 Uhr“ so Ute Lauterbach kämpferisch.

Link: DDR Geschiedene: Gerechtere Rente?…
Quelle: Verein der in der DDR geschiedenen Frauen e.V. PM, 31.1.2011